Koloniales Erbe: Internationale Gäste diskutieren im Weltenmuseum Hannover

Podiumsdiskussion am 13. September 2019, 19 Uhr

Die Herkunft von ethnologischen Sammlungen aus kolonialen Kontexten steht derzeit unbestritten im Fokus der medialen Aufmerksamkeit. In Niedersachsen wurde die Notwendigkeit, die Herkunft von kolonialzeitlichen Sammlungen zu erforschen, früh erkannt und das Verbundprojekt »Provenienzforschung in ethnologischen Sammlungen und der Ethnologie in Niedersachsen« (PAESE) entwickelt. Das vom Landesmuseum Hannover initiierte Projekt wird seit 2018 mit Partnern in Braunschweig, Göttingen, Oldenburg und Hildesheim durchgeführt und großzügig von der VolkswagenStiftung gefördert.

Gemeinsam und im engen Austausch mit Vertreter*innen der Herkunftsgesellschaften werden außereuropäische Sammlungen aus der Kolonialzeit in Niedersachsen erforscht. Die wesentlichen Ziele sind: Grundlagenforschung zur Herkunft der Sammlungen zu leisten, eine Forschungsinfrastruktur zu Sammlungen aus kolonialen Kontexten aufzubauen und die erforschten Objekte über eine mehrsprachige Projekt-Website transparent zu machen.

Vor allem aber soll ein Dialog mit den Herkunftsgesellschaften begonnen und in den nächsten Jahren fortgesetzt werden. Im September sind daher erstmals Expert*innen aus Kamerun, Namibia, Tansania und Papua-Neuguinea zu Gast, die gemeinsam mit den niedersächsischen Wissenschaftler*innen an den Sammlungen arbeiten und ihre Erwartungen und Perspektiven in Workshops diskutieren.

In diesem Rahmen veranstalten das Verbundprojekt PAESE und der NDR eine öffentliche Podiumsdiskussion in der Reihe: »Museumsdetektive – auf den Spuren des kolonialen Erbes im Norden«, bei der vor allem die Gastwissenschaftler*innen zu Wort kommen sollen.

Mit Prof. Dr. Albert Gouaffo, Caméroun-Université de Dschang Kamerun; Flower Manase, National Museum of Tanzania, Daressalam; Nzila Marina Mubusisi, National Museum of Namibia, Windhoek werden Dr. Larissa Förster, Deutsches Zentrum Kulturgutverluste; Dr. Michael Kraus, Ethnologische Sammlung der Georg-August-Universität Göttingen; Dr. Claudia Andratschke, Landesmuseum Hannover | Netzwerk Provenienzforschung in Niedersachsen sowie Christine Gerberding, NDR »Kulturjournal« diskutieren. Moderiert wird die Gesprächsrunde von Christina von Saß, NDR.


Die Veranstaltung findet am Freitag, den 13. September 2019, um 19 Uhr im Landesmuseum Hannover statt. Der Eintritt ist kostenlos.

Zentrum beteiligt sich an Podiumsdiskussion des NDR zu kolonialem Erbe im Norden

09.09.2019

Das Deut­sche Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te be­tei­ligt sich am 13. Sep­tem­ber an der Po­di­ums­dis­kus­si­on „Mu­se­ums­de­tek­ti­ve – Auf den Spu­ren des ko­lo­nia­len Er­bes im Nor­den“, die vom Nord­deut­schen Rund­funk (NDR), dem Lan­des­mu­se­um Han­no­ver und dem For­schungs­pro­jekt PAE­SE ver­an­stal­tet wird.

Im Rah­men sei­ner Ge­sprächs­rei­he „Mu­se­ums­de­tek­ti­ve“ greift der NDR die Fra­gen auf: Wie ge­hen nord­deut­sche Mu­se­en mit ih­rem ko­lo­nia­len Er­be um? Sol­len sie Aus­stel­lungs­stücke be­hal­ten oder zu­rück­ge­ben – vor­aus­ge­setzt, es kann über­haupt ge­klärt wer­den, wo­her sie stam­men? Mit der Po­di­ums­dis­kus­si­on möch­ten die Ver­an­stal­ter die De­bat­te um Stim­men aus ehe­ma­li­gen deut­schen Ko­lo­ni­en er­wei­tern, in­dem Ex­per­tin­nen und Ex­per­ten aus den Her­kunfts­ge­sell­schaf­ten ih­re Per­spek­ti­ven vor­stel­len. Ge­mein­sam mit deut­schen Fach­leu­ten wer­den sie Pro­ble­me, Chan­cen und Ziel­vor­stel­lun­gen der Pro­ve­ni­enz­for­schung dis­ku­tie­ren.

Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer der Dis­kus­si­on über ko­lo­nia­les Er­be im Nor­den sind Prof. Dr. Al­bert Gouaf­fo, Uni­ver­sité de Dschang, Ka­me­run (an­ge­fragt); Flower Ma­na­se, Ku­ra­to­rin, Na­tio­nal Mu­se­um of Tan­za­nia, Dares­sa­lam; Nzi­la Ma­ri­na Mu­bu­si­si, Ku­ra­to­rin, Na­tio­nal Mu­se­um of Na­mi­bia, Wind­hoek; Dr. Clau­dia An­dratsch­ke, Pro­ve­ni­enz­for­sche­rin und Ab­tei­lungs­lei­te­rin Lan­des­mu­se­um Han­no­ver / Ko­or­di­na­to­rin Netz­werk Pro­ve­ni­enz­for­schung in Nie­der­sach­sen; Dr. Mi­cha­el Kraus, Kus­tos, Eth­no­lo­gi­sche Samm­lung der Ge­org-Au­gust-Uni­ver­si­tät Göt­tin­gen; Chris­ti­ne Ger­ber­ding, Re­dak­ti­ons­lei­te­rin NDR „Kul­tur­jour­nal“ und Dr. La­ris­sa Förs­ter, Fach­be­reichs­lei­te­rin Kul­tur- und Samm­lungs­gut aus ko­lo­nia­len Kon­tex­ten, Deut­sches Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te. Das Ge­spräch mo­de­riert Chris­ti­na von Saß, Nie­der­sach­sen-Re­por­te­rin des NDR und Mo­de­ra­to­rin der Sen­dung „Nie­der­sach­sen 18.00“ im NDR Fern­se­hen.

Save the Date: Die diesjährige Netzwerktagung findet im Rahmen eines Kolloquiums im Stadtmuseum Einbeck statt: „Nach dem Erstcheck“ – Provenienzforschung nachhaltig vermitteln; 4. November 2019, 11:00 – 17:30 Uhr

Seit 2016 wird in kleineren stadtgeschichtlichen Museen Südniedersachsens systematisch nach Objekten gesucht, die unrechtmäßig in die Sammlungen gelangt sind. Im Lauf des Erstchecks in neun Museen zwischen Harz und Weser wurden fragwürdige Objekte aus unterschiedlichen Kontexten dokumentiert: Erwerbungen in der NS-Zeit aus jüdischen, freimaurerischen, linkspolitischen und kirchlichen Zusammenhängen, Produkte von Zwangsarbeitern im 1. und 2. Weltkrieg sowie Ethnographica und Naturalia – zum Teil aus den ehemaligen deutschen Kolonien. Darüber hinaus wurden Informationen zur Museums- und Ortsgeschichte, in Magazinen verschollene Objekte, Archivalien und mündliches Wissen erschlossen.

Wie können wir sicherstellen, dass all diese Erkenntnisse dauerhaft zugänglich bleiben und für die Museums- und Bildungsarbeit nutzbar gemacht werden können? Wie und in welcher Form sollte die Dokumentation gestaltet sein? Wie können Desiderata im Auge behalten und die Ergebnisse der Provenienzforschung vermittelt werden? Und wollen wir bei der Vermittlung Autor*innen bleiben oder diese partizipativ gestalten? Welche Rolle spielen in der Forschung und Vermittlung die von Unrecht und Verfolgung betroffenen Gruppen und ihre heutigen Repräsentant*innen, welche die Museen, Kommunen und Archive? Was brauchen wir von diesen und sie von uns?

Diesen und anderen Fragen wollen wir im Rahmen des Kolloquiums im Stadtmuseum Einbeck nachgehen und gemeinsam die Möglichkeiten, Probleme und Lösungsansätze für eine nachhaltige Dokumentation und Vermittlung von Ergebnissen der Provenienzforschung diskutieren.

