Kolloquium Provenienzforschung: „Naturkundliche Objekte aus kolonialen Kontexten – Erste Ansätze für die Provenienzforschung zu den Sammlungen des Berliner Botanischen Gartens und Museums”

Das Deut­sche Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te lädt in Ko­ope­ra­ti­on mit CAR­MAH am 5. Ok­to­ber 2020 um 18 Uhr zum Kolloquium Provenienzforschung mit Kat­ja Kai­ser ein. Thema: „Naturkundliche Objekte aus kolonialen Kontexten – Erste Ansätze für die Provenienzforschung zu den Sammlungen des Berliner Botanischen Gartens und Museums”

Am Montag, dem 5. Oktober 2020, um 18 Uhr hält Katja Kaiser (ehem. Doktorandin am Fachbereich Geschichts- und Kulturwissenschaften der Freien Universität Berlin) einen Vortrag zum Thema: „Naturkundliche Objekte aus kolonialen Kontexten – Erste Ansätze für die Provenienzforschung zu den Sammlungen des Berliner Botanischen Gartens und Museums“.
Vortragsabstract: In den Sammlungen des Berliner Botanischen Gartens und Museums befinden sich neben Herbarbelegen, Alkoholpräparaten und Holzproben aus den Kolonien zahlreiche Objekte mit direktem Kolonialbezug wie Kisten für den Pflanzenversand und Fotografien zu botanischen und landwirtschaftlichen Unternehmungen in den Tropen. Der Vortrag gibt einen Überblick über die Institutionen- und Sammlungsgeschichte der Berliner botanischen Einrichtungen und stellt erste Beispiele für die Provenienzforschung zu deren Sammlungen vor.

Die Veranstaltung findet aufgrund der Corona Pandemie als Videokonferenz statt. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei. Aufgrund der begrenzten Kapazität ist die Teilnahme jedoch nur nach vorheriger Anmeldung bis zum 2.10.2020 möglich.

Nach erfolgter Anmeldung erhalten die Teilnehmer/innen am Tag der Veranstaltung die Zugangsdaten Konferenz, welche mit dem Anbieter WebEx durchgeführt wird.

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Deutsches Zentrum Kulturgutverluste
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Raub ohne Restitution? Die Justiz und die Rückerstattung von ‘arisiertem’ Vermögen

Die Auseinandersetzungen um Ernst-Ludwig Kirchners „Berliner Straßenszene“ oder um den „Fall Gurlitt“ haben einer breiteren Öffentlichkeit deutlich gemacht, wie präsent die Folgen der massenhaften Plünderung jüdischen Vermögens zwischen 1933 und 1945 noch immer sind. Deutsche Kulturinstitutionen betreiben 75 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und gut 20 Jahre nach der Verabschiedung der Washingtoner Prinzipien zur Rückgabe von Kunstwerken noch immer großflächig Provenienzforschung.

Raub ohne Restitution? Die Justiz und die Rückerstattung von ‚arisiertem‘ Vermögen

Die Auseinandersetzungen um Ernst-Ludwig Kirchners „Berliner Straßenszene“ oder um den „Fall Gurlitt“ haben einer breiteren Öffentlichkeit deutlich gemacht, wie präsent die Folgen der massenhaften Plünderung jüdischen Vermögens zwischen 1933 und 1945 noch immer sind. Wenn deutsche Kulturinstitutionen 75 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und gut 20 Jahre nach der Verabschiedung der Washingtoner Prinzipien zur Rückgabe von Kunstwerken großflächig Provenienzforschung betreiben (müssen), zeugt das nicht zuletzt von einer verschleppten Rückgabe geraubten Kulturguts durch staatliche und private Einrichtungen. Welche Rolle die deutsche Justiz in diesem Zusammenhang gespielt hat, wollen wir auf der 22. Jahrestagung des „Forum Justizgeschichte“ diskutieren. Wir knüpfen damit an unsere Tagung zur Entschädigung NS-Verfolgter von 2017 an.

Die erzwungene Übertragung und fiskalische Konfiszierung jüdischer Unternehmen, Immobilien und Kulturgüter mündete nach Kriegsbeginn in die systematische Vertreibung und Ermordung der europäischen Jüdinnen und Juden. Nach 1945 erließen die Westalliierten zwar Rückerstattungsgesetze, nach denen viele private „Ariseure“ und Unternehmen zur Restitution verpflichtet wurden. Bei der deutschen Bevölkerung und in der Justiz stießen Rückübertragungen aber auf Widerstände. Dabei dürften neben materiellen Interessen auch fortdauernde rassistische Vorurteile gegen vermeintliche „jüdische Ausbeuter“ eine Rolle gespielt haben. Direkte personelle Kontinuitäten gab es vielfach in den Finanzverwaltungen, die im Rahmen der berüchtigten „Aktion 3“ ab 1941 maßgeblich an der Ausplünderung beteiligt waren – und die nun über die Rückgabe des vom Fiskus entzogenen Eigentums entschieden.

