“Pasang Surut. Provenance Research as a Decolonisation Tool and Trajectories of Restitution”

Hannover, 09./10.06.2026 // Unter dem Titel „Pasang Surut“ fand vom 9. bis 10. Juni eine internationale Konferenz im Niedersächsischen Landesmuseum Hannover statt, auf der die Ergebnisse des von der Stiftung Deutsches Zentrum Kulturgutverluste geförderten Verbundprojekts zur Erforschung kolonialzeitlicher Sammlungen aus Indonesien in Niedersachsen präsentiert und diskutiert wurden. Auf Einladung des Netzwerks Provenienzforschung in Niedersachsen und des Museumsverbands für Niedersachsen und Bremen e. V. kamen mehr als 45 deutsche, indonesische und niederländische Wissenschaftler:innen und Politiker:innen zusammen, um über die deutsch-niederländisch-indonesische Verflechtungsgeschichte in den Dialog zu treten.

Der indonesische Ausdruck „Pasang Surut“ bedeutet „Ebbe und Flut“. Für die indonesischen Bestände aus kolonialen Kontexten soll damit auf die Bewegungen der Sammlungen und den Austausch von Menschen, Wissen, Ideen und Objekten über Kontinente, Ozeane und Grenzen hinweg verwiesen werden. Diese Zirkulation prägte die Entstehung kolonialer Sammlungen im langen 19. Jahrhundert auch in Niedersachsen. Die Provenienzforschung zu diesen Beständen bietet das Potential neue Wege der Transparenz zu eröffnen, mit indonesischen und niederländischen Expert:innen in einen Dialog zu treten und Partnerschaften zu etablieren.

Genau hier setzte die Konferenz im Rahmen des Forschungsprojekts „Koloniale Sammlungen aus Indonesien in Niedersachsen: Eine deutsch-niederländisch-indonesische Verflechtungsgeschichte“ (https://kulturgutverluste.de/projekte/kolonialzeitliche-sammlungen-aus-indonesien-niedersachsen-eine-deutsch-niederlaendisch) an, welche von der Stiftung Deutsches Zentrum Kulturgutverluste finanziert und vom Museumsverband für Niedersachsen und Bremen e. V. (MVNB) in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk für Provenienzforschung in Niedersachsen initiiert und koordiniert wird. Das Projekt untersucht Bestände aus der Kolonialzeit in acht Museen und Sammlungen in Niedersachsen, die etwa 1.450 ethnografische und 300 naturhistorische Objekte sowie menschliche Überreste umfassen.

In seinem Grußwort unterstrich der stellvertretende Botschafter der indonesischen Vertretung in Berlin, Herr Fajar Wirawan Harijo, die Bedeutung der Aufarbeitung der indonesisch-deutschen kolonialen Vergangenheit. Der Kulturattaché der indonesischen Botschaft

Die internationale Konferenz „Pasang Surut“ versammelte Wissenschafts- und Sammlungsexpert:innen sowie relevante Akteur:innen aus der Kulturpolitik aus Indonesien, Deutschland und den Niederlanden, um das transformative Potenzial der postkolonialen Provenienzforschung als Beitrag zu Prozessen der Wiederannäherung und Dekolonialisierung miteinander auszuloten.

In einer Zeit, in der die Provenienzforschung zu einem zentralen Bestandteil der Auseinandersetzung mit dem kolonialen Erbe geworden ist, ging die Konferenz auch der Frage nach, wie Forschungsmethoden kritisch reflektiert und neu ausgerichtet werden können.

Gruppenfoto, © Kerstin Schmidt, Niedersächsisches Landesmuseum Hannover.