Weitere Informationen und das Programm folgen in Kürze!

Empfehlung der Beratenden Kommission in der Sache Stern ./. Bayerische Staatsgemäldesammlungen

19.08.2019

Die Be­ra­ten­de Kom­mis­si­on für die Rück­ga­be NS-ver­fol­gungs­be­dingt ent­zo­ge­ner Kul­tur­gü­ter, ins­be­son­de­re aus jü­di­schem Be­sitz, hat in der Sa­che Dr. and Mrs. Max Stern Foun­da­ti­on ./. Baye­ri­sche Staats­ge­mäl­des­amm­lun­gen ih­re Emp­feh­lung ver­öf­fent­licht.

Emp­feh­lung der Be­ra­ten­den Kom­mis­si­on in der Sa­che Dr. and Mrs. Max Stern Foun­da­ti­on ./. Baye­ri­sche Staats­ge­mäl­des­amm­lun­gen (PDF, 185 KB)

Deutsches Zentrum Kulturgutverluste startet wissenschaftliches Kolloquium zu Provenienzforschung

15.08.2019

Am 12.08.2019 fand in den Räu­men des CAR­MAH (Cen­tre for An­thro­po­lo­gi­cal Re­se­arch on Mu­se­ums and He­ri­ta­ge) in Ber­lin die Auf­takt­ver­an­stal­tung für das neue wis­sen­schaft­li­che Kol­lo­qui­um zu Pro­ve­ni­enz­for­schung des Deut­schen Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te statt.

Nach ei­ner Be­grü­ßung durch den wis­sen­schaft­li­chen Vor­stand des Zen­trums, Gil­bert Lup­fer, und ei­ner kur­zen in­halt­li­chen Ein­füh­rung durch die Lei­te­rin des Fach­be­reichs „Kul­tur- und Samm­lungs­gut aus ko­lo­nia­len Kon­tex­ten“, La­ris­sa Förs­ter, sprach Al­bert Gouaf­fo von der Uni­ver­si­tät Dschang über „Pro­ve­ni­enz­for­schung in ko­lo­nia­len Kon­tex­ten – quo va­dis? Er­fah­run­gen mit Kul­tur­gü­tern aus Ka­me­run in Deutsch­land (1884-1919)“. Gouaf­fo ist ei­nes von neun Mit­glie­dern des För­der­bei­rats „Ko­lo­nia­le Kon­tex­te“, der ge­gen­über dem Vor­stand des Zen­trums Be­wil­li­gungs­emp­feh­lun­gen zu be­an­trag­ten For­schungs­pro­jek­ten ab­gibt.

Im An­schluss rea­gier­ten die wis­sen­schaft­li­chen Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter des Fach­be­reichs in kur­zen State­ments auf ein­zel­ne As­pek­te der von Gouaf­fo ge­mach­ten Aus­füh­run­gen und stell­ten da­bei gleich­zei­tig die in­halt­li­chen Pla­nun­gen des neu­en Fach­be­reichs wie auch die in­ter­ne Auf­ga­ben­ver­tei­lung und Schwer­punkt­set­zung vor. Die Ver­an­stal­tung en­de­te mit ei­ner of­fe­nen Dis­kus­si­on und Fra­gen aus dem Pu­bli­kum.

Das Kol­lo­qui­um soll zu­künf­tig re­gel­mä­ßig statt­fin­den und wich­ti­ge ak­tu­el­le Ar­bei­ten aus al­len am Zen­trum an­ge­sie­del­ten For­schungs­be­rei­chen vor­stel­len und da­mit um­fas­sen­de, auch ver­glei­chen­de Ein­bli­cke in An­sät­ze und Er­geb­nis­se von Pro­ve­ni­enz­for­schung ge­ben. Am 9. Sep­tem­ber 2019 wird die Tü­bin­ger Dok­to­ran­din An­na Va­les­ka Stru­gal­la zum The­ma „‚in ge­mein­sa­mer Ak­ti­on Schlim­me­res ver­hü­ten’. Der Um­gang mit Re­sti­tu­ti­ons­for­de­run­gen in bun­des­deut­schen eth­no­lo­gi­schen Mu­se­en der 1970er Jah­re“ vor­tra­gen.

