Termine

Expertenrunde im Herrenhäuser Forum Hannover: "Afrikanisches Kulturerbe in europäischen Museen"

Von Dienstag, 25.02.2020 bis
Um 25.2.20 19:00 Uhr

Kulturgüter waren für die Kolonialherren begehrte Trophäen. Wie wir heute mit dieser Beutekunst umgehen, das fragt eine Expertenrunde am 25. Februar in Hannover.

Afrikanischer Artefakte: Schaukästen eines ethnologischen Museums in Deutschland (Foto: Andreas Praefcke - Ethnologisches Museum, Berlin-Dahlem).

Afrikanischer Artefakte: Schaukästen eines ethnologischen Museums in Deutschland (Foto: Andreas Praefcke – Ethnologisches Museum, Berlin-Dahlem).

“Kulturbewahrer” – so definierten sich die Kolonisatoren Afrikas aus vielen Ländern Europas im 19. Jahrhundert. Häufig erbeuteten sie gewaltsam unzählige Artefakte, um diese der heimischen Regierung für die neugeschaffenen Museen als eine Art “Schaufenster in die Kolonien” zu überlassen. Mit der Unabhängigkeit vieler afrikanischer Staaten im 20. Jahrhundert, aber vor allem noch einmal in besonderem Maße nach der Übergabe des “Berichts zur Restitution des afrikanischen Kulturerbes” der Wissenschaftler Felwine Sarr und Bénédicte Savoy an Frankreichs Präsident Macron im Jahr 2018, hat sich die Debatte um afrikanisches Kulturgut in europäischen Museen neu entzündet. Was soll mit den Artefakten geschehen? Diese Frage stellt sich nicht nur im neuen Berliner Humboldt-Forum, sondern auch in vielen großen und kleinen Museen in Westeuropa. Die Geschichten der Objekte zu rekonstruieren, sich mit den Herkunftsländern darüber auszutauschen und sie – je nach gemeinsamer Absprache – auch zu restituieren, ist die große Herausforderung für Museen und Regierungen. Kann eine faire Aufarbeitung des Kolonialismus anhand von Ausstellungsstücken das Machtungleichgewicht zwischen Europa und Afrika entschärfen?

Diese Veranstaltung richtet sich an ein neugieriges Publikum, das sich für aktuelle Themen aus Wissenschaft und Gesellschaft interessiert. 

Herrenhäuser Forum
Afrikanisches Kulturerbe in europäischen Museen
Dienstag, 25. Februar 2020, 19 Uhr
Xplanatorium Herrenhausen, Hannover

Programm

Podiumsgäste

Prof. Dr. Jürgen Zimmerer, Arbeitsbereich Globalgeschichte, Universität Hamburg

Prof. Dr. Louis Henri Seukwa, Department Soziale Arbeit, Fakultät Wirtschaft und Soziales, HAW Hamburg

Dr. Sandra Ferracuti, Staatliches Museum für Völkerkunde, Stuttgart

Moderation: Thorsten Jantschek, Deutschlandfunk Kultur

Das Herrenhäuser Forum wird von Deutschlandfunk Kultur aufgezeichnet und am 28.2.2020 in der Sendung “Wortwechsel” ausgestrahlt.

Veranstaltungsort

Die Veranstaltungen der VolkswagenStiftung finden im Tagungszentrum Schloss Herrenhausen, Herrenhäuser Straße 5, 30419 Hannover, statt. Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Üstra-Linien 4 und 5, Haltestelle “Herrenhäuser Gärten”. Das Tagungszentrum Schloss Herrenhausen ist barrierefrei.

Eintritt frei

Es stehen 300 Sitzplätze zur Verfügung (freie Platzwahl). Die Türen öffnen 45 Minuten vor Beginn. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Aus Höflichkeit gegenüber den Vortragenden schließen wir den Einlass mit Beginn der Veranstaltung.

Service für Hörgeräteträger(innen)

Unter  können Sie für die jeweilige Veranstaltung einen Taschenempfänger mit Kopfhörer vorbestellen. Veranstaltungsinfos per E-Mail Sie möchten über zukünftige Veranstaltungen informiert werden? Wir freuen uns über Ihre Registrierung in unserem Veranstaltungsportal unter veranstaltungen.volkswagenstiftung.de.

Hintergrund Herrenhäuser Forum

Mit drei verschiedenen Schwerpunkten möchte das Herrenhäuser Forum ein breites Publikum für wissenschaftliche Fragen von gesellschaftlicher Relevanz begeistern und diese aufgrund empirischer Befunde diskutieren. Dazu werden renommierte Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aber auch Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Kultur und Medien zu Vorträgen und Podiumsgesprächen eingeladen. Das Forum für Zeitgeschehen greift jeweils aus aktuellem Anlass historische Ereignisse auf und erörtert deren Bedeutung für unsere Gegenwart und Zukunft. Das Forum Mensch-Natur-Technik nimmt das komplexe Zusammenspiel von Natur und Technik sowie dessen Wechselwirkungen mit uns und unserer Lebenswelt in den Blick. Zentrale ökonomische und politische Herausforderungen sowie kontroverse Fragen unseres Zusammenlebens stehen im Mittelpunkt des Forums Politik-Wirtschaft-Gesellschaft.