Erschienen – Band 7 der Reihe Veröffentlichungen des Netzwerks Provenienzforschung in Niedersachsen

Der Band versammelt die Beiträge der Konferenz „Pflanzen – Tiere – Menschen: Präparieren, Konservieren, Ausstellen. ‚Doing Objects‘ in historischer und aktueller Perspektive“, die im Oktober 2024 an der Georg-August-Universität Göttingen veranstaltet wurde. Die als Kooperation des Lehrstuhls für Mittlere und Neuere Geschichte der Georg-August-Universität Göttingen und des Netzwerks Provenienzforschung in Niedersachsen durchgeführte Konferenz wurde durch Mittel des Programms „zukunft.niedersachsen“ gefördert. Ziel war es, Akteur:innen mit unterschiedlichen Perspektiven, darunter Kultur- und Naturwissenschaftler:innen, Präparator:innen und Restaurator:innen, zu versammeln, um Debatten zum Umgang mit Präparationen und Modellen auf Basis menschlicher, tierischer und pflanzlicher Materialität zu diskutieren. Zudem wurden bislang kaum beachtete, thematische Überschneidungen hinsichtlich konservatorischer Praktiken wie dem „Doing Objects“ in historischer und aktueller Perspektive ausgelotet.

Unter folgendem Link kann der Band heruntergeladen werden: https://books.ub.uni-heidelberg.de/arthistoricum/catalog/book/1560

Buch von Dr. Heinrich Klang restituiert

Die Stadtbibliothek Hannover hat im April das Buch „Hermann Lotze in seiner Stellung zu der durch Kant begründeten neuesten Geschichte der Philosophie. Eine kritisch-historische Studie.“ (1883) aus dem Eigentum von Dr. Heinrich Klang an seine Erben zurückgeben.

Zur Person

Dr. Heinrich Klang wurde am 15. April 1875 in Wien als Sohn des Generaldirektors Dr. James Klang und seiner Ehefrau Karoline, geb. Rooz geboren. Er studierte Rechts- und Staatswissenschaften an der Universität Wien und wurde 1897 promoviert. Anschließend war er als Jurist unter anderem am Landesgericht Wien tätig. Parallel zu seiner richterlichen Tätigkeit habilitierte er sich 1923 und arbeitete seitdem auch als Privatdozent für bürgerliches Recht und ab 1925 als außerordentlicher Professor an der Universität Wien. Im selben Jahr wurde er als Richter an das Oberlandesgericht Wien berufen. Politisch engagierte sich Klang in der Bürgerlich-Demokratischen Partei (BDP).

Nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich 1938 verlor Klang aufgrund seiner jüdischen Herkunft seine Stelle als Richter sowie seine Lehrbefugnis. Angesichts der zunehmenden Verfolgung sah er sich gezwungen, einen Teil seines Eigentums samt seiner Bibliothek unter anderem an das Antiquariat Alfred Wolf unter Wert zu veräußern und unternahm mehrere erfolglose Versuche, ins Ausland zu fliehen. 1942 wurde Klang in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert.

Er überlebte und kehrte nach Wien zurück. Dort wurde er 1947 zum Vorsitzenden der Obersten Rückstellungskommission berufen. Zudem wirkte er nach Kriegsende als Senatspräsident am Obersten Gerichtshof und konnte seine Lehrtätigkeit an der Universität Wien wiederaufnehmen. Klang starb am 22. Januar 1954 in Wien.

Provenienz des Buches

Die Stadtbibliothek kaufte Heinrich Klangs Buch 1944 von dem Wiener Antiquariat Alfred Wolf. Das Buch enthält die von Alfred Wolf eingetragene Nummernkombination „39/25“, die auf Bücher aus der Sammlung Heinrich Klangs verweist. Daneben ist das in der Stadtbibliothek aufgefundene Buch in den gleichen Einband eingebunden und mit der gleichen in Gold geprägten Signatur versehen, wie drei in der Zentral- und Landesbibliothek Berlin aufgefundene Bände, die eindeutig Heinrich Klangs Bibliothek zugeordnet und als NS-Raubgut identifiziert worden sind.

Bereits im Jahr 2022 hatten acht österreichische und deutsche Bibliotheken Teile der Privatbibliothek von Heinrich Klang an dessen Erben restituiertAngesichts des Wirkens von Heinrich Klang als Richter des Oberlandesgerichts Wien und des Obersten Gerichtshofs hatte sich der Erbe entschlossen, einen Großteil der Werke der Bibliothek des österreichischen Obersten Gerichtshofs zu schenken.