Stellenausschreibung Deutsches Zentrum Kulturgutverluste: Leiter/Leiterin “Help Desk NS-Raubgut” (m/w/d)

Bei der Stiftung Deutsches Zentrum Kulturgutverluste ist kurzfristig im Rahmen eines von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien geförderten Projekts die Stelle

eines Leiters / einer Leiterin „Help Desk NS-Raubgut“ (m/w/d)

befristet für drei Jahre zu besetzen. Tätigkeitsort ist Berlin.

Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste ist eine Stiftung bürgerlichen Rechts mit Sitz in Magdeburg, die zum 1. Januar 2015 vom Bund, den Ländern und den kommunalen Spitzenverbänden gegründet wurde. Zweck der Stiftung ist die Förderung von Kunst und Kultur, Wissenschaft und Forschung im Hinblick auf Kulturgutverluste (insbesondere sogenannte „NS-Raubgut“). Die Stiftung wird durch eine Zuwendung der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien institutionell gefördert und unterliegt dem Haushalts- und Tarifrecht des Bundes. Weitere Informationen zur Stiftung finden Sie unter www.kulturgutverluste.de.

Beim Zentrum (Außenstelle Berlin) wird kurzfristig eine „Kontakt- und Informationsstelle für Opfer und deren Nachfahren der verfolgungsbedingten Entziehung von Kulturgut während der nationalsozialistischen Herrschaft” („Help Desk NS-Raubgut“) eingerichtet. Mit dieser Kontakt- und Informationsstelle soll es für die Betroffenen eine zentrale Ansprechperson / Vertrauensperson in Deutschland geben. Sie soll bei allen Anliegen zur Identifizierung von NS-Raubgut und angestrebten gerechten und fairen Lösungen unterstützend zur Seite stehen und Kontakte sowie weiterführende Informationen vermitteln. Das Projekt ist unmittelbar dem Vorstand des Zentrums zugeordnet und wird von dessen Fachbereichen unterstützt.

Das Aufgabengebiet umfasst insbesondere:

  • Verantwortliche Ausgestaltung und Betreuung des Help Desks und aller damit zusammenhängender Aufgaben
  • Kontakt, Unterrichtung und Orientierung für potenzielle Antragsteller
  • Beratung und Koordinierung im Hinblick auf weitere Verfahrensschritte im Sinne der Washingtoner Prinzipien einschließlich der Initiierung und Begleitung der Kontaktaufnahme mit zuständigen Institutionen in Deutschland
  • Unterstützung bei der Suche nach archivalischen Dokumenten und beim Einholen behördlicher Auskünfte
  • Aktive Vermittlung des Help Desk – Angebots gegenüber potentiellen Antragstellern in enger Zusammenarbeit insbesondere mit der Jewish Claims Conference
  • Transparente Aufbereitung und Dokumentation der Arbeitsergebnisse in den Datenbanken des Zentrums

Anforderungsprofil:

  • Abgeschlossenes wissenschaftliches Hochschulstudium in einer für das Aufgabenprofil geeigneten Studienrichtung, vorzugsweise Geschichte, Kunstgeschichte oder Rechtswissenschaften
  • Mehrjährige Berufserfahrung im Themenfeld des Help Desks. Wünschenswert sind Erfahrungen in Mediation / Kommunikation sowie Erfahrungen im Umgang mit deutschen / internationalen Institutionen, die mit dem Thema NS-Raubgut zu tun haben
  • Ausgeprägtes historisches Verständnis und Kenntnisse zum Holocaust und dessen Aufarbeitung. Kenntnisse zum NS-Kulturgutraub und zur Geschichte der Restitutionspolitik und -praxis national und international sind erwünscht
  • Erfahrungen in der Provenienzforschung und -recherche sind erwünscht
  • Interkulturelle und -religiöse Kompetenz, insbesondere ausgeprägtes Verständnis für das Schicksal und die Situation von potenziellen Antragstellern bzw. (jüdischen) Opfern der NS-Zeit und ihren Nachkommen
  • Sehr gute kommunikative Fähigkeiten, diplomatisches Geschick, Einfühlungsvermögen, Kommunikationsfreudigkeit, Erfahrungen in Verhandlungsführung
  • Hohe Eigeninitiative und Selbständigkeit
  • Verhandlungssichere Kenntnisse der englischen Sprache in Wort und Schrift