In den Behörden wie in den Gerichten wirkten Juristen und Juristinnen an Rückerstattungsprozessen mit, in denen formal um „feststellbare Vermögensgegenstände“, den Eintritt der Verjährung oder die Beweisführung gestritten wurde, während es zugleich um die Anerkennung von Verfolgungsschicksalen ging. Dabei waren im Kontext des „Kalten Kriegs“ Betroffene in den Ostblockstaaten von jedem bundesdeutschen Schadensausgleich ausgeschlossen. Umgekehrt wurden in der DDR keine Individualrechtsgüter restituiert. Nach 1990 konnte die bundesrepublikanische Justiz die Grundsätze des alliierten Rückerstattungsrechts in Ostdeutschland zur Anwendung bringen. Inwieweit diese Chance genutzt worden ist, gehört zu den Fragen, die auf der Tagung beispielhaft untersucht und erörtert werden können.

Der umkämpfte juristische Umgang mit dem NS-Vermögensraub wirft zugleich allgemeinere Fragen auf: Wie ist es bestellt um die Bereitschaft und Fähigkeit zur Restitution in post-diktatorischen (und post-kolonialen) Gesellschaften? Und welche Rolle kann dabei – Stichwort „transitional justice“ – das Rechtssystem spielen?

Die Tagung wird am 27. September 2020 in einer kurzen, kompakten Form mit anschließenden Vortragsabenden digital durchgeführt. Den Zugangslink erhalten Sie bei Anmeldung.

Programm

27. September 2020

09:30 Beginn der Übertragung / Administrative Hinweise
09:45 Begrüßung und Thematische Einführung
10:00 Ingo Müller: Wie Juristen das alliierte Rückerstattungsrecht verdrehten
10:45 Eva Balz: Vergangenheitspolitik und Eigentumspolitik im Kalten Krieg. Das Oberste Rückerstattungsgericht für Berlin
11:30 Pause
11:45 Dorna Hatamlooy: Flucht aus der Rückerstattung. Juristische Auseinandersetzungen in Nordrhein-Westfalen in den 1950er-Jahren

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Kolloquium Provenienzforschung: Vortrag von Michael Franz – 2000 – 2020: 20 Jahre Lost Art im Spannungsfeld zwischen Recht und Ethik

Anfang: 21.09.2020
Ort: ausschließlich online
Veranstalter: Deutsches Zentrum Kulturgutverluste in Kooperation mit CARMAH (Centre for Anthropological Research on Museums and Heritage)

Das Deut­sche Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te lädt in Ko­ope­ra­ti­on mit CAR­MAH (Cen­tre for An­thro­po­lo­gi­cal Re­se­arch on Mu­se­ums and He­ri­ta­ge) zur Ver­an­stal­tungs­rei­he „Kol­lo­qui­um Pro­ve­ni­enz­for­schung“ des Deut­schen Zen­trums Kul­tur­gut­ver­lus­te ein. Am Mon­tag, dem 21. Sep­tem­ber 2020, um 18 Uhr hält Mi­cha­el Franz (Lei­ter Fach­be­reich Grund­satz und Ver­wal­tung, Deut­sches Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te) ei­nen Vor­trag zum The­ma: „2000 – 2020: 20 Jah­re Lost Art im Span­nungs­feld zwi­schen Recht und Ethik“.

Vor­trags­ab­stract: In Um­set­zung der „Wa­shing­to­ner Prin­zi­pi­en“ von 1998 und der „Ge­mein­sa­men Er­klä­rung“ von 1999 wur­de vor 20 Jah­ren die Lost Art – Da­ten­bank on­line ge­schal­tet. Der Vor­trag in­for­miert auch an­hand prak­ti­scher Bei­spie­le über das Span­nungs­feld zwi­schen Recht und Ethik, in dem sich Lost Art seit­dem be­wegt. Da­bei wird un­ter an­de­rem deut­lich, dass sich Lost Art in den ver­gan­ge­nen 20 Jah­ren ste­tig wei­ter ent­wi­ckelt hat, um kon­ti­nu­ier­lich Do­ku­men­ta­ti­on und in­ter­na­tio­na­le Trans­pa­renz zu rea­li­sie­ren.

Die Ver­an­stal­tung fin­det auf­grund der Co­ro­na-Pan­de­mie als Vi­deo­kon­fe­renz statt. Die Teil­nah­me an der Ver­an­stal­tung ist kos­ten­frei. Auf­grund der be­grenz­ten Ka­pa­zi­tät ist die Teil­nah­me je­doch nur nach vor­he­ri­ger An­mel­dung bis zum 18.09.2020 mög­lich.
Nach er­folg­ter An­mel­dung er­hal­ten die Teil­neh­mer am Tag der Ver­an­stal­tung die Zu­gangs­da­ten zur Kon­fe­renz, wel­che mit dem An­bie­ter WebEx durch­ge­führt wird.

An­mel­dun­gen an:

Deut­sches Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te
Jo­se­fi­ne Han­nig
Ver­an­stal­tun­gen
Hum­boldt­stra­ße 12
39112 Mag­de­burg
Te­le­fon+49 (0) 391 727 763 23
Te­le­fax+49 (0)391 727 763 6
E-Mailjo­se­fi­ne.han­nig@kul­tur­gut­ver­lus­te.de

Wei­te­re In­for­ma­tio­nen kön­nen dem bei­ge­füg­ten Flyer ent­nom­men wer­den.

