Termine

Tagung Niedersächsisches Landesarchiv Hannover: "Museumsüberlieferung - Im Schnittpunkt der Interessen von Museen, Archiven und Forschung"

Von Mittwoch, 10.04.2019 bis
Von 10.4.19 09:00 bis 10.4.19 18:00 Uhr

Das in öffentlichen Museen entstandene Schriftgut stellt eine grundlegende Quelle für die Erforschung ihrer eigenen Geschichte dar. Unverzichtbar sind die hier überlieferten Informationen auch für übergreifende kulturhistorische und museologische Forschungen. In den vergangenen zwanzig Jahren erfuhren diese Überlieferungen insbesondere für die Klärung von Fragen zur Herkunft musealer Objekte, zu den Umständen ihrer Erwerbung und des rechtmäßigen Besitzes über die Fachöffentlichkeit hinaus eine wachsende Aufmerksamkeit und Bedeutung.

Der Zugang und die Nutzung dieser Unterlagen sind jedoch in vielen Museen nicht oder nur in eingeschränktem Maße möglich. Vor diesem Hintergrund will die Tagung Gelegenheit bieten, den unterschiedlichen Stand der Archivierung exemplarisch offen zu legen und zu diskutieren. Darüber hinaus sollen Anforderungen und Wünsche an die archivische Überlieferungsbildung und Erschließung aus Sicht der Nutzerinnen und Nutzer, insbesondere der Provenienzforschung, beschrieben werden. Anhand von reflektierenden Erfahrungsberichten werden erfolgreiche Modelle und Beispiele guter Zusammenarbeit vorgestellt. Es soll aber auch auf Probleme und Hürden aufmerksam gemacht werden, um gemeinsam über Lösungen nachzudenken.

Weitere Informationen und das Programm finden Sie hier: Programm_Tagung zur Museumsüberlieferung

Anmeldung
Bitte schicken Sie Ihre verbindliche Anmeldung bis zum 31. März 2019 mit Name, Vorname, Anschrift und Institution per E-Mail an die folgende Adresse:

Veranstaltungsort

Niedersächsisches Landesarchiv Hannover
Am Archiv 1
30169 Hannover

Tagung Universität Paderborn "Koloniale Welten in Westfalen"

Von Donnerstag, 04.04.2019 bis Freitag, 05.04.2019
Von 4.4.19 13:00 bis 20.4.19 18:30 Uhr

Koloniale Welten Westfalen

Die Beschäftigung mit der deutschen Kolonialgeschichte wurde lange Zeit vernachlässigt. Erst in den letzten Jahren erfolgte vermehrt eine Auseinandersetzung mit der Thematik unter geschichts- und sozialwissenschaftlichen Aspekten. Auswirkungen und Folgen des Kolonialismus – sowohl in den ehemaligen Kolonien als auch in Deutschland – werden unter postkolonialen Perspektiven kritisch reflektiert. Anstöße hierfür kamen aus rassismus-kritischen Initiativen und Selbstorganisationen.

Nicht nur auf nationaler (Ausstellung Deutscher Kolonialismus im Deutschen Historischen Museum in Berlin 2016/17), sondern auch auf regionaler Ebene hat die Auseinandersetzung mit dem deutschen Kolonialismus Resonanz gefunden. Lokale Initiativen (z.B. Bielefeld postkolonial, Dortmund postkolonial) und Universitäten (Bielefeld, Münster, Paderborn) haben durch verschiedene Aktivitäten (Seminare, Veröffentlichungen, Straßenumbenennungen, Stadtrundgänge, Ausstellungen, Websites) die Zeit des deutschen Kolonialismus als regionalgeschichtlich relevantes Thema entdeckt. Im Rahmen der gegenwärtigen Diskussion um die Rückgabe von Objekten, die in kolonialen Kontexten nach Europa kamen, erfahren ethnographische Sammlungen hinsichtlich ihrer Provenienz eine Überprüfung, die ggf. mit einer kritischen Neueinordnung dieser Objekte in der Präsentation einhergeht.