Wir bieten:

  • Arbeit in einem interessanten und politisch sensiblen Aufgabengebiet
  • Vergütung nach E 14 TVöD (Bund), sofern die persönlichen Voraussetzungen erfüllt sind

Schwerbehinderte Bewerberinnen und Bewerber werden bei gleicher fachlicher Eignung bevorzugt berücksichtigt. Die Stiftung Deutsches Zentrum Kulturgutverluste gewährleistet die berufliche Gleichstellung aller Geschlechter.

Bitte senden Sie Ihre vollständigen und aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen (Lebenslauf, Zeugnisse, Beurteilungen) unter Angabe der Kennziffer 2019-4 bis zum 28.08.2019 ausschließlich elektronisch (PDF-Datei) an die Stiftung Deutsches Zentrum Kulturgutverluste:

Für inhaltliche Auskünfte zur Stellenausschreibung steht Ihnen der Vorstand (Herr Hütte Tel.: 0391 / 727 763 16 und Herr Prof. Lupfer Tel.: 0351 / 49 147 550) gerne zur Verfügung.

Ihre Bewerbungsunterlagen werden nach Ablauf von drei Monaten nach Beendigung des Bewerbungsverfahrens vernichtet. Die Erstattung von Reisekosten aus Anlass von Vorstellungsgesprächen ist grundsätzlich nicht möglich.

Stellenausschreibung Von der Heydt-Museum Wuppertal: Wissenschaftliche Mitarbeit für den Bereich der Samm­lungs­betreuung / Provenienzforschung und Digitalisierung (w/m/d)

Stellenangaben

In­sti­tu­tion / Fir­ma: Von der Heydt-Museum Wuppertal

Ein­satz­ort: Wuppertal

Be­schäf­ti­gungs­art: Vollzeit, Museum / Kunstverein / Privatsammlung

Be­wer­bungs­ende: 31.08.2019

Befristung: 3 Jahre

Studien­abschluss: Master / Magister

Ansprechpartner: Dr. Antje Birthälmer, kommissarische Leiterin des Von der Heydt-Museums, Tel.: 0202 563-2500


Anschrift

Von der Heydt-Museum

Turmhof 8

42103 Wuppertal


Stellenbeschreibung

 

Wissenschaftliche Mitarbeit für den Bereich der Samm­lungs­betreuung / Provenienzforschung und Digitalisierung (w/m/d)


Vollzeit (39 h)

Mit ca. 3.000 Gemälden, 400 Skulpturen und 30.000 Arbeiten auf Papier der internationalen Kunst vom 16. bis 21. Jahrhundert sowie einer Kunstgewerbe­sammlung besitzt das Von der Heydt-Museum Wuppertal eine sehr bedeutende Sammlung. Der Sammlungsschwerpunkt liegt auf der niederländischen Kunst des 17. Jahrhunderts und der Malerei und Grafik des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts. In den vergangenen Jahren hat das Museum durch viel beachtete Sonderausstellungen international auf sich aufmerksam gemacht.

Ihre Aufgaben:

  • Provenienzforschung zu den Beständen, die in den Jahren 1933 bis 1945 in die Sammlung aufgenommen wurden
  • Untersuchung von Ankäufen, Schenkungen und Übernahmen nach dem Jahr 1945, deren Provenienz unklar ist
  • Erstellung von Berichten
  • Wissenschaftliche Mitarbeit
  • Mitarbeit am Digitalisierungsprojekt des Museums


Anforderungsprofil:

  • Ein abgeschlossenes kunsthistorisches Hochschulstudium mit einem Master-, Magister- oder  Promotionsabschluss
  • Erfahrung im Umgang mit Originalen und in der Inventarisierung von Kunstwerken
  • Erfahrungen im Bereich der Provenienzforschung und Restitution von Kulturgütern
  • Gute Englischkenntnisse in Sprache und Schrift. Weitere Sprachkenntnisse, z. B. Französisch, sind von Vorteil.
  • Gute Kenntnisse im Umgang mit Datenbanken, Sammlungen und Archiven sowie den gängigen EDV-Anwendungen sowie Bildbearbeitungsprogrammen
  • Kommunikations- und Kooperationskompetenz, Diskretion, Sorgfalt,
  • Teamfähigkeit
  • Bereitschaft zur Durchführung von Dienstreisen und zur Vernetzung mit Fachkolleg/innen


