Netzwerk Provenienzforschung in Niedersachsen
Im Bewusstsein seiner kulturpolitischen Verantwortung hat das Land Niedersachsen 2014/15 das Netzwerk Provenienzforschung initiiert, um die Kräfte und Kompetenzen im Bereich der Provenienzforschung auf Landesebene zu bündeln und mit den Initiativen der
Stiftung Deutsches Zentrum Kulturgutverluste zu verzahnen. Das Netzwerk ist mit ca. 20 Gründungsmitgliedern gestartet, mittlerweile auf rund 80 Mitglieder und Partner aus Museen, Universitäten, Archiven, Bibliotheken, Verbänden und Stiftungen angewachsen – und steht allen Einrichtungen in Niedersachsen offen.
Die Netzwerkkoordinationsstelle berät Einrichtungen zu allen Fragen der Provenienzforschung (NS-Raubgut, koloniale Kontexte, sog. Beutegut, Kulturgutentziehungen in der SBZ/DDR). Sie initiiert, begleitet und unterstützt Grundlagen-, Erstcheck- und Forschungsprojekte, führt Informations-, Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen durch, dokumentiert die dabei erzielten Ergebnisse und hält diese nachhaltig nach.
Ein Schwerpunkt der Netzwerkarbeit ist die Suche nach NS-Raubgut gemäß der „Washingtoner Prinzipien“ (1998) und der
„Gemeinsamen Erklärung“ (1999), demzufolge das Finden von gerechten und fairen Lösungen und die transparente Veröffentlichung von Forschungsergebnissen, z.B. in der Lost Art-Datenbank, der PROVEANA-Datenbank des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste oder auch in der Reihe „Veröffentlichungen des Netzwerks Provenienzforschung in Niedersachsen“ auf dem Server der UB Heidelberg.
Für die im Dezember 2025 neu etablierte Schiedsgerichtsbarkeit NS-Raubgut ist die Netzwerkkoordinationsstelle die zentrale Ansprechpartnerin in Niedersachsen. Die Grundlagendokumente zur Schiedsgerichtsbarkeit NS-Raubgut (Schiedsordnung, Bewertungsrahmen, Muster für „Stehende Angebote“ und Schiedsvereinbarungen) sind hier zu finden.
Ein weiterer Fokus liegt auf dem Umgang mit Kulturgütern und menschlichen Überresten aus kolonialen Kontexten gemäß der
„Ersten Eckpunkte“ (2019) und den darauf aufbauenden „Leitlinien“ (2025). Im Sinne der 3-Wege-Strategie von Bund und Ländern führt das Netzwerk die Online-Datenbank des niedersächsischen PAESE-Projekts fort. Sie steht allen Einrichtungen in Niedersachsen zur transparenten Onlinestellung von Beständen aus kolonialen Kontexten offen. Die Datensätze werden sukzessive in das
Portal “Collections from Colonial Contexts” der Deutschen Digitalen Bibliothek ausgespielt.
Bei Interesse und Fragen wenden Sie sich gern an die Netzwerkkoordinationsstelle.














