Infoveranstaltung: Fördermöglichkeiten für Provenienzforschung in kolonialen Kontexten

09.02.2021

Seit mitt­ler­wei­le zwei Jah­ren hat das Deut­sche Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te sei­ne För­de­rung auf den Be­reich des Kul­tur- und Samm­lungs­guts aus ko­lo­nia­len Kon­tex­ten aus­ge­dehnt. In die­sem Zeit­raum konn­ten bis­her ins­ge­samt 23 Pro­jek­te mit ei­nem Vo­lu­men von ca. 2,6 Mil­lio­nen Eu­ro ge­för­dert wer­den. Die För­de­rung rich­tet sich an Ein­rich­tun­gen, die Kul­tur­gut aus ko­lo­nia­len Kon­tex­ten sam­meln, be­wah­ren oder er­for­schen. Da­zu zäh­len Mu­se­en, Uni­ver­si­tä­ten und an­de­re For­schungs­ein­rich­tun­gen. Die För­de­rung rich­tet sich ins­be­son­de­re auch an klei­ne­re Stadt­mu­se­en oder Mehr­spar­ten­häu­ser.

Zum 1. Ja­nu­ar 2021 ist ei­ne über­ar­bei­te­te Fas­sung der För­der­richt­li­nie in Kraft ge­tre­ten, die ne­ben der Aus­wei­tung der För­de­rung auf ge­mein­nüt­zi­ge Ein­rich­tun­gen in pri­vat­recht­li­cher Trä­ger­schaft neue För­der­in­stru­men­te wie et­wa ei­nen so­ge­nann­ten „Erst­check“ nun auch im För­der­be­reich des Kul­tur- und Samm­lungs­guts aus ko­lo­nia­len Kon­tex­ten er­mög­licht.

Der Fach­be­reich möch­te Ih­nen sei­ne Tä­tig­keit und die er­wei­ter­ten För­der­mög­lich­kei­ten sehr ger­ne im Rah­men ei­ner On­line-Ver­an­stal­tung vor­stel­len. Ne­ben all­ge­mei­nen In­for­ma­tio­nen zur För­de­rung wird es Ge­le­gen­heit zu Fra­gen auch in Be­zug auf Ih­re in­di­vi­du­el­len Her­aus­for­de­run­gen ge­ben.

Die Ver­an­stal­tung wird als Webex-Vi­deo­kon­fe­renz am Don­ners­tag, 11. März 2021, von 10-12 Uhr statt­fin­den.

Mel­den Sie sich bit­te bis zum Mon­tag, 8. März 2021, bei Dr. Jan Hüs­gen (jan.hues­gen@kul­tur­gut­ver­lus­te.de) an. Ei­ne E-Mail mit den An­meld­e­in­for­ma­tio­nen wer­den wir Ih­nen recht­zei­tig vor der Ver­an­stal­tung zu­kom­men las­sen.

Der Fach­be­reich „Kul­tur- und Samm­lungs­gut aus ko­lo­nia­len Kon­tex­ten“ freut sich auf den Aus­tausch mit Ih­nen!

Save the Date/Call for Papers für die Herbsttagung 2021 des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste

28.01.2021

Die dies­jäh­ri­ge Herbst­kon­fe­renz des Deut­schen Zen­trums Kul­tur­gut­ver­lus­te wird vom 17.-19.11.2021 als vir­tu­el­le Kon­fe­renz und in Ko­ope­ra­ti­on mit The Re­se­arch Cen­ter for Ma­te­ri­al Cul­ture of the Na­tio­nal Mu­se­um of World Cul­tu­res, the Net­her­lands statt­fin­den. The­ma der Kon­fe­renz mit dem Ti­tel “The Long His­to­ry of Claims for the Re­turn of Cul­tu­ral He­ri­ta­ge from Co­lo­ni­al Con­texts” ist die oft­mals ver­ges­se­ne Vor­ge­schich­te zur heu­ti­gen De­bat­te um die Rück­ga­be von Kul­tur- und Samm­lungs­gut aus ko­lo­nia­len Kon­tex­ten.