 

Podiumsdiskussion und Konferenz des Zentrums zum Kulturgutentzug in der DDR

Je­des Jahr im Spät­herbst ver­an­stal­tet das Deut­sche Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te sei­ne Herbst­kon­fe­renz. 30 Jah­re nach der Wie­der­ver­ei­ni­gung wird sich das Zen­trum in die­sem Jahr the­ma­tisch dem Kul­tur­gut­ent­zug in der DDR wid­men. Mit den Kon­fe­renz­bei­trä­gen möch­ten wir vor al­lem den Blick auf den Bin­nen- und Au­ßen­han­del der DDR mit Kunst und An­ti­qui­tä­ten rich­ten so­wie des­sen Wech­sel­wir­kung mit der staat­li­chen Mu­se­umspo­li­tik.

Die Kon­fe­renz „VEB Kunst – Kul­tur­gut­ent­zug und Han­del in der DDR“ wird am 30. No­vem­ber 2020 in der Deut­schen Aka­de­mie der Na­tur­for­scher Leo­pol­di­na e.V. – Na­tio­na­le Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten in Hal­le/Saa­le ver­an­stal­tet.

Be­reits ei­nen Tag zu­vor, am Nach­mit­tag des 29. No­vem­ber 2020, füh­ren wir in Zu­sam­men­ar­beit mit dem Mit­tel­deut­schen Rund­funk (MDR) ei­ne Po­di­ums­dis­kus­si­on in der Leo­pol­di­na durch, die am 1. De­zem­ber in der Sen­dung MDR KUL­TUR-Werk­statt über­tra­gen wird. Un­ter dem Ti­tel „Ent­eig­net, ent­zo­gen, ver­kauft: Zur Auf­ar­bei­tung der Kul­tur­gut­ver­lus­te in der DDR“ soll be­ant­wor­tet wer­den, wie die Be­wäl­ti­gung des Kul­tur­gut­ent­zugs in der Nach­wen­de­zeit funk­tio­niert hat, was seit­dem ge­leis­tet wur­de und wor­in wei­ter­hin De­si­de­ra­te be­ste­hen. Für die Po­di­ums­dis­kus­si­on konn­ten Ro­land Jahn (Bun­des­be­auf­trag­ter für die Un­ter­la­gen des Staats­si­cher­heits­diens­tes der ehe­ma­li­gen Deut­schen De­mo­kra­ti­schen Re­pu­blik), Ul­ri­ke Lo­renz (Prä­si­den­tin der Klas­sik Stif­tung Wei­mar), Ulf Bi­schof (Rechts­an­walt, Ber­lin) und Uwe Hart­mann (Lei­ter des Fach­be­reichs Pro­ve­ni­enz­for­schung beim Deut­sches Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te) ge­won­nen wer­den.

Das de­tail­lier­te Ta­gungs­pro­gramm er­scheint An­fang Ok­to­ber 2020 auf https://www.kul­tur­gut­ver­lus­te.de. Ab dann be­steht auch die Mög­lich­keit der An­mel­dung.

Bit­te be­ach­ten Sie die fol­gen­den Hin­wei­se: Auf­grund der der­zei­ti­gen Si­tua­ti­on im Hin­blick auf die Co­ro­na-Pan­de­mie kann die Durch­füh­rung der Ver­an­stal­tung nicht ga­ran­tiert wer­den. Zu­dem ist die Teil­neh­mer­zahl der Kon­fe­renz zu­nächst be­grenzt, um den vor­ge­schrie­be­nen Min­destab­stand so­wie die Hy­gie­ne­be­stim­mun­gen nach den ak­tu­el­len Emp­feh­lun­gen ein­hal­ten zu kön­nen. Auch des­halb wird das Deut­sche Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te die Kon­fe­renz li­ve auf sei­ner Web­si­te stre­a­men, um auch die­je­ni­gen In­ter­es­sier­ten zu er­rei­chen, de­nen ei­ne Teil­nah­me vor Ort nicht er­mög­licht wer­den kann. Sie steht zu­dem im An­schluss an die Kon­fe­renz im Rah­men der Ver­an­stal­tungs­do­ku­men­ta­ti­on wei­ter­hin als Stream zur Ver­fü­gung. Au­ßer­dem wird sich der drit­te Band der Schrif­ten­rei­he Pro­ve­ni­re, der 2021 er­scheint, die­ser Ta­gung wid­men.

Über die ak­tu­el­len Ent­wick­lun­gen hin­sicht­lich der Durch­führ­bar­keit der Kon­fe­renz wird auf https://www.kul­tur­gut­ver­lus­te.de in­for­miert.

Call for Papers: Eine Frage der Perspektive. Objekte als Vermittler von Wissenschaft. „JUNGES FORUM FÜR SAMMLUNGS- UND OBJEKTFORSCHUNG“ //WORKSHOP HALLE (SAALE) 2020

„Sobald der Mensch die Gegenstände um sich her gewahr wird, betrachtet er sie in bezug auf sich selbst, und mit Recht.“
Johann Wolfang Goethe sandte am 10. Januar 1798 einen Artikel an Schiller: DER VERSUCH ALS VERMITTLER VON OBJEKT UND SUBJEKT. Gedruckt erschien dieser Aufsatz erstmalig 1823.