Dr. Heinrich Klangs restituiertes Buch in der Provenienzdatenbank Looted Cultural Assets: Otto Caspari: Hermann Lotze in seiner Stellung zu der durch Kant begründeten neuesten Geschichte der Philosophie. Eine kritisch-historische Studie. Breslau: Trewendt 1883.

Zu den geförderten Projekten: 

Stellenausschreibung Pressesprecher:in / Leitung des Fachbereichs „Medien und Kommunikation“ (m/w/d)

Arbeitsort: Magdeburg

Bei der Stiftung Deutsches Zentrum Kulturgutverluste ist ab dem 01.06.2026 die Stelle 

Pressesprecher:in / Leitung des Fachbereichs „Medien und Kommunikation“ (m/w/d) 

unbefristet in Vollzeit zu besetzen. Der Arbeitsort ist Magdeburg.

Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste ist eine Stiftung bürgerlichen Rechts mit Sitz in Magdeburg, die zum 1. Januar 2015 vom Bund, den Ländern und den kommunalen Spitzenverbänden gegründet wurde. Zweck der Stiftung ist vor allem die Förderung von Wissenschaft und Forschung im Hinblick auf Kulturgutverluste (insbesondere sogenanntes „NS-Raubgut“). Daneben zählen auch der Umgang mit kriegsbedingt verbrachten Kulturgütern, Kulturgutverlusten in der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR sowie Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten zu den Handlungsfeldern. Weitere Informationen zur Stiftung finden Sie unter www.kulturgutverluste.de.

Das Aufgabengebiet umfasst insbesondere: 

  • Selbständige Konzeption, Planung und Umsetzung der gesamten Presse-, Medien- und Öffentlichkeitsarbeit einschließlich Publikationen und Veranstaltungen 
  • Vorausschauende Identifikation für die Arbeit der Stiftung relevanter öffentlichkeitswirksamer nationaler und internationaler Themen sowie proaktive Themenplanung und Platzierung in relevanten Medien im In- und Ausland 
  • Bearbeitung und Koordination medialer Anfragen aus dem In- und Ausland 
  • Eigenständiges Verfassen von Pressemitteilungen, Beiträgen zu öffentlichen Diskursen, Reden und Grußworten in enger Abstimmung mit den fachlich zuständigen Bereichen des Zentrums 
  • Aufbau und aktive Pflege von Mediennetzwerken zu den Themen der Stiftung  
  • Pflege und Weiterentwicklung der Corporate Identity und des Corporate Designs 
  • Unterstützung der Fachbereiche bei der Konzeption und Betreuung wissenschaftlicher Publikationen  
  • Beratung des Vorstands in Kommunikationsfragen 

Anforderungen: 

  • Abgeschlossenes wissenschaftliches Hochschulstudium (Master, Diplom, Magister)
    o im Bereich Kommunikationswissenschaften, Journalismus, Politikwissenschaft oder vergleichbar bzw. 
    o im Bereich Germanistik, Geschichte, Kunstgeschichte oder Kulturwissenschaft  
  • Mehrjährige Erfahrung in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, im Journalismus oder in der Unternehmenskommunikation 
  • Ausgezeichnete schriftliche und mündliche Ausdrucksfähigkeit in Deutsch und Englisch (verhandlungssicher in Wort und Schrift) 
  • Erfahrung im Umgang mit politisch oder gesellschaftlich sensiblen Themen des In- und Auslands insbesondere im Hinblick auf die stiftungsbezogenen Aufgaben  
  • Affinität und gute Kenntnisse der Zeitgeschichte sowie der aktuellen Debatten, jeweils in Bezug auf die Arbeitsbereiche des Zentrums 
  • Erfahrung in der Konzeption und Realisierung von Veranstaltungen sowie wissenschaftlicher Publikationen (redaktionell, organisatorisch, technisch) 
  • Anwendungssichere Kenntnisse und routinierter Umgang mit gängigen Office Anwendungen sowie digitalen Tools der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit  
  • Kenntnisse im Umgang mit Content Management Systemen wünschenswert 
  • Kommunikationsstärke sowie sicheres und verbindliches Auftreten in Verbindung mit ausgeprägter fachlicher, politischer und gesellschaftlicher Sensibilität 
  • Selbständige, strukturierte und lösungsorientierte Arbeitsweise 
  • Mehrjährige Erfahrung in der Führung eines Teams