Ne­ben Vor­trä­gen von ge­la­de­nen Red­ner:in­nen wird es die­ses Jahr auch mög­lich sein, sich mit ei­nem ei­ge­nen Bei­trag um die Teil­nah­me zu be­wer­ben. Den aus­führ­li­chen Call for Pa­pers fin­den Sie hier. Er ent­hält auch al­le wei­te­ren wich­ti­gen In­for­ma­tio­nen. Bit­te be­ach­ten Sie: Die Kon­fe­renz wird auf Eng­lisch statt­fin­den. Bei Rück­fra­gen wen­den Sie sich bit­te ger­ne an: con­fe­rence@kul­tur­gut­ver­lus­te.de.

KOMPLIZENSCHAFT – Die Sammeltätigkeit von „Kunst“ und Stadt Emden während der NS-Zeit im Fokus der Provenienzforschung.

Emden im Nationalsozialismus: Stadtverwaltung, Finanzamt, Gestapo u.a., aber auch die Gesellschaft für bildende Kunst und vaterländische Altertümer (die „Kunst“) tragen das autoritäre System. Hinzu kommen nicht zuletzt viele Bürgerinnen und Bürger Emdens, die plötzlich nicht mehr fähig sind, Recht und Unrecht zu unterscheiden. Jüdischen Bürgerinnen und Bürgern sowie anderen Verfolgten des NS-Terrors wird alles von Wert genommen. So genannte „Judenauktionen“ und Lager für „Hollandgut“ sind die Hauptumschlagplätze für das so geraubte Kulturgut. Die Stadt Emden und die „Kunst“ ergänzen sich im Eifer, dieses Kulturgut zu „sichern“. Zeugnisse dieser Untaten befinden sich auch heute noch in den Beständen des Ostfriesischen Landesmuseums Emden.

Die Ausstellung berichtet aus der Perspektive der Provenienzforschung vom Sammeln geraubten Kulturguts und den Menschen, die damit in Verbindung standen. Sie zeigt die Spuren des Verbrechens, stellt wichtige zeitgenössische Akteurinnen und Akteure vor und macht Strukturen und Prozesse der Beraubung transparent.
Ermöglicht wurde diese umfassende Forschungsarbeit durch die Förderung des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste für ein Projekt zur wissenschaftlichen Untersuchung der Herkunftsgeschichte der Bestände des Ostfriesischen Landesmuseums Emden aus der NS-Zeit. Beide Träger des Museums – Stadt Emden und „1820dieKUNST“ – stellen sich aktiv der historischen Verantwortung, die aus den Forschungsergebnissen erwächst und unterstützen das Projekt in vollem Umfang.

Die Ausstellung wird am 26.11.2020 um 19 Uhr digital eröffnet.

Über einen Live-Stream auf Facebook, Twitter und auf der Homepage des Ostfriesischen Landesmuseum Emden kann jeder an der Eröffnung teilnehmen. Es wird u. a. Beiträge von Oberbürgermeister Tim Kruithoff geben sowie dem Vorsitzenden von 1820dieKUNST, Dr. Reinhold Kolck.  Kurator und Provenienzforscher Georg Kö führt durch die Ausstellung.

Am 29.11. um 11:30 Uhr findet zudem eine weitere digitale Führung durch die Sonderausstellung statt.

TAGUNG “VÖLKERSCHAU-OBJEKTE” vom 27.10. – 29.10.2020

Die Völkerkundesammlung der Hansestadt Lübeck lädt in Kooperation mit dem Zentrum für Kulturwissenschaftliche Forschung Lübeck (ZKFL) und der Gesellschaft für Geographie und Völkerkunde zu einer interdisziplinären Tagung ein, die vom 27. bis 29. Oktober 2020 in Lübeck stattfindet. 
HIER finden Sie das Programm
Aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl ist eine Anmeldung für den Eröffnungs-Vortrag in der Gemeinnützigen am 27.10.2020  erforderlich (Elke Krüger, Tel.: 0451 122 4146 oder ). 
Für die Tagung im ZKFL (28.10. + 29.10.) besteht die Möglichkeit der online-Teilnahme. Bitte senden Sie hierfür bis zum 26.10.2020 eine Mail an: , Sie erhalten dann den entsprechenden Link. 