Der Blick auf ein Objekt ist individuell und damit immer unterschiedlich. Bei der Objektforschung kommt es also auch auf die Perspektive des Vermittlers oder der Wissenschaftlerin an. Ein bestimmtes Objekt wird wahrscheinlich von einer Naturwissenschaftlerin anders gesehen, bewertet und genutzt als von einem Kulturwissenschaftler. Bei der Objektforschung sind demnach interdisziplinäre Betrachtungen und ergebnisoffene Ansätze wichtig, um neue Erkenntnisse zu generieren und für Forschung und Wissenstransfer nutzbar zu machen.


Vom 14. bis 15. Oktober 2020 findet an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg der fünfte Workshop der Reihe „Junges Forum für Sammlungs- und Objektforschung“ statt. Das Zentralmagazin Naturwissenschaftlicher Sammlungen (ZNS) lädt dazu Doktorandinnen und Doktoranden aller Disziplinen ein, die an und mit Objekten oder Sammlungen arbeiten. Bei diesem Workshop am ZNS steht vor allem die interdisziplinäre Perspektive auf die Objekte im Vordergrund. Die Teilnehmenden haben die Möglichkeit, wissenschaftliche Fragestellungen, Methoden und Ergebnisse darzustellen und mit dem wissenschaftlichen Nachwuchs sowie einem Experten-Team aus unterschiedlichen Fachkulturen zu diskutieren. Von den Referentinnen und Referenten wird erwartet, dass sie bereit sind, ihre Arbeit in einem Team interdisziplinär zu diskutieren und die eigenen Ergebnisse in einer gemeinsamen Online-Publikation darzulegen.


Das Junge Forum für Sammlungs- und Objektforschung
Die Initiative „Junges Forum für Sammlungs- und Objektforschung“ ist ein Kooperationsprojekt der Koordinierungsstelle für wissenschaftliche Universitäts-sammlungen, Berlin, mit vier Universitäten; es wird von der VolkswagenStiftung finanziert. Die Workshopreihe bietet eine besondere Plattform für jüngere Nachwuchs-wissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, um sich fächerübergreifend
miteinander zu vernetzen und Fragen der objektbasierten Forschung insbesondere in
wissenschaftlichen Sammlungen an Hochschulen zu reflektieren.
Zentrales Anliegen ist es, den wissenschaftlichen Nachwuchs dazu anzuregen, mit wissenschaftlichen Sammlungen und Objektbeständen an Hochschulen und Museen zu arbeiten, Objektkompetenz zu erwerben und interdisziplinäre Projekte entwickeln zu lernen.


Informationen
Wir bitten um ein kurzes, maximal einseitiges Abstract für eine 20-minütige Präsentation sowie eine Kurzvita (max. 800 Zeichen) mit Stichworten zu den eigenen Forschungsinteressen an die nachfolgende E-Mail.
Stichtag der Einsendung ist der 01. September 2020
Einsendungen bitte an: (Betreff: „Junges Forum“)
Bei positiver Auswahl Ihres Beitrags wird erwartet, dass ein publizierbares Manuskript zur Forschungsarbeit bis spätestens 15. Januar 2021 vorliegt.


Die Tagungsbeiträge werden von der Gesellschaft für Universitätssammlungen e.V. (GfU) digital publiziert; die Reise- und Übernachtungskosten werden erstattet.


Für weitere Informationen:
• Zum ZNS siehe www.naturkundemuseum.uni-halle.de
• Zur Koordinierungsstelle für wissenschaftliche Universitätssammlungen siehe http://wissenschaftliche-sammlungen.de
• Zu den digitalen Publikationen der Workshopreihe des „Jungen Forums“ siehe https://edoc.hu-berlin.de/junges_forum


Falls weitere Fragen auftreten, wenden Sie sich gerne an


Museum für Haustierkunde / ZNS
Dr. Renate Schafberg
Domplatz 4
06120 Halle (Saale)

Call-for-Papers: “Völkerschau-Objekte”

Die Völkerkundesammlung der Hansestadt Lübeck lädt in Kooperation mit dem Zentrum für Kulturwissenschaftliche Forschung Lübeck und der Gesellschaft für Geographie und Völkerkunde zu einer interdisziplinären Tagung ein, die vom 27. bis 29. Oktober 2020 in Lübeck stattfindet.

Mit dem Begriff „Völkerschau“ wird eine Fülle höchst unterschiedlicher Präsentationen von Menschen fremdkultureller Herkunft bezeichnet, die meist vor 1945 stattfanden. Das Spektrum dieser Veranstaltungen reicht von den vieldiskutierten Völkerschauen des Hamburger Zoo-Unternehmers Hagenbeck und Zirkustourneen, über „Eingeborenendörfer“ auf Kolonialschauen und Weltausstellungen bis hin zu lokalen Auftritten von Indigenen in Theatern, Gasthöfen oder Schaubuden auf Volksfesten. In der bisherigen Forschung ist primär die Bedeutung der größeren Völkerschauen im Kontext des Kolonialismus und Rassismus herausgearbeitet worden, wobei die Opferrolle der zur Schau gestellten besondere Betonung fand. Einige neuere Studien bemühen sich auch um eine differenzierte Darstellung der Agency der Indigenen, indem sie deren Sichtweisen, ihren Motivationen und Handlungsspielräumen im Rahmen solcher Veranstaltungen nachspüren. Dabei beschränkt sich die Völkerschau-Forschung weitgehend auf Bild- und Textquellen.

