Termine

Vortrag von Beate Herrmann: Erwerbswege im Licht neuer Provenienzrecherchen. Die Ethnologische Sammlung der Georg-August-Universität Göttingen von 1933 bis 1958

Von Donnerstag, 13.07.2017 bis
Um 16:00 Uhr

Vortrag im Rahmen des Institutskolloquiums Ethnologie der Georg-August-Universität Göttingen, jeweils Donnerstags, 16.00 Uhr.

Das gesamte Programm für das SS 2017 finden Sie hier: 2017 SoSe_Institutskolloquium

Veranstaltungsort

Georg-August-Universität Göttingen, Institut für Ethnologie, Hörsaal
Theaterplatz 15
37073 Göttingen

www.uni-goettingen.de/de/28822.html

Symposium: Das Reichsarbeitsministerium im Nationalsozialismus. Verwaltung-Politik-Verbrechen

Von Dienstag, 27.06.2017 bis
Um 09:00 Uhr

Seit einigen Jahren wird intensiv über die NS-Vergangenheit von Bundesministerien und Behörden und ihren Umgang mit der eigenen Geschichte diskutiert. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) hat sich dieser Debatte gestellt und 2013 eine Unabhängige Historikerkommission berufen. Unter ihrer Leitung hat eine Forschungsgruppe die Geschichte der Vorgängerbehörden des heutigen BMAS während der Zeit des Nationalsozialismus aufgearbeitet. Im Zentrum ihrer Forschungen stand das Personal und die Handlungsfelder des 1919 gegründeten Reichsarbeitsministeriums. Das konkrete Verwaltungshandeln unter den Bedingungen der NS-Diktatur und im Kontext nationalsozialistischer Arbeits- und Sozialpolitik wurde eingehend untersucht. Besondere Aufmerksamkeit fand ferner die Rolle des Ministeriums im Rahmen der Kriegswirtschaft und in den besetzten Gebieten Europas zwischen 1939 und 1945.
Das Projekt macht deutlich, dass die klassischen Verwaltungsapparate weitaus stärker in das NS-Regime und seine Verbrechen eingebunden waren, als lange Zeit vermutet wurde. Die ministerielle Bürokratie kooperierte eng mit den nationalsozialistischen Partei- und Sonderstäben. Damit werden bisherige Erklärungsmodelle, wie das einer „polykratischen“ Herrschaft, infrage gestellt.
Die Unabhängige Historikerkommission hat die Ergebnisse dieses Forschungsprojektes in einem Syntheseband zusammengefasst, den sie am 27. Juni 2017 im Rahmen eines Symposiums in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften vorstellen wird.

Bitte melden Sie sich bis zum 2. Juni 2017 unter www.anmeldung.bmas.de mit dem Passwort Symposium-RAM an.

Programm

09:00–10:00 Uhr
Anmeldung und Kaffee

Präsentation des Synthesebandes „Das Reichsarbeitsministerium im Nationalsozialismus. Verwaltung – Politik – Verbrechen“

10:00–11:15 Uhr
Begrüßung
Prof. em. Dr. Dr. h. c. mult. Jürgen Kocka,
ehemaliger Präsident des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB)

Vorstellung und Übergabe des Synthesebandes
Prof. Dr. Alexander Nützenadel, Humboldt-Universität zu Berlin

Übergabe des Synthesebandes an Bundesministerin Andrea Nahles

Prof. em. Dr. Dr. h. c. mult. Jürgen Kocka im Gespräch mit Andrea Nahles, Bundesministerin für Arbeit und Soziales

Prof. em. Dr. Dr. h. c. mult. Jürgen Kocka im Gespräch mit der Unabhängigen Historikerkommission – (Prof. Dr. Rüdiger Hachtmann, Prof. Dr. Elizabeth Harvey, Prof. Dr. Sandrine Kott, Prof. Dr. Alexander Nützenadel, Prof. Dr. Kiran Klaus Patel, Prof. Dr. Michael Wildt)

Musikalisches Intermezzo – Klezmeyers

Präsentation der Teilstudien

11:25–12:35 Uhr
1. Panel: Das Reichsarbeitsministerium: Organisation, Personal und Politik

Das Reichsarbeitsministerium 1919–1945. Organisation, Führungspersonal und politische Handlungsspielräume
Dr. Ulrike Schulz
Neuanfänge und Kontinuitäten in West und Ost. Das Spitzenpersonal der zentralen deutschen Arbeitsbehörden
bis 1960
Dr. Martin Münzel

Kommentar
Prof. Dr. Christiane Kuller, Universität Erfurt

Diskussion – Diskussionsleitung
assoc. Prof. Dr. Kim Christian Priemel, University of Oslo

12:35–13:30 Uhr
Mittagsimbiss

13:30–14:40 Uhr
2. Panel: Handlungsfelder der Arbeits- und Sozialpolitik

Die Treuhänder der Arbeit im System der Arbeitsbeziehungen 1933–1945
Sören Eden
Die Diskriminierung jüdischer Rentner und Versicherter. Die Rolle des Reichsarbeitsministeriums und der
Rentenversicherungsträger
Alexander Klimo

Kommentar
Prof. Dr. Jane Caplan, St. Antony’s College, Oxford

Diskussion – Diskussionsleitung
Prof. Dr. Karl Christian Führer, Universität Hamburg