Deutsches Zentrum Kulturgutverluste lädt zur Herbstkonferenz 2020

Das Deut­sche Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te wid­met sich seit sei­ner Grün­dung 2015 auch den Kul­tur­gut­ent­zie­hun­gen in der So­wje­ti­schen Be­sat­zungs­zo­ne (SBZ) und in der DDR. 2016 be­fass­te sich be­reits ei­ne Herbst­kon­fe­renz mit die­sem The­ma; 2017 be­schloss dann der Stif­tungs­rat des Zen­trums, Grund­la­gen­for­schung in die­sem Be­reich zu er­mög­li­chen. 30 Jah­re nach der Wie­der­ver­ei­ni­gung ist es nun an der Zeit, bis­her Er­reich­tes zu bi­lan­zie­ren, Mach­ba­res aus­zu­lo­ten und nächs­te Zie­le zu for­mu­lie­ren. Mit der dies­jäh­ri­gen Herbst­kon­fe­renz am 30. No­vem­ber 2020 möch­te das Zen­trum die Ge­le­gen­heit da­zu bie­ten. Die Kon­fe­renz­bei­trä­ge rich­ten den Blick haupt­säch­lich auf den Bin­nen- und Au­ßen­han­del der DDR mit Kunst und An­ti­qui­tä­ten. Da­bei in­ter­es­siert des­sen Wech­sel­wir­kung mit der staat­li­chen Mu­se­umspo­li­tik eben­so wie sei­ne Über­la­ge­rung mit Un­rechts­kon­tex­ten und sei­ne in­ter­na­tio­na­le Reich­wei­te.

Die Kon­fe­renz wird vor dem Hin­ter­grund der Co­ro­na-Pan­de­mie oh­ne Prä­senz-Pu­bli­kum statt­fin­den und nur di­gi­tal über­tra­gen (li­ve auf www.kul­tur­gut­ver­lus­te.de und auf dem You­Tu­be-Ka­nal: Kul­tur­gut­ver­lus­te/ Ger­man Lost Art Foun­da­ti­on). Sie wird zu­dem auf der Web­si­te des Zen­trums im Be­reich Ver­an­stal­tungs­do­ku­men­ta­ti­on nach­ge­hal­ten.

Bit­te mel­den Sie sich vor­her an. An­mel­de­frist: 20. No­vem­ber 2020.

Wei­te­re In­for­ma­tio­nen zur Kon­fe­renz “‘VEB Kunst’ – Kul­tur­gut­ent­zug und Han­del in der DDR” am 30. No­vem­ber 2020

Am Abend vor der Kon­fe­renz geht ei­ne Po­di­ums­dis­kus­si­on der Fra­ge nach, wo wir der­zeit mit der his­to­ri­schen, ju­ris­ti­schen und ge­sell­schaft­li­chen Auf­ar­bei­tung des Kul­tur­gut­ent­zugs in der DDR ste­hen. Ist Rechts­frie­den ge­schaf­fen oder sind Chan­cen ver­passt wor­den? Ist mit der Be­ar­bei­tung von Rück­über­tra­gungs­an­trä­gen ab 1990 nun­mehr ein Punkt er­reicht, strit­ti­ge Fäl­le als er­le­digt zu be­trach­ten und al­les zu den Ak­ten zu le­gen? Bleibt die Be­schäf­ti­gung mit pri­va­ten Kul­tur­gut­ver­lus­ten in SBZ und DDR künf­tig rein aka­de­mi­sche For­schung? Oder hat der Ge­ne­ra­tio­nen­wech­sel in Mu­se­en, Bi­blio­the­ken, Ar­chi­ven und öf­fent­li­chen Ver­wal­tun­gen ei­nen ganz neu­en Im­puls zur Auf­ar­bei­tung mit sich ge­bracht? Was könn­te und was soll­te als Auf­ga­be vor uns lie­gen? Als Me­di­en­part­ner fun­giert der Mit­tel­deut­sche Rund­funk. Er über­trägt die Po­di­ums­dis­kus­si­on am 1. De­zem­ber 2020 in der Sen­dung MDR KUL­TUR-Werk­statt. Sie kann an­schlie­ßend für ein Jahr in der ARD Me­dia­thek ab­ge­ru­fen wer­den.