Tatsächlich existiert in deutschen Museen eine Reihe von ethnographischen und naturkundlichen Sammlungen, die in ihrer Provenienz mit solchen Veranstaltungen verknüpft sind. Im Rahmen dieser Tagung soll erstmalig ein Überblick über diese Bestände gegeben und Möglichkeiten einer interdisziplinären Erforschung solcher „Völkerschau-Objekte“ diskutiert werden.

Uns interessieren sowohl Ethnographica oder Naturalien, die während der Anwerbungsreisen in den betreffenden Ländern gesammelt wurden, als auch Objekte, die von den Indigenen erst während der Schauen produziert, verwendet oder verkauft wurden. Wie die Reisen der Brüder Jakobsen an der nordamerikanischen Nordwestküste in den 1880er Jahren belegen, wurden z.T. schon im Rahmen der Anwerbung von Indigenen in den Herkunftsländern umfangreiche Sammlungen gezielt für den Verkauf an Museen angelegt. Solche Sammlungsreisen ließen sich als eine Art Forschung darstellen. Und auch die Völkerschauen selbst erhoben den Anspruch, einen Bildungsauftrag zu erfüllen. Die Indigenen wurden während ihrer Tourneen häufig von Wissenschaftlern befragt, fotografiert und anthropologisch vermessen. Im Falle ihres Ablebens konnten sogar ihre Schädel in medizinischen und musealen Sammlungen enden. Weithin unbeachtet geblieben ist hingegen, dass die Indigenen bisweilen auch Übersetzungsarbeiten oder die Interpretation von Exponaten für die Museen leisteten, die somit ebenfalls in die Kategorie „Völkerschau-Objekte“ fallen. Ohne die kolonialen Machtverhältnisse in Abrede stellen zu wollen erscheint es daher angebracht, Völkerschauen auch als einen Wissensraum zu betrachten und die Rolle der Indigenen bei der Produktion musealen Wissens zu würdigen.

Eine Sektion der Tagung wird sich der Sammlung Jakobsen widmen, die heute auf verschiedene Museen verstreut ist. Darüber hinaus sind Angehörige aller anderen Museen im deutschsprachigen Raum, etablierte Fachleute an den Universitäten sowie der wissenschaftliche Nachwuchs herzlich eingeladen, sich mit einer Vorstellung ihrer Bestände oder den Ergebnissen ihrer Forschungen rund um diese Thematik an unserer Tagung zu beteiligen. Dies schließt ausdrücklich auch naturkundliche Sammlungen mit ein, die z. B. präparierte Tiere oder Pflanzen bewahren, welche während solcher Schauen zusammen mit den Indigenen präsentiert wurden.
Besonderes Interesse gilt dabei Fragen nach der Provenienz und der indigenen Agency, die solche „Völkerschau-Objekte“ reflektieren. Welche Funktion hatten die Objekte in den Herkunftsgemeinschaften? Wurden sie speziell für den Verkauf nach Europa geschaffen? Unter welchen Bedingungen wurden sie produziert oder gesammelt? Auch weitere Aspekte ihrer Objektbiographien und ihrer sich wandelnden Bedeutungen, etwa im Rahmen ihrer Rezeption in Ausstellungen und Veröffentlichungen sind von Interesse. Inwiefern taugen solche Objekte als historische oder ethnographische Quellen? In welcher Form und mit welcher Zielsetzung könnten Sie in einer zeitgemäßen Ausstellung präsentiert werden? Und last but not least: Welche Bedeutung kommt diesen Objekten aus Sicht der Nachfahren ihrer Ursprungsgemeinschaften zu und was spricht für oder gegen eine Restitution?

Die Tagung beginnt am Abend des 27. Oktober 2020 im großen Saal der Gemeinnützigen (Königstr. 5) mit einem an eine breite Öffentlichkeit adressierten Doppelvortrag von Dr. Hilke Thode-Arora und Dr. Lars Frühsorge mit einer allgemeinen Einführung in das Thema der Völkerschauen und deren lokalspezifischer Ausprägung in Lübeck. Das weitere Tagungsprogramm findet an den folgenden Tagen im Zentrum für Kulturwissenschaftliche Forschung Lübeck (Königstr. 42) statt.

Alle Interessenten werden gebeten, kurze Zusammenfassungen im Umfang von bis zu 2.000 Zeichen und einer kurzen biographischen Notiz von bis zu 500 Zeichen einzureichen. Senden Sie diese bitte bis zum 1. September 2020 an den Leiter der Völkerkundesammlung Dr. Lars Frühsorge ().

Kontakt

Dr. Lars Frühsorge
Völkerkundesammlung
Großer Bauhof 14
23552 Lübeck

Tel.: 0451 122 4340

Master Provenienzforschung und Geschichte des Sammelns mit Ergänzungsbereich, Universität Bonn

Provenienz: ein zunehmend wichtiges Thema

NS-Raubkunst, Cornelius Gurlitt, koloniale Kulturgüter – diese und andere Themen haben dazu geführt, dass Provenienzforschung in den Fokus des öffentlichen wie auch fachlichen Interesses gerückt ist. Provenienzforschung untersucht die Herkunft und (Besitz-)Geschichte von Kulturgütern im jeweiligen historischen Kontext. Sie gehört seit jeher zum Methodenkanon der Kunstwissenschaft, etwa im Zusammenhang mit Sammlungsgeschichte sowie Zuschreibungs- und Echtheitsfragen. Seit rund 20 Jahren wird in Deutschland verstärkt nach NS-Raubgut geforscht, in vielen Fällen ist es zu Restitutionen an die rechtmäßigen Eigentümer gekommen. Zudem rücken weitere Unrechtskontexte, in denen Kunst- und Kulturgüter entzogen wurden, mehr und mehr ins Zentrum der wissenschaftllichen Forschungen, wie zum Beispiel die frühere sowjetische Besatzungszone und die DDR sowie die ehemaligen deutschen Kolonien. Damit verbunden ist ein weltweit wachsendes Bewusstsein für das Kulturerbe (»Cultural Heritage«), dessen Definition und Schutz.