Die Tagung möchte Spuren des Kolonialismus in Westfalen-Lippe kenntlich machen, eine Auseinandersetzung mit dem Thema Kolonialismus auf regionaler Ebene anstoßen sowie einen Austausch zwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Museen sowie (lokal-)historisch Engagierten anregen und Perspektiven hinsichtlich des Umgangs mit dem kolonialen Erbe diskutieren.

Um verbindliche Anmeldungen wird bis zum 22. März 2019 gebeten:

Die Anzahl der Tagungsplätze ist begrenzt.

Den Flyer finden Sie hier: Flyer_Koloniale Welten in Westfalen

Programm:

Donnerstag, 4. April 2019

Ab 13.00 Anmeldung/Imbiss

13.30-14.00 Eröffnung: Sebastian Bischoff (Paderborn), Barbara Frey (Bielefeld), Andreas Neuwöhner (Paderborn)
Grußwort: Birgitt Riegraf, Präsidentin der Universität Paderborn (angef.)

14.00-15.30 1. Sektion: Orte der Erinnerung
Moderation: Sebastian Bischoff, Universität Paderborn

Tobias Scheidt, Universität Siegen
Unter der Krone: Die kolonialen Kommunikationspraktiken des Fürsten Johann Moritz von Nassau-Siegen und die Entstehung eines städtischen Wahrzeichens

Fabian Fechner, FernUniversität Hagen
Außerhalb des Kanons, oder: Warum der „Entdecker“ der Nilquellen in seiner Geburtsstadt Hagen ein Unbekannter ist

Thoralf Klein, Loughborough University, GB
Clemens von Ketteler: Denkmäler für einen „gefallenen Helden der Zivilisation“ in Münster und Beijing

15.30-16.00 Kaffee

16.00-17.30 2. Sektion: Regionalgeschichte postkolonial
Moderation: Barbara Frey, Bielefeld postkolonial

Detlev Brum, Dortmund postkolonial
Koloniale Spurensuche in Dortmund und Umgebung

Thorsten Heese, Kulturgeschichtliches Museum Osnabrück
Stadtgeschichte als lokale Weltgeschichte erzählen. Postkoloniale Museumsnarrative zur Entschlüsselung und Überwindung kolonialer Szenografien

Johannes Häfner, Philipps-Universität Marburg
Regionalise Colonialism! Potenziale einer landes- und regionalgeschichtlich fundierten Kolonialgeschichtsschreibung

19.30 Öffentlicher Vortrag (Stadtmuseum Paderborn)
Einführung: Andreas Neuwöhner, Stadtmuseum Paderborn

Serge Palasie, Eine Welt Netz NRW e.V., Düsseldorf
Alles Vergangenheit? Die Bedeutung der Kolonialzeit für die Gegenwart

Freitag, 5. April 2019

9.00-11.00 3. Sektion: Westfälische Netzwerke
Moderation: Jürgen Scheffler, Museum Hexenbürgermeisterhaus, Lemgo (angefragt)

Marianne Bechhaus-Gerst, Universität zu Köln
Das Ehepaar Schmidt und das Ende einer Ära – ein schriftlicher und fotografischer Nachlass im Stadtarchiv Bad Salzuflen

Stefanie Michels, Universität Hamburg
Die Familie Zintgraff, Afrika und ihr Netzwerk in Westfalen

Tristan Oestermann, Humboldt-Universität zu Berlin
L. Pagenstecher: Ein afrokaribisch-deutsches Familienunternehmen zwischen Westfalen, Haiti und Kamerun, 1800-1914

Julia Rensing, Universität Freiburg/ freiburg-postkolonial.de
Stimmen aus dem Familiennachlass: Fragmente aus dem Leben der Detmolder Familie von Werthern in Deutsch Südwestafrika