An der Dis­kus­si­on neh­men teil Ul­ri­ke Lo­renz (Prä­si­den­tin der Klas­sik Stif­tung Wei­mar), Ro­land Jahn (Bun­des­be­auf­trag­ter für die Un­ter­la­gen des Staats­si­cher­heits­diens­tes der ehe­ma­li­gen Deut­schen De­mo­kra­ti­schen Re­pu­blik), Ulf Bi­schof (Rechts­an­walt) und Uwe Hart­mann (Lei­ter des Fach­be­reichs Pro­ve­ni­enz­for­schung beim Deut­schen Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te).

Die Po­di­ums­dis­kus­si­on ist öf­fent­lich. Auf­grund der sehr be­grenz­ten Platz­zahl und der der­zei­ti­gen Si­tua­ti­on im Hin­blick auf die Co­ro­na-Pan­de­mie ist die Teil­nah­me je­doch nur nach vor­he­ri­ger An­mel­dung mög­lich. Ei­ne Teil­nah­me oh­ne vor­he­ri­ge An­mel­dung ist aus­ge­schlos­sen!

An­mel­de­frist: 20. No­vem­ber 2020; Ih­re An­mel­dung wird be­stä­tigt. Mit dem Aus­druck die­ser Be­stä­ti­gung wei­sen Sie sich vor Ort aus.

In den öf­fent­li­chen Be­rei­chen (Gän­gen, Toi­let­ten) be­steht die Pflicht, ei­nen Mund-Na­sen-Schutz zu tra­gen! Ach­ten Sie auf aus­rei­chen­den Min­destab­stand. Bit­te be­ach­ten Sie, dass ei­ne Durch­füh­rung der Po­di­ums­dis­kus­si­on mit Pu­bli­kum wei­ter­hin nicht ga­ran­tiert wer­den kann.

Wei­te­re In­for­ma­tio­nen zur Po­di­ums­dis­kus­si­on “Ent­eig­net, ent­zo­gen, ver­kauft: Zur Auf­ar­bei­tung der Kul­tur­gut­ver­lus­te in der DDR” am 29. No­vem­ber 2020

Pro­gramm der Po­di­ums­dis­kus­si­on und der Herbst­kon­fe­renz (PDF, 2 MB)

Kolloquium Provenienzforschung: Vortrag von Nadine Bauer – “Eine wirkliche Nutznießerin der Nazis” – Verortung der Kunsthändlerin Maria Dietrich

Anfang: 09.11.2020
Ende: 09.11.2020
Ort: bis auf Weiteres ausschließlich online
Veranstalter: Deutsches Zentrum Kulturgutverluste in Kooperation mit CARMAH (Centre for Anthropological Research on Museums and Heritage)

Das Deut­sche Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te lädt in Ko­ope­ra­ti­on mit CAR­MAH (Cen­tre for An­thro­po­lo­gi­cal Re­se­arch on Mu­se­ums and He­ri­ta­ge) zur Ver­an­stal­tungs­rei­he „Kol­lo­qui­um Pro­ve­ni­enz­for­schung“ des Deut­schen Zen­trums Kul­tur­gut­ver­lus­te ein. Am Mon­tag, dem 9. No­vem­ber 2020, um 18 Uhr hält Na­di­ne Bau­er (Pro­ve­ni­enz­for­sche­rin) ei­nen Vor­trag zum The­ma: „‘Ei­ne wirk­li­che Nutz­nie­ße­rin der Na­zis’ – Ver­or­tung der Kunst­händ­le­rin Ma­ria Diet­rich“.

Vor­trags­ab­stract: Der Vor­trag wird Grund­la­gen zur Bio­gra­fie Ma­ria Diet­richs und ih­rer Ga­le­rie Al­mas ver­mit­teln und gleich­zei­tig auf­zei­gen wel­che De­si­de­ra­te hin­sicht­lich ih­rer kunst­händ­le­ri­schen Tä­tig­keit be­ste­hen. Es soll zu­dem nach­ge­zeich­net wer­den, wie sich Diet­rich von ei­ner me­dio­ke­ren Münch­ner Kunstund An­ti­qui­tä­ten­händ­le­rin in­ner­halb we­ni­ger Jah­re hin zur Hauptein­käu­fe­rin für Hit­ler und des­sen „Son­der­auf­trag Linz“ ent­wi­ckel­te. Am En­de steht die Fra­ge, in­wie­fern die aus Diet­richs Spruch­kam­merak­te stam­men­de Be­wer­tung ‚Nutz­nie­ße­rin der Na­zis‘ aus dem Jahr 1947 heu­te noch Gül­tig­keit be­sitzt.