Wir bieten: 

  • Mitarbeit in einem interessanten und politisch sensiblen Aufgabengebiet 
  • Vergütung nach E 14 TVöD (Bund), sofern die persönlichen Voraussetzungen erfüllt sind 
  • Flexible Modelle der Arbeitszeitgestaltung und des mobilen Arbeitens

Schwerbehinderte Bewerber:innen werden bei gleicher fachlicher Eignung bevorzugt berücksichtigt. Das Zentrum gewährleistet die berufliche Gleichstellung aller Geschlechter. 

Bitte senden Sie Ihre vollständigen und aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen (Lebenslauf, Zeugnisse, Beurteilungen, fachliche Nachweise) unter Angabe der Kennziffer 2026-01 bis zum 10.05.2026 ausschließlich elektronisch (PDF-Datei) an .

Für inhaltliche Auskünfte zur Stellenausschreibung steht Ihnen Frau Prof. Dr. Meike Hopp (Vorständin) unter 0391/7277 63 0 gern zur Verfügung.  

Ihre Bewerbungsunterlagen werden nach Ablauf von drei Monaten nach Beendigung des Bewerbungsverfahrens vernichtet.  

Kosten aus Anlass des Bewerbungsverfahrens, insbesondere des Vorstellungsgespräches (wie Reise- und Übernachtungskosten), werden nicht erstattet.

Sachbearbeiter:in Dokumentation (m/w/d) im Fachbereich Kultur- und Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten

Arbeitsort: Berlin

Bei der Stiftung Deutsches Zentrum Kulturgutverluste ist zum nächstmöglichen Zeitpunkt die Stelle 
Sachbearbeiter:in Dokumentation (m/w/d) 
im Fachbereich Kultur- und Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten 
unbefristet in Vollzeit zu besetzen. Der Arbeitsort ist Berlin.

Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste ist eine Stiftung bürgerlichen Rechts mit Sitz in Magdeburg, die zum 1. Januar 2015 vom Bund, den Ländern und den kommunalen Spitzenverbänden gegründet wurde. Zweck der Stiftung ist vor allem die Förderung von Wissenschaft und Forschung im Hinblick auf Kulturgutverluste (insbesondere sogenanntes „NS-Raubgut“). Daneben zählen auch der Umgang mit kriegsbedingt verbrachten Kulturgütern, Kulturgutverlusten in der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR sowie Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten zu den Handlungsfeldern. Weitere Informationen zur Stiftung finden Sie unter www.kulturgutverluste.de.

Das Aufgabengebiet umfasst insbesondere: 

  • Fachliche Auswertung und Bearbeitung von Abschlussberichten (Forschungsberichten) der vom Zentrum geförderten Projekte im Bereich „Kultur- und Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten“ (insbesondere Sichtung und fachliche Auswertung, Klärung von Nutzungsrechten, Überarbeitung und abschließende Bearbeitung von Projektdaten der Abschlussberichte zur Vorbereitung auf den Import der Daten in die Forschungsdatenbank Proveana) 
  • Beratung und Betreuung von Projektnehmer:innen hinsichtlich Fragen zur Datengewinnung und -strukturierung 
  • Unterstützung bei der Weiterentwicklung der Datenbank Proveana, u.a. Ausbau von Vokabularen, Anpassung von Datenstrukturen, Datenoptimierung, Zuarbeiten zu Visualisierungstools von Proveana 
  • Netzwerkarbeit im Bereich Infrastruktur sowie Beobachtung der aktuellen Entwicklungen in vergleichbaren Anwendungen im Schwerpunkt „Kultur- und Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten“ sowie Unterstützung und Betreuung der Übernahme von Daten aus externen Quellen 
  • Mitwirkung bei der Weiterentwicklung der Forschungsdatenbank Proveana, insbesondere Thesauri, kontrolliertes Vokabular, Datenstrukturen

Obligatorische Anforderungen: 