Veranstaltungsort

Tagungszentrum Schloss Herrenhausen
Herrenhäuser Straße 5
30419 Hannover

https://www.volkswagenstiftung.de/veranstaltungen/veranstaltungskalender/herrenh%C3%A4user-forum/afrikanisches-kulturerbe-in-europ%C3%A4ischen-museen

Konferenz des Linden-Museums Stuttgart: „Das Neue Museum. Ideen für das ethnologische Museum der Zukunft“

Von Freitag, 28.02.2020 bis Samstag, 29.02.2020

Am 28. und 29. Februar 2020 lädt das Linden-Museum zur großen Tagung „Das Neue Museum. Ideen für das ethnologische Museum der Zukunft“ in den Hospitalhof in Stuttgart ein. Im Rahmen der Überlegungen zu einem Neubau für das Linden-Museum referieren und diskutieren internationale und nationale Expert*innen über zukunftsweisende Konzepte für die Arbeit in ethnologischen Museen, über herausragende Museumsarchitektur und die Rolle eines ethnologischen Museums für die Stadt und ihre Gesellschaft.

Die Konferenz steht unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg Winfried Kretschmann. Gefördert von der Initiative „Gesellschaftlicher Zusammenhalt“ des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst.

Zur Anmeldung

Vorläufiges Programm

Freitag, 28. Februar 2020, 10.00 bis 17.00 Uhr

Ab 10.00 Uhr  Registrierung
11.00 – 12.00 Uhr  Begrüßung, Einführung
12.00 – 13.15 Uhr  „Aktuelle Veränderungen, Herausforderungen und Ideen in ethnologischen Museen“ mit Inés de Castro, Barbara Plankensteiner, Léontine Meijer-van Mensch und Friedrich von Bose
13.15 – 14.30 Uhr  Mittagspause
14.30 – 17.00 Uhr  Themenschwerunkt Museumskonzepte – zwischen Partizipation, Dekolonisierung und Zusammenarbeit mit neuen               Partnern mit Sumaya Kassim, Hamady Bocoum, Natalie Bayer, Duane Jethro u.a.
 
Samstag, 29. Februar 2020, 9.00 bis 18.30 Uhr
Ab 9.00 Uhr  Registrierung
10.00 – 12.40 Uhr  Themenschwerpunkt Museumsarchitektur mit Marieke van Bommel, Michael Riedijk, Andreas Hofer u.a.
12.40 – 15.00 Uhr  Mittagspause
14.00 – 16.30 Uhr  Themenschwerpunkt Museen und Stadt-/Gesellschaft mit Bonita Bennett, Nora Landkammer, Olimpio Alberto, Sara Dahme u.a.
16.30 – 17.00 Uhr  Kaffeepause
17.00 – 18.30 Uhr  Abschlusspanel mit Vertreter*innen von der Stadt Stuttgart, dem Land Baden-Württemberg und dem Linden-Museum
 

Veranstaltungsort

Hospitalhof Stuttgart
Büchsenstraße 33
70174 Stuttgart

https://www.lindenlab.de/konferenz

Sonderausstellung in Celle: "Suche nach Herkunft - NS-Raubkunst im Bomann-Museum?!"

Von Freitag, 05.07.2019 bis Sonntag, 29.03.2020

Seit März 2016 erforscht das Bomann-Museum mit Unterstützung des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste die Herkunft seiner Sammlungszugänge aus der NS-Zeit. Der Fachbegriff für die Erforschung der Herkunft von Objekten ist Provenienzforschung. Sie war schon immer Teil der musealen Arbeit, wird aber seit 1998 besonders für alle Objekte durchgeführt, die möglicherweise zwischen 1933 und 1945 ihren Besitzer wechselten. Hintergrund ist die Washingtoner Erklärung von 1998. In dieser bekräftigten 44 Staaten die Absicht, Maßnahmen zur Auffindung unrechtmäßig entzogener Kulturgüter zu unternehmen. In solchen Fällen sollen gerechte und faire Lösungen mit den zumeist jüdischen Opfern oder ihren Nachkommen gefunden werden.

Entsprechend der Vielseitigkeit der Celler Sammlung sind sehr unterschiedliche Objektgruppen zu untersuchen. Dabei ist detektivischer Spürsinn gefragt, um die Herkunft so weit wie möglich zu klären. Dies kann sehr zeitintensiv sein und nicht immer gelingt unmittelbar eine lückenlose Rekonstruktion der Objektbiografie. Zahlreiche Quellen sind dabei zu sichten: angefangen von den Spuren auf dem jeweiligen Objekt über die Dokumentation im eigenen Haus bis hin zu Unterlagen in Archiven im In- und Ausland.

Die Ausstellung vermittelt einen Überblick über wichtige Ergebnisse aus drei Jahren Forschungsarbeit. Sie beleuchtet sowohl die Zugänge aus lokalem jüdischem Besitz nach 1933 als auch Erwerbungen aus dem Kunsthandel, insbesondere bei Hans W. Lange in Berlin. Darunter konnten bisher mehrere Objekte identifiziert werden, die infolge des systematischen NS-Kunstraubs in Europa enteignet wurden, unter anderem in den Niederlanden und Frankreich. Zwei 1943 erworbene Gemälde gehörten zuvor zur Sammlung des Hitler-Fotografen Heinrich Hoffmann. Diese und weitere Fälle sowie die spannenden Recherchewege können in der Ausstellung nachvollzogen werden.

Weiterführende Informationen und das Begleitprogramm zur Ausstellung finden Sie hier: _BMC-Herkunft-Flyer-2019-web

Veranstaltungsort

Bomann-Museum Celle
Schlossplatz 7
29221 Celle

www.bomann-museum.de/Quicknavigation/Startseite/index.php?La=1&object=tx,2437.352.1&kat=&kuo=2&sub=0