Neuer Masterstudiengang in Bonn

Der neue Masterstudiengang »Provenienzforschung und Geschichte des Sammelns« an der Universität Bonn hat sich zum Ziel gesetzt, Studierende für diesen dynamischen Forschungsbereich zu qualifizieren. Provenienzforschung wird hier als epochenübergeifende, transdisziplinäre Kontextforschung verstanden, die die Vielschichtigkeit der Werte aufzeigt, die Kunst und Kulturgütern in verschiedenen Gesellschaften, sozialen Konstellationen und auch von Individuen zugesprochen werden. Eng verbunden ist damit die Geschichte des privaten und institutionellen Sammelns, die einen weiteren Schwerpunkt des Studiengangs bildet. Die Lehrveranstaltungen nehmen alle Epochen und europäische wie auch außereuropäische Regionen in den Blick. Der im Fach Kunstgeschichte angesiedelte Studiengang wird von der im Jahr 2018 eingerichteten transdiziplinären Forschungsstelle Provenienzforschung, Kunst- und Kulturgutschutzrecht angeboten. Diese umfasst zwei kunsthistorische Professuren und eine juristische Professur sowie mehrere wissenschaftliche Mitarbeiter/innen. Das Team der Lehrenden ist international besetzt und hinsichtlich seiner Größe und unterschiedlichen Fachkompetenzen weltweit einzigartig. Die Lehrveranstaltungen im Pflichtbereich sind speziell für den Masterstudiengang konzipiert und werden durch die in dieser Disziplin langjährig erfahrenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gelehrt.

Interdisziplinär und praxisorientiert

Der Pflichtbereich des Studiengangs setzt sich aus vier Modulen im Bereich Kunstgeschichte sowie dem wissenschaftlichen Kolloquium und zwei Modulen im Bereich Rechtswissenschaften zusammen. Neben grundlegendem Wissen zur Provenienzforschung und zum Bürgerlichen Recht im ersten Semester wird in den folgenden Semestern in Veranstaltungen zur Translokation von Kunst- und Kulturgütern, zur Geschichte des Sammelns und des Kunstmarktes sowie zu Rechtsfragen des Kunsthandels und Kulturgutschutzes Fachwissen vertieft und in den Zusammenhang komplexer kunsthistorischer, historischer und juristischer Fragen gestellt. Zentral für den Studiengang ist das Modul »Provenienzforschung in der Praxis«, das eine mehrtägige Exkursion, die Möglichkeit für ein mehrwöchiges Praktikum sowie eine praktische Übung in Kooperation mit unseren Partnerinstitutionen umfasst. Neben den Pflichtmodulen beinhaltet der Studiengang einen Ergänzungsbereich, mit dem die Studierenden einen besonderen thematischen Schwerpunkt legen können. Fünf abgestimmte Modulkombinationen stehen als Ergänzungsbereich zur Verfügung, mit einem jeweiligen Fokus auf Kunstgeschichte, Geschichte, Museumsstudien, Kultursoziologie, Postkolonialismus und VWL (ab WS 2010/21). Alternativ können die Wahlpflichtmodule auch nach individuellen Interessen ausgesucht und belegt werden.

Studienort Bonn

Die Universität Bonn zählt zu den größten und renommiertesten Lehr- und Forschungseinrichtungen Deutschlands. Das Kunsthistorische Institut ging aus dem ersten offiziellen Lehrstuhl für Kunstgeschichte der Welt hervor und beherbergt die größte kunsthistorische Fachbibliothek an deutschen Universitäten. Mit derzeit sieben Professuren, drei Assistenten- sowie weiteren Mitarbeiterstellen wird das Fach Kunstgeschichte in seiner gesamten Breite vertreten. Darüber hinaus liegt Bonn im kulturellen Herzen Europas: Bedeutende kulturelle Institutionen und Museen befinden sich in Bonn oder in der Umgebung.

Zugangsvoraussetzungen und studiengangspezifische Anforderungen

Zugangsvoraussetzung ist ein erster berufsqualifizierender Hochschulabschluss in Kunstgeschichte oder in einem verwandten Fach mit mindestens 60 Leistungspunkten im Fach Kunstgeschichte. Die Unterrichtssprache ist Deutsch. Englischkenntnisse (B2) werden vorausgesetzt, eine weitere Fremdsprache wird empfohlen. Für den Ergänzungsbereich Postkolonialismus sind zusätzlich Spanischkenntnisse (A2) Voraussetzung.