  • abgeschlossenes Hochschulstudium im Bereich der Kulturwissenschaften, Digital Humanities, Dokumentations- und Informationswissenschaften oder vergleichbarer Abschluss 
  • interkulturelle Kompetenz insbesondere auch im Umgang mit sensiblen Daten 
  • sehr gute Kenntnisse und/oder praktische Erfahrungen in datenbankgestützter Dokumentation von Kulturdaten sowie im Datenmanagement (CMS) 
  • gute Kenntnisse im Bereich Metadatenstandards und Modellierung von Kulturdaten 
  • sehr gute Kenntnisse der deutschen und englischen Sprache

Wünschenswert sind außerdem: 

  • sehr gute Kenntnisse der Neueren und Neusten Geschichte in Bezug auf den Arbeitsbereich „Kultur- und Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten“ 
  • kommunikative und organisatorische Fähigkeiten, Teamfähigkeit 
  • Bereitschaft zur fachlichen Weiterentwicklung  
  • Erfahrungen in der Betreuung von Fachanwendungen (z.B. HiDA4/HiDA-X)

Wir bieten: 

  • Mitarbeit in einem interessanten und politisch sensiblen Aufgabengebiet 
  • Vergütung nach E 11 TVöD (Bund), sofern die persönlichen Voraussetzungen erfüllt sind
  • Flexible Modelle der Arbeitszeitgestaltung und des mobilen Arbeitens

Schwerbehinderte Bewerber:innen werden bei gleicher fachlicher Eignung bevorzugt berücksichtigt. Das Zentrum gewährleistet die berufliche Gleichstellung aller Geschlechter. 
Bitte senden Sie Ihre vollständigen und aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen (Lebenslauf, Zeugnisse, Beurteilungen, fachliche Nachweise) unter Angabe der Kennziffer 2026-02 bis zum 31.05.2026 ausschließlich elektronisch (PDF-Datei) an das Zentrum: .

Für inhaltliche Auskünfte zur Stellenausschreibung steht Ihnen Herr Dr. Jan Hüsgen unter 030/233 8493 81 gern zur Verfügung.  

Ihre Bewerbungsunterlagen werden nach Ablauf von drei Monaten nach Beendigung des Bewerbungsverfahrens vernichtet.

Kosten aus Anlass des Bewerbungsverfahrens, insbesondere des Vorstellungsgespräches (wie Reise- und Übernachtungskosten), werden nicht erstattet.

Zur Stellungnahme der Kultureinrichtungen Sachsen-Anhalts

Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste unterstützt als Stiftung bürgerlichen Rechts mit Hauptsitz in Sachsen-Anhalt ausdrücklich das klare gemeinsame Signal der Kultureinrichtungen Sachsen-Anhalts vom 16.4.2026 gegen eine nationalistisch ausgerichtete Kulturpolitik sowie die Position der Landesregierung.

Die im Regierungsprogramm der AfD Sachsen-Anhalt formulierten Aussagen richten sich gegen die Arbeit des Zentrums, aber auch gegen die Provenienzforschung in Deutschland insgesamt – und treffen damit vor allem die Opfer von Verfolgung und Vernichtung im Nationalsozialismus, von Enteignungen in der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR sowie von Gewalt und Unrecht in kolonialen Kontexten. Eine wissenschaftsbasierte Erinnerungskultur würde grundlegend in Frage gestellt.

Wir schließen uns daher der Stellungnahme der Kultureinrichtungen in unserem Sitzland an: „Die Freiheit der Kunst, die Vielfalt kultureller Ausdrucksformen und eine an demokratischen Werten orientierte Erinnerungskultur bleiben unverzichtbar.“

Call for Papers „Provenienz jüdischer Objekte erforschen und vermitteln“ bis 30.04.2026

Call for Papers „Provenienz jüdischer Objekte erforschen und vermitteln“ für eine wissenschaftliche Tagung am Montag, 31. August 2026 in Halberstadt.