Die Ver­an­stal­tung fin­det auf­grund der Co­ro­na-Pan­de­mie als Vi­deo­kon­fe­renz statt. Die Teil­nah­me an der Ver­an­stal­tung ist kos­ten­frei. Auf­grund der be­grenz­ten Ka­pa­zi­tät ist die Teil­nah­me je­doch nur nach vor­he­ri­ger An­mel­dung bis zum 6.11.2020 mög­lich.

Nach er­folg­ter An­mel­dung er­hal­ten die Teil­neh­mer am Tag der Ver­an­stal­tung die Zu­gangs­da­ten zur Kon­fe­renz, wel­che mit dem An­bie­ter WebEx durch­ge­führt wird.

An­mel­dun­gen an:

Deut­sches Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te
Jo­se­fi­ne Han­nig
Ver­an­stal­tun­gen
Hum­boldt­stra­ße 12
39112 Mag­de­burg
Te­le­fon+49 (0) 391 727 763 23
Te­le­fax+49 (0)391 727 763 6
E-Mailjo­se­fi­ne.han­nig@kul­tur­gut­ver­lus­te.de

Wei­te­re In­for­ma­tio­nen kön­nen dem bei­ge­füg­ten Flyer ent­nom­men wer­den.

Flyer Kolloquium – zweites Halbjahr

LWL zeigt Wanderausstellung zur Provenienzforschung

Das Mu­se­um­samt des Land­schafts­ver­bands West­fa­len-Lip­pe (LWL) hat in Ko­ope­ra­ti­on mit dem LVR-Fach­be­reich Re­gio­na­le Kul­tu­r­ar­beit ei­ne Aus­stel­lung zur Pro­ve­ni­enz­for­schung er­ar­bei­tet, die in ins­ge­samt acht Mu­se­en Nord­rhein-West­fa­lens ab Sep­tem­ber 2020 prä­sen­tiert wird.

Die Aus­stel­lung „Ge­schich­te der Din­ge. Zur Her­kunft von Ob­jek­ten in nord­rhein-west­fä­li­schen Samm­lun­gen“ wid­met sich in ins­ge­samt zehn Ka­pi­teln den un­ter­schied­li­chen Ent­zugs­kon­tex­ten (u.a. NS-ver­fol­gungs­be­ding­tem Ent­zug, Ko­lo­nia­lis­mus, DDR-Un­recht, Beu­te­kunst, il­le­ga­le Aus- bzw. Ein­fuhr), ver­schie­de­nen Ob­jekt­grup­pen (bspw. Ju­dai­ka) wie auch Ak­teu­ren und Struk­tu­ren.

Die Aus­stel­lung prä­sen­tiert 50 Leih­ga­ben aus Nord­rhein-West­fa­len, an­hand de­rer die Le­bens- und Er­werbs­ge­schich­ten dar­ge­stellt wer­den.

Ein Ka­ta­log, für den nam­haf­te Au­tor*in­nen ge­won­nen wer­den konn­ten, ver­tieft und er­wei­tert die The­men­be­rei­che und zeigt aus­ge­wähl­te Aus­stel­lungs­ob­jek­te. Dar­über hin­aus wur­de ein mu­se­umspäd­ago­gi­sches Be­gleit­pro­gramm für Er­wach­se­ne so­wie die Se­kun­dar­stu­fe II ent­wi­ckelt.

Zu­nächst wird die Aus­stel­lung ab dem 27.Sep­tem­ber im Kreis­mu­se­um We­wels­burg in Bü­ren zu se­hen sein, an­schlie­ßend im Jü­di­schen Mu­se­um West­fa­len. Sie en­det im Früh­jahr 2022 im Stadt­mu­se­um Düs­sel­dorf.