Bewerben

Der Studiengang beginnt jeweils zum Wintersemester. Für das Wintersemester 2020/21 können Sie sich in der Zeit vom 4. bis zum 31. Mai sowie vom 24. bis zum 31. August 2020 bewerben. Die Bewerbung erfolgt online unter: masterapplication.uni-bonn.de. Bei Fragen zum Bewerbungsverfahren kontaktieren Sie bitte:

Dr. Stefan Plasa

Telefon: 0228/73-60559

E-Mail:

Studiengangsstruktur

Informieren

Wenden Sie sich bei Fragen gerne an uns:

Jun.-Prof. Dr. des. Ulrike Saß

Juniorprofessorin für Kunsthistorische Provenienzforschung

Telefon: 0228/73-5692

E-Mail:

Prof. Dr. Matthias Weller, Mag. rer. publ.

Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Professur für Bürgerliches Recht, Kunst- und Kulturgutschutzrecht

Telefon: 0228/73-9251

E-Mail:

Prof. Dr. Christoph Zuschlag

Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Professur für Kunstgeschichte der Moderne und der Gegenwart (19. – 21. Jahrhundert) mit Schwerpunkt Provenienzforschung / Geschichte des Sammelns

Telefon: 0228/73-7523

E-Mail:

Verlängerung der Ausstellung im Bomann-Museum Celle: Suche nach Herkunft. NS-Raubkunst im Bomann-Museum?!

  1. Juli 2019 – 29. März 2020 verlängert bis 13. September 2020

 

Die Sonderausstellung zu ausgewählten Ergebnissen aus drei Jahren Provenienzforschung ist verlängert bis zum 13. September 2020

 

2016 begann das Bomann-Museum mit Unterstützung des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste die systematische Überprüfung der Sammlungszugänge aus den Jahren 1933 bis 1945. Entsprechend der Vielseitigkeit der Celler Sammlung sind sehr unterschiedliche Objektgruppen zu untersuchen. Dabei ist detektivischer Spürsinn gefragt, um die Herkunft so weit wie möglich zu klären. Dies kann sehr zeitintensiv sein und nicht immer gelingt unmittelbar eine lückenlose Rekonstruktion der Objektbiografie. Zahlreiche Quellen sind dabei zu sichten: angefangen von den Spuren auf dem jeweiligen Objekt über die Dokumentation im eigenen Haus bis hin zu Unterlagen in Archiven im In- und Ausland.

Die Ausstellung vermittelt einen Überblick über wichtige Ergebnisse, aber auch Herausforderungen bei der bisherigen Forschungsarbeit. Sie beleuchtet sowohl die Zugänge aus lokalem jüdischem Besitz nach 1933 als auch Erwerbungen aus dem Kunsthandel, insbesondere bei Hans W. Lange in Berlin. Darunter konnten bisher mehrere Objekte identifiziert werden, die infolge des systematischen NS-Kunstraubs in Europa enteignet wurden, unter anderem in den Niederlanden und Frankreich. Zwei 1943 erworbene Gemälde gehörten zuvor zur Sammlung des Hitler-Fotografen Heinrich Hoffmann. Diese und weitere Fälle sowie die spannenden Recherchewege können in der Ausstellung anschaulich nachvollzogen werden.

Anfang März 2020 wurde ein neuer Ausstellungsteil zu textilen Erwerbungen hinzugefügt, der vor der zwischenzeitlichen Schließung aufgrund der Corona-Krise nur wenige Tage gezeigt werden konnte. Seit dem 7. Mai sind das Museum und die Ausstellung nun wieder geöffnet. Im Museum sind die derzeit üblichen Hygienestandards (Tragen ein Mund-Nasen-Bedeckung und Abstand von mindestens 1,5 Meter zu anderen Personen) zu beachten, um einen sicheren Besuch zu ermöglichen. Da öffentliche Führungen derzeit nicht möglich sind, wird die Ausstellung durch digitale Angebote ergänzt.

 

Deutsches Zentrum Kulturgutverluste lädt zum “Kolloquium Provenienzforschung” am 23.3.2020

02.03.2020

Das Deut­sche Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te lädt in Ko­ope­ra­ti­on mit CAR­MAH (Cen­tre for An­thro­po­lo­gi­cal Re­se­arch on Mu­se­ums and He­ri­ta­ge) zur Ver­an­stal­tungs­rei­he „Kol­lo­qui­um Pro­ve­ni­enz­for­schung“ des Deut­schen Zen­trums Kul­tur­gut­ver­lus­te ein. Am Mon­tag, dem 23. März 2020, um 18 Uhr hält Na­di­ne Bau­er, Pro­ve­ni­enz­for­sche­rin, ei­nen Vor­trag zum The­ma: „”Ei­ne wirk­li­che Nutz­nie­ße­rin der Na­zis” – Ver­or­tung der Kunst­händ­le­rin Ma­ria Diet­rich“.

Der Vor­trag wird Grund­la­gen zur Bio­gra­fie Ma­ria Diet­richs und ih­rer Ga­le­rie Al­mas ver­mit­teln und gleich­zei­tig auf­zei­gen, wel­che De­si­de­ra­te hin­sicht­lich ih­rer kunst­händ­le­ri­schen Tä­tig­keit be­ste­hen. Es soll zu­dem nach­ge­zeich­net wer­den, wie sich Diet­rich von ei­ner me­dio­ke­ren Münch­ner Kunst- und An­ti­qui­tä­ten­händ­le­rin in­ner­halb we­ni­ger Jah­re hin zur Hauptein­käu­fe­rin für Hit­ler und des­sen „Son­der­auf­trag Linz“ ent­wi­ckel­te. Am En­de steht die Fra­ge, in­wie­fern die aus Diet­richs Spruch­kam­merak­te stam­men­de Be­wer­tung ‚Nutz­nie­ße­rin der Na­zis‘ aus dem Jahr 1947 heu­te noch Gül­tig­keit be­sitzt.

