Bomann-Museum Celle Museum für Kulturgeschichte

Objekte aus der Sammlung DosquetSofa aus der Sammlung Schloss Tutzing

25./26. September 2017: Tagung „NS-Kunstraub: lokal und europäisch“

Im Rahmen der gemeinsam mit dem Netzwerk Provenienzforschung in Niedersachsen veranstalteten Tagung wurden Ergebnisse der Forschungen am Bomann-Museum Celle durch den Bearbeiter vorgestellt. Die Thematik der weiteren Vorträge stand in enger Verbindung zu den Celler Forschungen. Zum Abschluss berichteten Mitglieder aus dem Netzwerk in Kurzbeiträgen über aktuelle Entwicklungen in ihren Häusern und zu Forschungsdesideraten. Zur Veranstaltung ist ein Tagungsband erschienen, in dem der Inhalt der Vorträge in erweiterter Form nachzulesen ist (siehe Veröffentlichungen). Das Tagungsprogramm können Sie hier einsehen: Flyer_Provenienforschung_Celle_online.pdf

  • Seit 2012: Dissertationsvorhaben zur Museumsgeschichte im Nationalsozialismus: Im Rahmen dieser vergleichenden Studie wird untersucht, wie sich drei niedersächsische Museen, die aus der Heimatbewegung hervorgegangen sind, in der NS-Zeit positioniert haben. Neben dem Bomann-Museum in Celle ist auch die Geschichte des Historischen Museums in Hannover und des Museumsdorfs Cloppenburg Gegenstand der Untersuchung. Die Arbeit ist abgeschlossen und wird 2020 veröffentlicht.
  • März 2016 bis Februar 2019: Innerhalb des vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste längerfristig geförderten Projekts „Das Bomann-Museum Celle und seine Sammlungen. Der Einfluss der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft auf die Inventarbeschaffungen von 1933 bis 1945“ erfolgt eine systematische Überprüfung der Objektzugänge im Erwerbungszeitraum von 1933 bis 1945. Im dritten Jahr des Projekts liegt dabei ein besonderer Fokus auf den Erwerbungen beim Auktionshaus Hans W. Lange in Berlin sowie den Zugängen aus dem Besitz jüdischer Bürger aus Celle und von auswärtigen jüdischen Mitgliedern des Celler Museumsvereins (vgl. die Projektbeschreibung hier: www.kulturgutverluste.de/bomann-museum-celle). Allgemeine Informationen und ausgewählte Ergebnisse des Forschungsprojekts sind auch auf der Website des Bomann-Museums Celle zu finden und werden fortlaufend ergänzt (Link zur Website: http://www.bomann-museum.de/Museum/Provenienzforschung).
  • Januar bis Juli 2019: Die Ergebnisse aus drei Jahren Provenienzforschung werden ab Mitte Januar 2019 im Rahmen einer Sonderausstellung präsentiert (Arbeitstitel: “Erwerbungen des Bomann-Museums in der NS-Zeit”). Dabei wird die eigene Museumsgeschichte in den Blick genommen, um die Hintergründe für die Erweiterung der Sammlung in den Jahren 1933 bis 1945 aufzuzeigen. Weiterhin können die Besucher erfahren, welche Schritte nötig sind, um in der Proveninzforschung zu Ergebnissen zu gelangen. Dies wird sowohl allgemein wie auch am Beispiel einzelner Objekte nachvollziehbar aufgezeigt. Ebenfalls im Fokus stehen die Händler, Sammler und Eigentümer, aus deren Beständen die Objektzugänge stammen. Auf diese Weise wird die Heterogenität der Bezugsquellen ebenso sichtbar das Schicksal der Opfer, die ihr Eigentum im Zuge der nationalsozialistischen Verfolgung verloren. Während der Dauer der Ausstellung werden regelmäßige Führungen sowie ein Begleitprogramm angeboten.
  • März 2019 bis Mai 2019: Das kurzfristige Projekt „Forschungsbilanz zum Fall der Kunstsammlung Dosquet“ wird vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste gefördert, um die Umstände der Veräußerung dieser Sammlung im Jahr 1941 zu untersuchen. Der 1859 geborene Wilhelm Dosquet machte sich als Mediziner besonders auf dem Gebiet der Tuberkulosebekämpfung einen Namen. Die von ihm gegründete und in moderner Bauweise errichtete Klinik in Berlin-Nordend diente als Vorbild für weitere Krankenhausbauten. Wilhelm Dosquet besaß eine der größten Privatsammlungen Berlins mit teilweise seltenen Porzellanen, Möbeln und Farbstichen. Nach seinem Tod im Februar 1938 war seine Frau Antonie Alleinerbin. Sie galt nach den Kriterien der Nürnberger Gesetze im Gegensatz zu ihrem Mann nicht als „jüdisch“. Dennoch stellte die gemeinsame Tochter Marie-Theres Thiedig 1948 Ansprüche auf Rückerstattung. Sie behauptete, sie und ihr Bruder Hans seien aufgrund ihrer teiljüdischen Herkunft verfolgt worden. Daher habe ihre Mutter 1941 in einer Zwangslage dem Verkauf der Sammlung zugestimmt. Um diese Behauptung zu überprüfen, entsteht im Rahmen des Projekts ein Bericht mit allen Forschungsergebnissen zu diesem Fall. Neben dem Bomann-Museum gibt es in auch in einer Reihe anderer Museen Stücke aus der Sammlung Dosquet. Daher dient der Bericht als Entscheidungsgrundlage für die betroffenen Häuser, die seit 2017 in einer Arbeitsgruppe zusammenarbeiten.

