Termine

12. Europäische Sommer-Universität Ravensbrück: "Dinge zeigen. Artefakte der NS-Zeit in Ausstellungen"

Von Sonntag, 27.08.2017 bis Freitag, 01.09.2017

Veranstalterinnen: Gedenkstätte Ravensbrück/Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten und das Forschungsprojekt „Material – Beziehung – Geschlecht. Artefakte aus den Konzentrationslagern Ravensbrück und Sachsenhausen“, Dokumentation Obersalzberg / Institut für Zeitgeschichte München – Berlin und das Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin


Mit dem Abschied der Zeitzeug_innengeneration übernehmen die historischen Orte und Objekte eine gewisse Zeugenfunktion. Die Sommer-Universität möchte Artefakte der NS-Zeit als Quellen und Ausstellungsexponate in den Blick nehmen und ihnen mit methodischen und erkenntnistheoretischen Fragestellungen begegnen. Im Vergleich der musealen Praxen in West- und Osteuropa sollen Originalitäts- und Authentizitätskonzepte, unterschiedliche Präsentationsmodi und die ambivalenten Wirkungen von NS-Artefakten diskutiert werden.

Zu diesen Themen werden vom 27. August bis zum 1. September 2017 in der Gedenkstätte Ravensbrück international profilierte Wissenschaftler_innen mit Studierenden und Interessierten zusammen treffen. An den Vormittagen finden einführende Vorträge zu den Schwerpunktthemen statt, die an den Nachmittagen in parallel angebotenen Arbeitsgruppen vertieft werden.

Darüber hinaus ist eine Forschungsbörse für Nachwuchswissenschaftler_innen geplant, die an einem Projekt zum Thema der diesjährigen Europäischen Sommer- Universität Ravensbrück oder zur Geschichte des ehemaligen Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück arbeiten.
https://www.facebook.com/events/415634752163097

Programm
Sonntag, 27. August 2017

18 Uhr: Auftaktveranstaltung an der Technischen Universität Berlin
Eröffnungsvortrag: Prof. Dr. Gudrun König, Dortmund: Die Gegenwart der Überreste. Dinge zwischen Depot und Ausstellung

Montag, 28. August 2017: Geschichte des Frauen-Konzentrationslagers Ravensbrück

10 – 16 Uhr: Rundgänge Gelände und Hauptausstellung mit Mitarbeiter_innen der Gedenkstätte Ravensbrück, Pädagogische Dienste
16.30 – 19 Uhr: Forschungsbörse Nachwuchswissenschaftler_innen stellen ihre Forschungsprojekte vor

Dienstag, 29. August 2017: Erkenntnistheoretische Zugänge und Grundlagen

1. Dr. Michaela Haibl, Dortmund: Material und Bedeutung. Zur Stofflichkeit von Artefakten
2. Prof. Dr. Karen van den Berg, Friedrichshafen: Nur ein weißes Leibchen. Neue Zeigestrategien von NS-Artefakten
3. Dr. Christoph Kreutzmüller, Berlin: Perspektiven auf den Holocaust. Die Musealisierung von NS-Objekten am Beispiel der neuen Dauerausstellung des Jüdischen Museums Berlin

Mittwoch, 30. August 2017: Was zeigen? Nationalsozialismus im Museum

1. Heike Hartmann, Berlin: Zugriff, Eingriff – Koloniale Sammlungen in der Gegenwart
2. Dr. Sylvia Necker, Dokumentation Obersalzberg: Wohin mit Hakenkreuzflagge, Bierkrug und Küchenstuhl? NS-Alltagsobjekte ausstellen
3. Dr. Jan Szkudliński, Gdańsk: Die Darstellung des Nationalsozialismus im Museum des Zweiten Weltkrieges

Podiumsdiskussion: Die Bedeutung des Ortes für Ausstellungen zum NS
Leonore Maier, Berlin
Florian Torres, Mémorial National de la prison de Montluc
PD Dr. Jan Erik Schulte, Gedenkstätte Hadamar
Dr. Thomas Kersting, Zossen

Donnerstag, 31. August 2017: Historische Orte und Authentizitätserwartungen

1. Wiesław Wysok, Gedenkstätte Majdanek: Die Gedenkstätte Majdanek. Einige Anmerkungen zum Umgang mit der Authentizität des Erinnerungsortes
2. Dr. Achim Saupe, Potsdam: Historische Authentizität als problematische Kategorie von NS-Erinnerungsorten. Erwartungen, Effekte, Enttäuschungen
3. Lauren Willmott, London: Ein einheitlicher Zugang?: Die Repräsentation männlicher und weiblicher Opfer und Täter_innen in der neuen Holocaust-Ausstellung des IWM London

Freitag, 1. September 2017: Sind Objekte die neuen Zeitzeug_innen?