Die Ver­an­stal­tung fin­det im Cen­tre for An­thro­po­lo­gi­cal Re­se­arch on Mu­se­ums and He­ri­ta­ge, In­sti­tut für Eu­ro­päi­sche Eth­no­lo­gie, Hum­boldt-Uni­ver­si­tät zu Ber­lin, Moh­ren­stra­ße 40/41, in 10 117 Ber­lin, in Raum 408 (4. Stock) statt.

Auf­grund der be­grenz­ten An­zahl von Plät­zen möch­ten wir Sie bit­ten, sich un­ter der fol­gen­den E-Mail-Adres­se bis zum 20.03. an­zu­mel­den:

Deut­sches Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te
Jo­se­fi­ne Han­nig
Ver­an­stal­tun­gen
Hum­boldt­stra­ße 12
39112 Mag­de­burg
Te­le­fon+49 (0) 391 727 763 23
Te­le­fax+49 (0)391 727 763 6
E-Mailjo­se­fi­ne.han­nig@kul­tur­gut­ver­lus­te.de

WORKSHOP NS-Raubkunst: Neue interdisziplinäre Perspektiven in der Provenienzforschung und der Restitutionspraxis im deutsch-französischen Kontext

DIENSTAG, 10. MÄRZ 2020| AB 13 UHR | KONFERENZRAUM
ADENAUERALLEE 35 53113 BONN


Anmeldung:
• Der Workshop wird auf Französisch und Deutsch abgehalten (Simultanübersetzung durch einen Dolmetscherservice)
• Verbindliche Anmeldung – Name, Vorname, Institution (freiwillig) – bitte bis zum 03. März 2020 an:
• Die Teilnehmer sind ab 21:15 Uhr zu einem Buffet eingeladen

Programm:
Grußworte (13 Uhr-13:30 Uhr)
– Dr. habil. Landry Charrier (Hochschulattaché der französischen Botschaft; Leiter des Institut français Bonn)
– Jérôme Bénézech (Direktor der Commission pour l’indemnisation des victimes de spoliation)
– Sophie Leschick (Wissenschaftliche Referentin, Deutsches Zentrum Kulturgutverluste)
– Prof. Volker Kronenberg (Dekan der Philosophischen Fakultät, Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn)


1- Forschen und sich erinnern (13:30 Uhr-14:45 Uhr)
– Mattes Lammert (TU Berlin): Die vergessenen Erwerbungen der Berliner Museen auf dem Pariser Kunstmarkt während der Besatzungszeit 1940-1944
– Margaux Dumas (Paris-Diderot): Raubkunst auf den ersten Blick: Von materiellem Wert und der Herausforderung der Erinnerung
Moderation: Julien Acquatella (CIVS, Berlin)
(14:45 Uhr: Kaffeepause)


2- Biographische Ansätze: die Akteure der Enteignung von NS-Raubgütern (15:15 Uhr-16:30 Uhr)
– Jun-Prof. Ulrike Saß (Bonn): Wilhelm Grosshennig in Paris. Erwerbungen des Kunsthändlers während der deutschen Besatzung
– Dr. Britta Olényi von Husen (Köln): Theo Hermsen jr. – ein niederländischer Agent zu Zeiten der Besatzung in Paris
Moderation: David Zivie (M2RS, Paris)
(16:30 Uhr: Kaffeepause)


3- Die Praxis der Restitution (16:45 Uhr-18:15 Uhr)
– Emily Löffler (Leipzig): Über 1945 hinaus. Überlegungen zur Geschichte der Rückgabe von Kunstwerken nach dem Zweiten Weltkrieg: Bestandsaufnahme und Forschungsperspektiven
– Johannes von Lintig (Bonn): Der Begriff des Vermögensentzugs, ein Vergleich zwischen Frankreich und Deutschland
Moderation: Dr. Ines Rotermund-Reynard (INHA, Paris)
(18:15 Uhr: Pause)


4- Die Rekonstruktion von Familiengeschichten durch Restitution? (18:45 Uhr-19:15 Uhr)
– Dialog zwischen Vanessa von Kolpinski und Diego Gradis, Moderation: Prof. Liliana Ruth Feierstein (Humboldt-Universität zu Berlin)


5- Wie wird heute Provenzienforschung gelehrt? (19:15 Uhr-19:30 Uhr)
– Studierende der Universität Lyon III berichten (mit Unterstützung von Prof. Christine Breeur, Prorektorin für Personalmanagement und Sozialen Dialog)
(19:30 Uhr: Pause)


6- Festvortrag: Beate Klarsfeld: Kunst im Ruch der Krematorien (20 Uhr-21:15 Uhr)
– Grußwort: I.E. Anne-Marie Descôtes (Botschafterin Frankreichs in Deutschland)
Prof. Michael Hoch (Rektor der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität
Bonn)


7- Empfang (21:15 Uhr-22 Uhr)