14:40–15:10 Uhr
Kaffeepause

15:10–16:20 Uhr
3. Panel: Krieg und Expansion

Arbeitsverwaltung, Besatzung, Kriegswirtschaft: Die staatliche Arbeitskräftelenkung im deutschen
Machtbereich 1939–1945
Henry Marx
Das „System Sauckel“: Der Generalbevollmächtigte für den Arbeitseinsatz
Swantje Greve

Kommentar
Prof. Dr. Ulrich Herbert, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Diskussion – Diskussionsleitung
Prof. Dr. Tanja Penter, Universität Heidelberg

16:20–16:50 Uhr
Arbeit – Macht – Schuld? Das Forschungsprojekt aus internationaler Perspektive
Prof. Dr. Mary Fulbrook, University College London

Schlusswort
Prof. em. Dr. Dr. h. c. mult. Jürgen Kocka

anschließend Ausklang bei Getränken und Imbiss

Kontakt

Annette Schicke
Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Wilhelmstraße 49, 10117 Berlin

Dr. Martin Münzel
Unabhängige Historikerkommission zur Geschichte des Reichsarbeitsministeriums 1933 – 1945, Mohrenstraße 40/41, 10117 Berlin

Veranstaltungsort

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Leibniz-Saal
Markgrafenstr. 38
10117 Berlin

www.historikerkommission-reichsarbeitsministerium.de/

100 Jahre Deutscher Museumsbund im Rückblick

Von Freitag, 07.07.2017 bis
Um 14:00 Uhr

2017 wird der Deutsche Museumsbund hundert Jahre alt. Mitten im Ersten Weltkrieg am 23. Mai 1917 von reformorientierten Kunstmuseumsleitern gegründet, entwickelte sich der DMB in den 1920er Jahren national wie international schnell zum innovativen Impulsgeber in einer sich modernisierenden Museumswelt. Bald vertrat er nicht nur Kunst- und Kulturgeschichtsmuseen, sondern auch Technik-, Heimat- und Naturkundemuseen. In den frühen 1930er Jahren waren fast tausend deutsche Museen im DMB organisiert. Während des „Dritten Reichs“ setzte sich der DMB für eine stringente Fortführung seiner modernen Museumsgestaltungspolitik in demonstrativer Anpassung an das NS-Regime ein, bewegte sich damit jedoch spätestens seit Kriegsbeginn 1939 auf zunehmend verlorenem Posten. Nach dem Zweiten Weltkrieg griff man die Traditionen der Weimarer Zeit wieder auf: Nachdem sich 1949 die Naturkunde- und 1957 die Kunst- und Kulturgeschichtsmuseen erneut zusammengeschlossen hatten, wurde der DMB im April 1960 offiziell wiederbegründet. Wiederum spielte er eine zentrale Rolle als Motor einer modernen Museumspolitik in der Bundesrepublik, in der es nun in Auseinandersetzung mit internationalen Museumsentwicklungen vor dem Hintergrund des Ost-West-Konflikts darum ging, ein neues, zeitgemäßes, demokratisches Museumsmodell des „freien Westens“ zu etablieren.
Diesen eng mit den verschiedenen Phasen der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert verbundenen Etappen in der Geschichte des DMB erstmals genauer nachzugehen, die jeweilige Rolle des DMB zu hinterfragen und so zu einer differenzierteren Verortung des heutigen Museumsbunds beizutragen, ist Anliegen der gemeinsam vom Fachgebiet Kunstgeschichte der Moderne der TU Berlin und von der Richard-Schöne-Gesellschaft für Museumsgeschichte e.V. organisierten Veranstaltung.
 
Programm

14: 00
Grußwort der Vizepräsidentin des DMB
Wiebke Ahrndt
Einführung
Kristina Kratz-Kessemeier/Andrea Meyer

14:30 Die Gründung des DMB als Impuls zur Demokratisierung der Kunstmuseen in der Weimarer Republik
Jana Baumann, Frankfurt a.M.

14:50 Der DMB als Antwort auf die Verflechtung von Museum und Kunstmarkt
Andrea Meyer, Berlin

15:10 Das Archiv des DMB im Zentralarchiv der Staatlichen Museen zu Berlin
Petra Winter, Berlin

Kaffeepause

16:00 Der DMB und das Office International des Musées – Internationalisierungstendenzen in der Zwischenkriegszeit
Lukas Cladders, Berlin

16:20 Weiter so? Der DMB während des Nationalsozialismus und nach 1945
Kristina Kratz-Kessemeier, Berlin

16:40 Zwischen Klassenkampf und kollegialem Austausch? Der DMB und der Rat für Museumswesen in den 1970er und 1980er Jahren
Anne Wanner, Wien

17:00 Podiumsdiskussion mit den Vortragenden
Moderation: Alexis Joachimides, Kassel

Empfang

Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Anzahl der Plätze ist begrenzt.

Konzept und Organisation: Dr. Kristina Kratz-Kessemeier und Dr. Andrea Meyer

Kontakt
Andrea Meyer
TU Berlin, FG Kunstgeschichte, Sekr. A 56, Straße des 17. Juni 150/152, 10623 Berlin
030 314 28922

Veranstaltungsort

TU Berlin, Hauptgebäude, Raum H 1035
Straße des 17. Juni 135
10623 Berlin

www.kunstwissenschaft.tu-berlin.de/menue/veranstaltungen/tagungen/