Die Tagung richtet sich an Wissenschaftler:innen im Bereich der Provenienzforschung, an Projektmitarbeiter:innen, die Sammlungen oder Objektbiografien untersuchen, an Mitarbeiter:innen von Museen, Sammlungen, Bibliotheken und Archiven im Bereich Forschung, Projektentwicklung, Sammlungsbetreuung oder Vermittlung. Erwünscht sind Präsentationen von Forschungsvorhaben oder -ergebnissen oder theoretischen sowie praxisbezogenen Beiträge zum Thema.
Geplant sind unterschiedliche Formate: Kurzvorträge (15 min), Workshop-Sessions in einem Format Ihrer Wahl (90 min), Object Lessons und ggf. ein Project Speed Dating.

Rückmeldungen werden nach einer Fristverlängerung bis 30. April 2026 sehr gerne in Form eines Exposés von max. 1.500 Zeichen (inkl. Leerzeichen) und einer kurzen biografischen Notiz erwartet, bitte per E-Mail an folgende Adresse:

Weitere Informationen finden Sie hier: Call for Papers – Tagung Provenienzforschung 31.08.2026 – final

Call for Papers zur Jahreskonferenz 2026

Das Deutsche Zentrum Kultugutverluste lädt zum Call for Papers der Jahreskonferenz 2026 „Zukunft der digitalen Provenienzforschung – Dreams and Realities“, die am 6. und 7. Oktober im Kulturhistorischen Museum Magdeburg stattfindet.

Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste befasst sich mit Kulturgütern, die ihren Eigentümer:innen entzogen wurden – in der NS-Zeit, der Kolonialzeit oder in der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR – sowie mit Kulturgutverlusten im Zuge des Zweiten Weltkriegs. Um zu klären, ob Objekte in historischen Unrechtskontexten unrechtmäßig entzogen wurden, fördert das Zentrum die Provenienzforschung (Herkunftsforschung) und betreibt die Datenbanken Lost Art und Proveana.

Die Lost Art-Datenbank dokumentiert Kulturgüter, die den Verfolgten der NS-Diktatur, ins besondere jüdischen Eigentümer:innen, zwischen 1933 und 1945 entzogen wurden („NS-Raubgut“) oder für die ein derartiger Verlust nicht auszuschließen ist, sowie kriegsbedingt verlagerte Kulturgüter („Kriegsverluste“).

Die Forschungsdatenbank Proveana stellt insbesondere Ergebnisse geförderter Projekte bereit und trägt durch die systematische Dokumentation historischer Informationen zur Transparenz und Weiterentwicklung der Provenienzforschung bei. Sie umfasst vier Forschungskontexte: NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut, kriegsbedingt verlagerte Kulturgüter, Kulturgutentziehungen in SBZ und DDR sowie Kultur- und Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten.

Thema der Konferenz:

Wo stehen wir aktuell zwischen Vision und praktischer Umsetzbarkeit von digitaler Provenienzforschung? Die Konferenz „Die Zukunft der digitalen Provenienzforschung Dreams and Realities“ bietet eine Plattform zur kritischen Reflexion aktueller Methoden, Technologien und praktischen Anwendungen für die digital gestützte Provenienzforschung.

Ziel ist es, interdisziplinäre Perspektiven zusammenzuführen, innovative Ansätze sichtbar zu machen und den Wissenstransfer zwischen Forschung und Praxis zu stärken – auch über klassische Kultur- und Gedächtniseinrichtungen hinaus.

Schwerpunkte sind: 

  • digitale Infrastrukturen und Forschungsdatenmanagement
  • Interoperabilität und Datenstandards (z. B. CIDOC CRM, IIIF)
  • nachhaltige Datenarchitekturen und digitale Workflows
  • automatisierte Datenerfassung, Matching, Analyse und Visualisierung

Vor diesem Hintergrund sollen auch Chancen und Risiken von künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen kritisch diskutiert werden. 
Wir begrüßen insbesondere Beiträge aus den Digital Humanities und den Kulturwissenschaften, die innovative Methoden mit konkretem Nutzen für die Provenienzforschung verbinden, einschließlich Projekten im Kontext internationaler Initiativen wie DARIAH, Europeana oder vergleichbarer Infrastrukturen.