Ausführliche Projektbeschreibung unter:

Forschungsbilanz zum Fall der Kunstsammlung Dosquet

  • Juli 2019 bis März 2020: „Suche nach Herkunft: NS-Raubkunst im Bomann-Museum?!“ Die Ausstellung vermittelt einen Überblick über wichtige Ergebnisse aus drei Jahren Forschungsarbeit. Sie beleuchtet sowohl die Zugänge aus lokalem jüdischem Besitz nach 1933 als auch Erwerbungen aus dem Kunsthandel, insbesondere bei Hans W. Lange in Berlin. Darunter konnten bisher mehrere Objekte identifiziert werden, die infolge des systematischen NS-Kunstraubs in Europa enteignet wurden, unter anderem in den Niederlanden und Frankreich. Zwei 1943 erworbene Gemälde gehörten zuvor zur Sammlung des Hitler-Fotografen Heinrich Hoffmann. Diese und weitere Fälle sowie die spannenden Recherchewege können in der Ausstellung nachvollzogen werden.

Weiterführende Informationen und das Begleitprogramm zur Ausstellung finden Sie hier: BMC Flyer Suche nach Herkunft

  • Mai 2019 bis Mai 2021: Langfristiges Forschungsprojekt: „Hannover – Berlin – Wien: Erwerbungen des Bomann-Museums im regionalen und überregionalen Kunst- und Antiquitätenhandel“, gefördert vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste. Durch das Forschungsvorhaben soll, aufbauend auf das Vorgängerprojekt der Jahre 2016–2019, eine umfassende Überprüfung der Zugänge im Bibliotheks- und Inventargut des Bomann-Museums zwischen 1933 und 1945 gewährleistet werden. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Erwerbungen im Kunsthandel in Niedersachsen, insbesondere bei verschiedenen Kunsthandlungen und Antiquariaten in Hannover. Weiterhin beinhaltet das Projekt auch vertiefende Recherche zu bisher noch nicht eingehend untersuchten Erwerbungen in Berlin und beim Dorotheum in Wien, um hier ebenfalls eine größtmögliche Klärung der Provenienzen zu erreichen.

Ausführliche Projektbeschreibung unter:

Hannover – Berlin – Wien: Erwerbungen des Bomann-Museums im regionalen und überregionalen Kunst- und Antiquitätenhandel

  • Archäologie
  • Bäuerliche Kulturgüter
  • Bildende Kunst
  • Kleidung
  • Militaria
  • Porzellan

 

  • Obenaus, Sibylle: Der Museumsverein, seine jüdischen Mitglieder und das Bomann-Museum in Celle (ein Überblick), in: Celler Chronik 9 (2000), S. 170-195
  • Galler, Christopher M.: Eine Sammlung, viele Erwerber: Arbeitsgruppe zur Sammlung Dosquet, in: Provenienz & Forschung, Heft 02/2017, S. 50f.
  • Barth, Sophia: Kulturgutschutz in Schloss Celle. Vom „Bienenkorb“ zum sicheren Hort, Celle 2018.
  • Meiners, Jochen (Hg.): NS-Kunstraub lokal und europäisch. Eine Zwischenbilanz der Provenienzforschung in Celle, Celle 2018.
  • Galler, Christopher M.: Die Frage nach der Herkunft. Provenienzforschung am Bomann-Museum Celle, in: Celler Chronik 26 (2019), S. 163–188.
  • Galler, Christopher M.: Suche nach Herkunft. NS-Raubkunst im Bomann-Museum?!, Celle 2019. (Begleitheft zu gleichnamigen Ausstellung im Bomann-Museum)