Abschlussvortrag: Dr. Andrea Hauser, Bremen: Neue Zeit-Zeug_innen? Zur Ambivalenz von Artefakten und Orten in der Darstellung der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft

Die Konferenzsprachen sind Deutsch und Englisch. Eine Simultanübersetzung der Vorträge wird angeboten.
Die Europäische Sommer-Universität richtet sich an einen interdisziplinären Kreis von Teilnehmenden, der sich aus Studierenden, Wissenschaftler_innen, Multiplikator_innen aus dem Bereich von Gedenkstätten und Schulen wie auch interessierten Laien zusammensetzt.
Das Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin wird die Teilnahme an der Veranstaltung im Sommersemester als Übung für Studierende anbieten. Außerdem ist die Veranstaltung in Berlin und Brandenburg als Bildungsurlaub anerkannt.

Die Anmeldung zur 12. Europäischen Sommer-Universität ist bis zum 7. August 2017 online über http://bit.ly/2s1eOo9 möglich.

Tagungsbüro
Kristin Witte
+49 (0)33093-608175

Die Teilnahme an der Europäischen Sommeruniversität ist kostenlos. Für Unterkunft und Verpflegung erhebt die benachbarte Jugendherberge Ravensbrück bei individueller An- und Abreise einen Preis von 37,00 € pro Übernachtung, von Montag, 28.08.2017 bis Freitag, 1.09.2017 einen Preis von 154,00 € und von Sonntag, 27.08.2017 bis Freitag, 1.09.2017 einen Preis von 176,00 €. Im Preis enthalten sind Übernachtung im Mehrbettzimmer und Vollpension. Übernachtung im Doppel- oder Einzelzimmer ist mit Aufschlag und nach Verfügbarkeit möglich.

Anreise:
Bahn: Der Regional-Express fährt stündlich von Berlin-Hauptbahnhof nach Fürstenberg/Havel (Richtung: Stralsund / Rostock). Vom Bahnhof Fürstenberg 2 km Fußweg oder per Taxi. Ein Transfer wird auf Anfrage organisiert.
PKW: Fürstenberg liegt ca. 80 km nördlich von Berlin an der B 96 Berlin-Stralsund; in Fürstenberg der Beschilderung folgen.

Die 12. Europäische Sommer-Universität wird gefördert durch: Auswärtiges Amt

Veranstaltungsort

Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück
Straße der Nationen
16798 Fürstenberg/Havel

www.facebook.com/events/780396515446332/

Tagung "NS-Kunstraub - Lokal und europäisch. eine Zwischenbilanz der Provenienzforschung in Celle"

Von Montag, 25.09.2017 bis Dienstag, 26.09.2017

Eine Veranstaltung des Bomann-Museums Celle und des Netzwerks Provenienzforschung in Niedersachsen

Das Bomann-Museum Celle erforscht seit März 2016 im Rahmen eines vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste geförderten Projektes die Herkunft seiner zwischen 1933 und 1945 erworbenen Objekte. Die Spannbreite reicht von alltäglichen Gebrauchsgegenständen bis zu bedeutenden Erwerbungen aus dem internationalen Kunsthandel. Daraus ergeben sich vielfältige Herausforderungen für die Provenienzforschung, sind doch lokalgeschichtliche Kontexte ebenso zu untersuchen wie die Spuren des NS-Kunstraubes in Deutschland und Europa. Ausgehend von den Ergebnissen des ersten Projektjahres sollen ausgewählte Bestände und parallele Rechercheansätze sowie Händler und Sammler von überregionaler Bedeutung, darunter die Rolle des Berliner Auktionators Hans W. Lange oder des NSDAP-Bildberichterstatters Heinrich Hoffmann, näher beleuchtet und diskutiert werden.

Viele Museen mit heterogenen Sammlungsbeständen stehen vor ähnlichen Herausforderungen wie das Bomann-Museum Celle. Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur hat bereits 2015 ein Netzwerk ins Leben gerufen, das die Kräfte und Kompetenzen im Bereich der Provenienzforschung auf Landesebene bündelt und effektiv mit den nationalen Initiativen des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste verzahnt. Zu den Mitgliedern zählen Museen und Universitäten, der Museumsverband Niedersachsen und Bremen e.V. sowie Partner aus Bibliotheken, Archiven und regionalen Verbänden. Die wesentlichen Inhalte der Netzwerkarbeit sind die Beratung von Museen im Bereich der Provenienzforschung, Initiativen für Forschungs- und Verbundprojekte, Öffentlichkeitsarbeit sowie die Organisation von Informations- und Weiterbildungsveranstaltungen.

Die gemeinsam vom Bomann-Museum Celle und Netzwerk Provenienzforschung in Niedersachsen veranstaltete Tagung findet am 25./26. September 2017 im historischen Welfenschloss in Celle statt. Dessen Bedeutung als „Collecting Point“ der britischen Besatzungsmacht nach 1945 ist ebenfalls Gegenstand eines Vortrags.