Wan­deraus­stel­lun­gen sind ein kos­ten­lo­ses Ser­vice­an­ge­bot der Ver­bän­de an die kom­mu­na­len Mu­se­en.

Hin­ter­grund:
In ei­nem Pro­jekt zur Pro­ve­ni­enz­for­schung in NRW nahm die LVR-Mu­se­ums­be­ra­tung fe­der­füh­rend zu­sam­men mit dem LWL-Mu­se­um­samt in den Jah­ren 2017 bis 2019 be­son­ders klei­ne­re und mit­tel­große Mu­se­en in den Blick. Ge­gen­stand des Pro­jek­tes war die Er­stel­lung ei­nes Kon­zep­tes zur Eta­blie­rung, Sys­te­ma­ti­sie­rung so­wie struk­tu­rel­len Ver­bes­se­rung der Pro­ve­ni­enz­for­schung an den Mu­se­en in Nord­rhein-West­fa­len. Die Pro­jek­t­er­geb­nis­se sind im Pro­jekt­ab­schluss­be­richt „Pro­ve­ni­enz­for­schung in NRW – In­for­ma­tio­nen und Emp­feh­lun­gen für ei­ne sys­te­ma­ti­sche, flä­chen­de­cken­de und nach­hal­ti­ge Pro­ve­ni­enz­for­schung“ pu­bli­ziert, an dem das Deut­sche Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te mit­ge­wirkt hat. Von Be­ginn an war ge­plant, im Rah­men ei­ner Wan­deraus­stel­lung nicht nur die Er­geb­nis­se die­ses Pro­jekts vor­zu­stel­len, son­dern auch nied­rig­schwel­lig und ob­jekt­ba­siert das The­ma Pro­ve­ni­enz­for­schung den Be­su­cher*in­nen na­he­zu­brin­gen.

Kolloquium Provenienzforschung: „Naturkundliche Objekte aus kolonialen Kontexten – Erste Ansätze für die Provenienzforschung zu den Sammlungen des Berliner Botanischen Gartens und Museums”

Das Deut­sche Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te lädt in Ko­ope­ra­ti­on mit CAR­MAH am 5. Ok­to­ber 2020 um 18 Uhr zum Kolloquium Provenienzforschung mit Kat­ja Kai­ser ein. Thema: „Naturkundliche Objekte aus kolonialen Kontexten – Erste Ansätze für die Provenienzforschung zu den Sammlungen des Berliner Botanischen Gartens und Museums”

Am Montag, dem 5. Oktober 2020, um 18 Uhr hält Katja Kaiser (ehem. Doktorandin am Fachbereich Geschichts- und Kulturwissenschaften der Freien Universität Berlin) einen Vortrag zum Thema: „Naturkundliche Objekte aus kolonialen Kontexten – Erste Ansätze für die Provenienzforschung zu den Sammlungen des Berliner Botanischen Gartens und Museums“.
Vortragsabstract: In den Sammlungen des Berliner Botanischen Gartens und Museums befinden sich neben Herbarbelegen, Alkoholpräparaten und Holzproben aus den Kolonien zahlreiche Objekte mit direktem Kolonialbezug wie Kisten für den Pflanzenversand und Fotografien zu botanischen und landwirtschaftlichen Unternehmungen in den Tropen. Der Vortrag gibt einen Überblick über die Institutionen- und Sammlungsgeschichte der Berliner botanischen Einrichtungen und stellt erste Beispiele für die Provenienzforschung zu deren Sammlungen vor.

Die Veranstaltung findet aufgrund der Corona Pandemie als Videokonferenz statt. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei. Aufgrund der begrenzten Kapazität ist die Teilnahme jedoch nur nach vorheriger Anmeldung bis zum 2.10.2020 möglich.

Nach erfolgter Anmeldung erhalten die Teilnehmer/innen am Tag der Veranstaltung die Zugangsdaten Konferenz, welche mit dem Anbieter WebEx durchgeführt wird.