Bezahlung:

  • Analog EG 13 TVöD


Befristung:

  • 3 Jahre

Deutschland gibt Gemälde an Uffizien in Florenz zurück

26.07.2019

Nach 75 Jah­ren hat Deutsch­land ein im Zwei­ten Welt­krieg ge­raub­tes Ge­mäl­de an die Uf­fi­zi­en‐Ga­le­rie in Flo­renz zu­rück­ge­ge­ben. Bun­desau­ßen­mi­nis­ter Hei­ko Maas über­reich­te das Bild »Va­so di Fio­ri« (Blu­men­va­se) des hol­län­di­schen Ma­lers Jan van Huy­sum (1682–1749) in ei­ner fei­er­li­chen Ze­re­mo­nie an den ita­lie­ni­schen Kul­tur­mi­nis­ter Al­ber­to Bo­ni­so­li und Au­ßen­mi­nis­ter En­zo Moa­ve­ro Mi­la­ne­si.

Das Werk wur­de 1944 von ei­nem Sol­da­ten der Wehr­macht aus ei­nem De­pot der Uf­fi­zi­en ge­raubt und war dann ver­schol­len. 1991 tauch­te es wie­der auf, als die Fa­mi­lie des Sol­da­ten ver­such­te, es über ein Auk­ti­ons­haus zu ver­kau­fen. Das Aus­wär­ti­ge Amt und das Bun­des­kri­mi­nal­amt be­müh­ten sich seit­dem um ei­ne un­ent­gelt­li­che Rück­ga­be an die Uf­fi­zi­en, die jetzt ge­lang.

Die Uf­fi­zi­en-Ga­le­rie hat­te das Ge­mäl­de im Ok­to­ber 2017 als Such­mel­dung in die öf­fent­lich zu­gäng­li­che Lost Art-Da­ten­bank, die vom Deut­schen Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te be­trie­ben wird, ein­ge­stellt. Dort ist es jetzt als re­sti­tu­iert ver­merkt.

Zum Lost Art-Ein­trag

Jüdische Gemeinde Oldenburg erhält Grundstein der alten Synagoge

20.06.2019

In ei­nem be­we­gen­den Fes­t­akt hat die Jü­di­sche Ge­mein­de Ol­den­burg den Grund­stein der al­ten Syn­ago­ge zu­rück­er­hal­ten. Der Grund­stein be­fand sich vie­le Jah­re im Be­stand des Stadt­mu­se­ums Ol­den­burg und konn­te im Zu­ge der dor­ti­gen vom Deut­schen Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te ge­för­der­ten Pro­ve­ni­enz­for­schung nun als ver­fol­gungs­be­dingt ent­zo­ge­nes Kul­tur­gut re­sti­tu­iert wer­den. Die Jü­di­sche Ge­mein­de über­lässt den sym­bol­hal­ti­gen Stein dem Stadt­mu­se­um als wich­ti­ge Leih­ga­be für die Dau­er­aus­stel­lung.

„Am Bei­spiel sol­cher Re­sti­tu­tio­nen zeigt sich, wa­rum es wich­tig ist, Pro­ve­ni­enz­for­schung zu be­trei­ben und mit den recht­mä­ßi­gen Er­ben nach ge­rech­ten und fai­ren Lö­sun­gen im Sin­ne der Wa­shing­to­ner Prin­zi­pi­en zu su­chen. Sol­che Re­sti­tu­tio­nen krö­nen den lan­gen Weg der oft her­aus­for­dern­den For­schungs­ar­bei­ten“, sag­te So­phie Le­schik, Re­fe­ren­tin im Fach­be­reich Pro­ve­ni­enz­for­schung beim Zen­trum.