Programm:

Montag, 25.09.2017
 
Empfang/ öffentlicher Abendvortrag
 
19.00     Fragen zu Herkunft und Verbleib – Was muss Provenienzforschung heute leisten?
Dr. Uwe Hartmann, Deutsches Zentrum Kulturgutverluste, Magdeburg
 
Dienstag, 26.09.2017
 
Einlass und Registrierung ab 8.30 Uhr
 
9.30       Begrüßung und Einführung
Susanne McDowell, Kulturdezernentin der Stadt Celle
Dr. Annette Schwandner, Ministerialdirigentin, Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur
Dr. Jochen Meiners, Direktor der Celler Museen
 
10.00     Zwischen lokalem und europäischem Kunstraub – Zwischenbilanz der Provenienzforschung am Bomann-Museum Celle
Christopher M. Galler, M. Ed., Bomann-Museum Celle
 
11.00     Hans W. Lange – „übertraf … alle Erwartungen“ 
Dr. Caroline Flick, Berlin/ Vorstand Arbeitskreis Provenienzforschung e.V.
 
11.45     “Schloss Tutzing“ – Ein Ort, zwei Sammlungen und viele Fragen
Dr. Ilse von zur Mühlen, Bayerische Staatsgemäldesammlungen München
 
12.30 – 13.30     Mittagspause
 
13.30     Der Millionär von Hitlers Gnaden“ und die Kunst: Entstehung und Verbleib der Sammlung Heinrich Hoffmann
Sebastian Peters, M.A., Institut für Zeitgeschichte, München/Berlin
 
14.15     Neue Forschungen zum Kunstgutlager Schloss Celle:
Eine Bilanz der Konflikte und Erfolge
Sophia Barth, M.A., München
 
15.00 – 15.30     Kaffeepause
 
15.30     Von Damenunterwäsche bis Dix. Recherchen in heterogenen Beständen am Beispiel des Kooperations-Projekts „Sammlertum in Braunschweig“
Dr. Hansjörg Pötzsch, Braunschweigisches Landesmuseum
 
16.15     Aktuelles aus dem Netzwerk Provenienzforschung in Niedersachsen:
Werkstattberichte, Impulse, Desiderate
 
17.00     Abschlussdiskussion
 
Moderation der Tagung: Dr. Claudia Andratschke, Niedersächsisches Landesmuseum Hannover/ Netzwerk Provenienzforschung in Niedersachsen
 
Teilnahme/Anmeldung:
Die Teilnahme an der Tagung ist kostenlos. Um Anmeldung wird bis zum 30.08.2017 gebeten:
 
Tagungsorganisation, weitere Informationen:
Christopher Galler, M. Ed.
Bomann-Museum Celle
Tel.: 05141/12-4505
 
Dr. Claudia Andratschke
Landesmuseum Hannover/ Netzwerk Provenienzforschung in Niedersachsen
Tel.: 0511/9807-624
E-Mail:

Den Flyer zur Tagung finden Sie Flyer_Provenienforschung_Celle_2017-09-25_26

 

Veranstaltungsort

Residenzschloss Celle, Rittersaal
Schlossplatz 1
29221 Celle

Fachkonferenz Raub & Handel. Der französische Kunstmarkt unter deutscher Besatzung (1940–1944), Bonn

Von Donnerstag, 30.11.2017 bis Freitag, 01.12.2017

Jedes Jahr im Herbst veranstaltet das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste eine Fachkonferenz. Unter dem Titel „Raub & Handel. Der französische Kunstmarkt unter deutscher Besatzung (1940–1944)“ werden in diesem Jahr namhafte französische und deutsche Experten über den systematischen Kunstraub in Frankreich referieren und die Resultate der Recherchen in beiden Ländern zu diesem Themengebiet zusammentragen.

Wer waren die Akteure, wer die Beraubten? Wie griffen NS-Politik, kunsthistorische Expertise und Marktinteressen ineinander? Wie funktionierte die Kollaboration? All diesen Fragen wird die Konferenz nachgehen und dabei auch mit neuen Forschungsergebnissen zu Erwerbungen Hildebrand Gurlitts in Frankreich einen thematischen Schwerpunkt setzen. Kunstwerke des sogenannten „Schwabinger Kunstfundes“ werden in der parallel laufenden Ausstellung „Bestandsaufnahme Gurlitt. Der NS-Kunstraub und die Folgen“ an der Kunst- und Ausstellungshalle Bonn präsentiert.

Die Konferenz findet in Kooperation mit dem Deutschen Forum für Kunstgeschichte Paris und dem Forum Kunst und Markt der Technischen Universität Berlin statt. Konferenzsprachen sind Deutsch und Französich.

Veranstaltungsort

Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland
Bonn

www.kulturgutverluste.de/Content/02_Aktuelles/DE/Termine/2017/2017-11-30_Frankreich-Konferenz.html?nn=100720