11.00-11.30 Kaffee

11.30-13.00 4. Sektion: Koloniales Erbe im Museum
Moderation: Michael Zelle, Lippisches Landesmuseum Detmold

Paul Duschner, Universität Paderborn
Das Verhältnis von Airport Art und Kolonialismus am Beispiel einer westfälischen Sammlung der 1960/70er Jahre

Brigitte Reuter, Museum Huelsmann. Kunst und Design, Bielefeld
Die Ostasiatika Sammlung im Vermächtnis der Sammlung Huelsmann in Bielefeld. Zum Stand der Provenienzforschung

Amir Theilhaber, Technische Universität Berlin
Imperialgeschichtliche Bestände Friedrich Rosens in Detmold

13.00-14.00 Mittagspause

14.00-14.30
Markus Köster, LWL-Medienzentrum für Westfalen, Münster
„Schwarz-Weiß“ – Koloniale Kriegsgefangene in Westfalen in Filmaufnahmen aus dem Zweiten Weltkrieg

14.30-15.00 Diskussion und Ausblick
Gemeinsame Fahrt nach Bielefeld

17.00-18.30 Uhr
Barbara Frey, Bielefeld postkolonial
Kolonialgeschichtlicher Stadtrundgang in Bielefeld

Veranstaltungsort

Universität Paderborn
Warburgerstraße 100
33098 Paderborn

https://kw.uni-paderborn.de/historisches-institut/veranstaltung/news/koloniale-welten-westfalen/

Sonderausstellung Spuren der NS-Verfolgung. Provenienzforschung in den kulturhistorischen Sammlungen der Landeshauptstadt Hannover

Von Donnerstag, 06.12.2018 bis Sonntag, 16.06.2019

In der Washingtoner Erklärung vom Dezember 1998 verpflichtete sich die Bundesrepublik Deutschland dazu, während der NS-Herrschaft beschlagnahmte Kulturgüter zu identifizieren, deren Vorkriegseigentümer und Erben ausfindig zu machen und mit ihnen „eine gerechte und faire Lösung zu finden“. Seit 2008 erforscht die Landeshauptstadt Hannover in diesem Sinne systematisch die Provenienzen des städtischen Kulturgutes.

Anlässlich des zwanzigsten Jahrestages der Washingtoner Erklärung werden ab 6. Dezember 2018 erstmals die bisherigen Ergebnisse und aktuellen Probleme der Provenienzforschung im Museum August Kestner, im Historischen Museum am Hohen Ufer, im Stadtarchiv und in der Stadtbibliothek der Öffentlichkeit in einer Sonderausstellung und in einem wissenschaftlichen Begleitband präsentiert.

Im Zentrum der Sonderausstellung stehen Objekte aus dem Besitz zweier jüdischer Opfer des NS-Regimes: die Goldmünzen des Arztes aus Großburgwedel Dr. med. Albert David und der Rokoko-Schrank der Hannoveraner Fabrikantentochter Klara Berliner. Weitere Schwerpunkte sind antike Kulturgüter, Kunstgewerbe-Objekte, Münzen, Bücher und Autographen, die ab 1933 erworben wurden und die aus dem Besitz fast aller Opfergruppen des NS-Regimes stammen: Sozialdemokraten, Kommunisten, Zeugen Jehovas, Freimaurer und Juden.

Die Ausstellung erzählt die Verfolgungsgeschichte dieser NS-Opfer und stellt die komplizierten Wege dar, auf denen diese Objekte in den Besitz der Landeshauptstadt Hannover gelangten. Außerdem werden die schwierigen Bemühungen der Provenienzforschung geschildert, berechtigte und ungerechtfertigte Erbansprüche voneinander zu unterscheiden und die heute in aller Welt verstreuten Erben dieser Verfolgten des NS-Regimes ausfindig zu machen.

Veranstaltungsort

Museum August Kestner
Trammplatz 3
30159 Hannover

www.hannover.de/Museum-August-Kestner/Veranstaltungen/Das-passiert-2018-im-MAK