Kontakt

Deutsches Zentrum Kulturgutverluste
Josefine Hannig
Veranstaltungen
Humboldtstraße 12
39112 Magdeburg
Telefon: +49 (0) 391 727 763 23
Telefax: +49 (0)391 727 763 6
E-Mail:

Raub ohne Restitution? Die Justiz und die Rückerstattung von ‘arisiertem’ Vermögen

Die Auseinandersetzungen um Ernst-Ludwig Kirchners „Berliner Straßenszene“ oder um den „Fall Gurlitt“ haben einer breiteren Öffentlichkeit deutlich gemacht, wie präsent die Folgen der massenhaften Plünderung jüdischen Vermögens zwischen 1933 und 1945 noch immer sind. Deutsche Kulturinstitutionen betreiben 75 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und gut 20 Jahre nach der Verabschiedung der Washingtoner Prinzipien zur Rückgabe von Kunstwerken noch immer großflächig Provenienzforschung.

Raub ohne Restitution? Die Justiz und die Rückerstattung von ‚arisiertem‘ Vermögen

Die Auseinandersetzungen um Ernst-Ludwig Kirchners „Berliner Straßenszene“ oder um den „Fall Gurlitt“ haben einer breiteren Öffentlichkeit deutlich gemacht, wie präsent die Folgen der massenhaften Plünderung jüdischen Vermögens zwischen 1933 und 1945 noch immer sind. Wenn deutsche Kulturinstitutionen 75 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und gut 20 Jahre nach der Verabschiedung der Washingtoner Prinzipien zur Rückgabe von Kunstwerken großflächig Provenienzforschung betreiben (müssen), zeugt das nicht zuletzt von einer verschleppten Rückgabe geraubten Kulturguts durch staatliche und private Einrichtungen. Welche Rolle die deutsche Justiz in diesem Zusammenhang gespielt hat, wollen wir auf der 22. Jahrestagung des „Forum Justizgeschichte“ diskutieren. Wir knüpfen damit an unsere Tagung zur Entschädigung NS-Verfolgter von 2017 an.

Die erzwungene Übertragung und fiskalische Konfiszierung jüdischer Unternehmen, Immobilien und Kulturgüter mündete nach Kriegsbeginn in die systematische Vertreibung und Ermordung der europäischen Jüdinnen und Juden. Nach 1945 erließen die Westalliierten zwar Rückerstattungsgesetze, nach denen viele private „Ariseure“ und Unternehmen zur Restitution verpflichtet wurden. Bei der deutschen Bevölkerung und in der Justiz stießen Rückübertragungen aber auf Widerstände. Dabei dürften neben materiellen Interessen auch fortdauernde rassistische Vorurteile gegen vermeintliche „jüdische Ausbeuter“ eine Rolle gespielt haben. Direkte personelle Kontinuitäten gab es vielfach in den Finanzverwaltungen, die im Rahmen der berüchtigten „Aktion 3“ ab 1941 maßgeblich an der Ausplünderung beteiligt waren – und die nun über die Rückgabe des vom Fiskus entzogenen Eigentums entschieden.

In den Behörden wie in den Gerichten wirkten Juristen und Juristinnen an Rückerstattungsprozessen mit, in denen formal um „feststellbare Vermögensgegenstände“, den Eintritt der Verjährung oder die Beweisführung gestritten wurde, während es zugleich um die Anerkennung von Verfolgungsschicksalen ging. Dabei waren im Kontext des „Kalten Kriegs“ Betroffene in den Ostblockstaaten von jedem bundesdeutschen Schadensausgleich ausgeschlossen. Umgekehrt wurden in der DDR keine Individualrechtsgüter restituiert. Nach 1990 konnte die bundesrepublikanische Justiz die Grundsätze des alliierten Rückerstattungsrechts in Ostdeutschland zur Anwendung bringen. Inwieweit diese Chance genutzt worden ist, gehört zu den Fragen, die auf der Tagung beispielhaft untersucht und erörtert werden können.

Der umkämpfte juristische Umgang mit dem NS-Vermögensraub wirft zugleich allgemeinere Fragen auf: Wie ist es bestellt um die Bereitschaft und Fähigkeit zur Restitution in post-diktatorischen (und post-kolonialen) Gesellschaften? Und welche Rolle kann dabei – Stichwort „transitional justice“ – das Rechtssystem spielen?