Ein besonderer Fokus liegt auf ethischen, rechtlichen und politischen Fragestellungen: 

  • Umgang mit sensiblen Daten und Datenschutz
  • Fragen der Authentizität und des Urheberrechts
  • Bias und Verantwortung im Einsatz digitaler Technologien

Praxisorientierte Fallstudien aus Kulturerbe-Einrichtungen sind ausdrücklich erwünscht und sollen Raum für Reflexion über Erfahrungen, Herausforderungen und Erkenntnisse bieten. 

Auch studentische Initiativen sowie experimentelle Projekte mit neuen Werkzeugen und Arbeitsprozessen sind eingeladen, Perspektiven für die zukünftige Entwicklung aufzuzeigen.

Zielgruppen:

  • Forschende und Praktiker:innen aus allen Disziplinen und Karrierestufen
  • Internationale Perspektiven sind ausdrücklich willkommen
  • Studierende können ihre eigenen innovativen Projekte in einem speziellen Format präsentieren

Einreichungen:

Beiträge können eingereicht werden als:

  • Vortrag (20 Minuten): vertiefte Diskussion einer (transdisziplinären) Forschungsfrage
  • Kurz- bzw. Impulsvortrag (10 Minuten): Anwendungsfälle, Werkstattberichte, Best Practices oder technische Lösungen
  • Poster (DIN A0, Hochformat): insbesondere für praxisorientierte Projekte und Methoden

Bitte senden Sie Ihren Vorschlag als eine zusammenhängende Datei mit einer Kurzbeschreibung (max. 400 Wörter) sowie einem kurzen Lebenslauf (max. 250 Wörter) unter Angabe des gewünschten Beitragsformats (Vortrag, Kurzvortrag oder Poster) in einer einzigen Datei per E-Mail mit dem Betreff „CFP Zukunft der digitalen Provenienzforschung – Dreams and Realities“ bis zum 30. Juni 2026 an folgende Adresse: . Sie erhalten Rückmeldung bis 10. Juli 2026.

Die Konferenzsprachen sind Englisch und Deutsch (keine Übersetzungen). 
Es wird keine Konferenzgebühr erhoben.

Veranstaltungsort: Kulturhistorisches Museum Magdeburg
Otto-von-Guericke-Straße 68-73, 39104 Magdeburg

Veröffentlichung | Dokumentation:

Die Konferenz wird auf YouTube live gestreamt. Die Vorträge werden aufgezeichnet und anschließend auf YouTube veröffentlicht. Poster sollen über die Veranstaltungsdokumentation auf der Website https://kulturgutverluste.de zur Verfügung gestellt werden.

Veranstalter: Deutsches Zentrum Kulturgutverluste Magdeburg

Konzept: Dr. Andrea Baresel-Brand und Juliane Kraske

Organisation: Heinrich Natho

Vortrag / Livestream “Hollandmöbel” in Ostfriesland”

Am Montag, den 20.04.2026, spricht Dr. Julia Koch Tshirangwana über “Hollandmöbel” in Ostfriesland. 

Der Vortrag  kann hier via Zoom über diesen Link live verfolgt werden: https://uni-goettingen.zoom.us/j/65295353677?pwd=QyjbDlHXwMPQbkCGUhT9tzvy7eXBMq.1#success

Beginn: 11:15 Uhr

August-Gottschalk-Haus, Jüdisches Museum in Esens

Burgstraße 8
26427 Esens
https://www.august-gottschalk-haus.de


 

On Monday 20 April 2026, Dr Julia Koch Tshirangwana will speak about ‘Holland furniture’ in East Frisia.

The lecture can be followed live via Zoom using this link: https://uni-goettingen.zoom.us/j/65295353677?pwd=QyjbDlHXwMPQbkCGUhT9tzvy7eXBMq.1#success

Start: 11.15 am

August-Gottschalk-Haus, Jewish Museum in Esens

Burgstraße 8
26427 Esens
https://www.august-gottschalk-haus.de/

As part of my postgraduate studies at MUSEALOG, I am conducting research into objects originating from the M-Aktion. In May and July 1943, furniture ‘from Holland’ was put up for sale at Bensersiel harbour and purchased by the local population.

Now a new generation ‚re-discovers‘ these objects in their living rooms or kitchens and offers them to the museum. What is the best approach here?

 

(c) August-Gottschalk-Haus, Esens, 2026