Der Grund­stein war 1854 ge­legt wor­den. In der Po­grom­nacht 1938 setz­ten die Na­tio­nal­so­zia­lis­ten die Syn­ago­ge in Brand und zer­stör­ten sie, der Stein tauch­te 1959 bei Bau­ar­bei­ten wie­der auf und wur­de dann in die Samm­lun­gen des Stadt­mu­se­ums Ol­den­burg ge­ge­ben. Der ur­sprüng­li­che In­halt des Steins be­fin­det sich heu­te im Be­sitz des Braun­schwei­gi­schen Lan­des­mu­se­ums und um­fasst zwei gra­vier­te Plat­ten, zwei Mün­zen und ei­ne Zeit­kap­sel, die das Stadt­mu­se­um Ol­den­burg als Leih­ga­ben er­hält. Dar­über hin­aus ent­hielt er ei­ne Grund­riss­skiz­ze, ei­ne Glau­bens- und Pflich­ten­leh­re, ein Ge­set­zes­blatt und ei­nen Zei­tungs­aus­schnitt.

In der Stadt Ol­den­burg wird seit 2016 mit Un­ter­stüt­zung des Deut­schen Zen­trums Kul­tur­gut­ver­lus­te Pro­ve­ni­enz­for­schung im Stadt­mu­se­um be­trie­ben: Über­prüft wer­den al­le künst­le­ri­schen Ar­bei­ten, die von 1933 bis 1945 Ein­gang in die Be­stän­de des Mu­se­ums fan­den. Be­trof­fen sind ins­ge­samt ca. 1000 Ob­jek­te.

Pres­se­mit­tei­lung der Stadt Ol­den­burg

Mehr als 3100 Objekte über Online-Formular als restituiert gemeldet

13.06.2019

Über das vom Deut­schen Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te ein­ge­rich­te­te On­line-Mel­de­ver­fah­ren, mit dem erst­mals kul­tur­gut­be­wah­ren­de Ein­rich­tun­gen in Deutsch­land Re­sti­tu­tio­nen von NS-ver­fol­gungs­be­dingt ent­zo­ge­nem Kul­tur­gut in ei­nem For­mu­lar über­mit­teln kön­nen, sind bis­lang von mehr als 18 öf­fent­li­chen Ein­rich­tun­gen über 3100 Ob­jek­te als re­sti­tu­iert ge­mel­det wor­den. Da­von sind weit über die Hälf­te der ge­mel­de­ten Ob­jek­te Bi­blio­theks­gut.

Mit dem On­line-Mel­de­ver­fah­ren, das seit gut ei­nem Jahr be­steht, hat das Zen­trum neue We­ge in der Do­ku­men­ta­ti­on ge­rech­ter und fai­rer Lö­sun­gen be­schrit­ten: Kul­tur­gut­be­wah­ren­de Ein­rich­tun­gen in Deutsch­land ha­ben bis­lang de­zen­tral zahl­rei­che Kunst­wer­ke, Bü­cher und an­de­re Kul­tur­gü­ter re­sti­tu­iert oder sons­ti­ge ge­rech­te und fai­re Lö­sun­gen ge­fun­den, die den Schick­sa­len der frü­he­ren Ei­gen­tü­mer und ih­rer Nach­kom­men ge­recht wer­den. Ei­ne Über­sicht über al­le er­folg­ten Re­sti­tu­tio­nen fehl­te. Die­se Lücke wur­de mit dem On­line-Mel­de­ver­fah­ren auf der Web­sei­te des Deut­schen Zen­trums Kul­tur­gut­ver­lus­te ge­schlos­sen.

Ziel des On­line-Mel­de­ver­fah­rens ist ein kon­ti­nu­ier­lich fort­ge­führ­ter Über­blick für die For­schung, aber auch für die Nach­fah­ren der Ent­eig­ne­ten, der die Ent­wick­lung der Re­sti­tu­tio­nen deut­lich macht und bei­spiel­ge­bend für noch un­ge­lös­te Fäl­le sein kann. Öf­fent­li­che wie pri­va­te Mu­se­en, Bi­blio­the­ken und Ar­chi­ve kön­nen die­ses An­ge­bot auf frei­wil­li­ger Ba­sis nut­zen.

Das On­line-Mel­de­ver­fah­ren ist je­der­zeit über die Web­si­te des Zen­trums ab­ruf­bar.