Die Tagung wird am 27. September 2020 in einer kurzen, kompakten Form mit anschließenden Vortragsabenden digital durchgeführt. Den Zugangslink erhalten Sie bei Anmeldung.

Programm

27. September 2020

09:30 Beginn der Übertragung / Administrative Hinweise
09:45 Begrüßung und Thematische Einführung
10:00 Ingo Müller: Wie Juristen das alliierte Rückerstattungsrecht verdrehten
10:45 Eva Balz: Vergangenheitspolitik und Eigentumspolitik im Kalten Krieg. Das Oberste Rückerstattungsgericht für Berlin
11:30 Pause
11:45 Dorna Hatamlooy: Flucht aus der Rückerstattung. Juristische Auseinandersetzungen in Nordrhein-Westfalen in den 1950er-Jahren

Kontakt

Kolloquium Provenienzforschung: Vortrag von Michael Franz – 2000 – 2020: 20 Jahre Lost Art im Spannungsfeld zwischen Recht und Ethik

Anfang: 21.09.2020
Ort: ausschließlich online
Veranstalter: Deutsches Zentrum Kulturgutverluste in Kooperation mit CARMAH (Centre for Anthropological Research on Museums and Heritage)

Das Deut­sche Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te lädt in Ko­ope­ra­ti­on mit CAR­MAH (Cen­tre for An­thro­po­lo­gi­cal Re­se­arch on Mu­se­ums and He­ri­ta­ge) zur Ver­an­stal­tungs­rei­he „Kol­lo­qui­um Pro­ve­ni­enz­for­schung“ des Deut­schen Zen­trums Kul­tur­gut­ver­lus­te ein. Am Mon­tag, dem 21. Sep­tem­ber 2020, um 18 Uhr hält Mi­cha­el Franz (Lei­ter Fach­be­reich Grund­satz und Ver­wal­tung, Deut­sches Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te) ei­nen Vor­trag zum The­ma: „2000 – 2020: 20 Jah­re Lost Art im Span­nungs­feld zwi­schen Recht und Ethik“.

Vor­trags­ab­stract: In Um­set­zung der „Wa­shing­to­ner Prin­zi­pi­en“ von 1998 und der „Ge­mein­sa­men Er­klä­rung“ von 1999 wur­de vor 20 Jah­ren die Lost Art – Da­ten­bank on­line ge­schal­tet. Der Vor­trag in­for­miert auch an­hand prak­ti­scher Bei­spie­le über das Span­nungs­feld zwi­schen Recht und Ethik, in dem sich Lost Art seit­dem be­wegt. Da­bei wird un­ter an­de­rem deut­lich, dass sich Lost Art in den ver­gan­ge­nen 20 Jah­ren ste­tig wei­ter ent­wi­ckelt hat, um kon­ti­nu­ier­lich Do­ku­men­ta­ti­on und in­ter­na­tio­na­le Trans­pa­renz zu rea­li­sie­ren.

Die Ver­an­stal­tung fin­det auf­grund der Co­ro­na-Pan­de­mie als Vi­deo­kon­fe­renz statt. Die Teil­nah­me an der Ver­an­stal­tung ist kos­ten­frei. Auf­grund der be­grenz­ten Ka­pa­zi­tät ist die Teil­nah­me je­doch nur nach vor­he­ri­ger An­mel­dung bis zum 18.09.2020 mög­lich.
Nach er­folg­ter An­mel­dung er­hal­ten die Teil­neh­mer am Tag der Ver­an­stal­tung die Zu­gangs­da­ten zur Kon­fe­renz, wel­che mit dem An­bie­ter WebEx durch­ge­führt wird.

An­mel­dun­gen an:

Deut­sches Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te
Jo­se­fi­ne Han­nig
Ver­an­stal­tun­gen
Hum­boldt­stra­ße 12
39112 Mag­de­burg
Te­le­fon+49 (0) 391 727 763 23
Te­le­fax+49 (0)391 727 763 6
E-Mailjo­se­fi­ne.han­nig@kul­tur­gut­ver­lus­te.de

Wei­te­re In­for­ma­tio­nen kön­nen dem bei­ge­füg­ten Flyer ent­nom­men wer­den.