Jüdische Gemeinde Oldenburg erhält Grundstein der alten Synagoge

20.06.2019

In ei­nem be­we­gen­den Fes­t­akt hat die Jü­di­sche Ge­mein­de Ol­den­burg den Grund­stein der al­ten Syn­ago­ge zu­rück­er­hal­ten. Der Grund­stein be­fand sich vie­le Jah­re im Be­stand des Stadt­mu­se­ums Ol­den­burg und konn­te im Zu­ge der dor­ti­gen vom Deut­schen Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te ge­för­der­ten Pro­ve­ni­enz­for­schung nun als ver­fol­gungs­be­dingt ent­zo­ge­nes Kul­tur­gut re­sti­tu­iert wer­den. Die Jü­di­sche Ge­mein­de über­lässt den sym­bol­hal­ti­gen Stein dem Stadt­mu­se­um als wich­ti­ge Leih­ga­be für die Dau­er­aus­stel­lung.

„Am Bei­spiel sol­cher Re­sti­tu­tio­nen zeigt sich, wa­rum es wich­tig ist, Pro­ve­ni­enz­for­schung zu be­trei­ben und mit den recht­mä­ßi­gen Er­ben nach ge­rech­ten und fai­ren Lö­sun­gen im Sin­ne der Wa­shing­to­ner Prin­zi­pi­en zu su­chen. Sol­che Re­sti­tu­tio­nen krö­nen den lan­gen Weg der oft her­aus­for­dern­den For­schungs­ar­bei­ten“, sag­te So­phie Le­schik, Re­fe­ren­tin im Fach­be­reich Pro­ve­ni­enz­for­schung beim Zen­trum.

Der Grund­stein war 1854 ge­legt wor­den. In der Po­grom­nacht 1938 setz­ten die Na­tio­nal­so­zia­lis­ten die Syn­ago­ge in Brand und zer­stör­ten sie, der Stein tauch­te 1959 bei Bau­ar­bei­ten wie­der auf und wur­de dann in die Samm­lun­gen des Stadt­mu­se­ums Ol­den­burg ge­ge­ben. Der ur­sprüng­li­che In­halt des Steins be­fin­det sich heu­te im Be­sitz des Braun­schwei­gi­schen Lan­des­mu­se­ums und um­fasst zwei gra­vier­te Plat­ten, zwei Mün­zen und ei­ne Zeit­kap­sel, die das Stadt­mu­se­um Ol­den­burg als Leih­ga­ben er­hält. Dar­über hin­aus ent­hielt er ei­ne Grund­riss­skiz­ze, ei­ne Glau­bens- und Pflich­ten­leh­re, ein Ge­set­zes­blatt und ei­nen Zei­tungs­aus­schnitt.

In der Stadt Ol­den­burg wird seit 2016 mit Un­ter­stüt­zung des Deut­schen Zen­trums Kul­tur­gut­ver­lus­te Pro­ve­ni­enz­for­schung im Stadt­mu­se­um be­trie­ben: Über­prüft wer­den al­le künst­le­ri­schen Ar­bei­ten, die von 1933 bis 1945 Ein­gang in die Be­stän­de des Mu­se­ums fan­den. Be­trof­fen sind ins­ge­samt ca. 1000 Ob­jek­te.

Pres­se­mit­tei­lung der Stadt Ol­den­burg

Mehr als 3100 Objekte über Online-Formular als restituiert gemeldet

13.06.2019

Über das vom Deut­schen Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te ein­ge­rich­te­te On­line-Mel­de­ver­fah­ren, mit dem erst­mals kul­tur­gut­be­wah­ren­de Ein­rich­tun­gen in Deutsch­land Re­sti­tu­tio­nen von NS-ver­fol­gungs­be­dingt ent­zo­ge­nem Kul­tur­gut in ei­nem For­mu­lar über­mit­teln kön­nen, sind bis­lang von mehr als 18 öf­fent­li­chen Ein­rich­tun­gen über 3100 Ob­jek­te als re­sti­tu­iert ge­mel­det wor­den. Da­von sind weit über die Hälf­te der ge­mel­de­ten Ob­jek­te Bi­blio­theks­gut.

Mit dem On­line-Mel­de­ver­fah­ren, das seit gut ei­nem Jahr be­steht, hat das Zen­trum neue We­ge in der Do­ku­men­ta­ti­on ge­rech­ter und fai­rer Lö­sun­gen be­schrit­ten: Kul­tur­gut­be­wah­ren­de Ein­rich­tun­gen in Deutsch­land ha­ben bis­lang de­zen­tral zahl­rei­che Kunst­wer­ke, Bü­cher und an­de­re Kul­tur­gü­ter re­sti­tu­iert oder sons­ti­ge ge­rech­te und fai­re Lö­sun­gen ge­fun­den, die den Schick­sa­len der frü­he­ren Ei­gen­tü­mer und ih­rer Nach­kom­men ge­recht wer­den. Ei­ne Über­sicht über al­le er­folg­ten Re­sti­tu­tio­nen fehl­te. Die­se Lücke wur­de mit dem On­line-Mel­de­ver­fah­ren auf der Web­sei­te des Deut­schen Zen­trums Kul­tur­gut­ver­lus­te ge­schlos­sen.

Ziel des On­line-Mel­de­ver­fah­rens ist ein kon­ti­nu­ier­lich fort­ge­führ­ter Über­blick für die For­schung, aber auch für die Nach­fah­ren der Ent­eig­ne­ten, der die Ent­wick­lung der Re­sti­tu­tio­nen deut­lich macht und bei­spiel­ge­bend für noch un­ge­lös­te Fäl­le sein kann. Öf­fent­li­che wie pri­va­te Mu­se­en, Bi­blio­the­ken und Ar­chi­ve kön­nen die­ses An­ge­bot auf frei­wil­li­ger Ba­sis nut­zen.

Das On­line-Mel­de­ver­fah­ren ist je­der­zeit über die Web­si­te des Zen­trums ab­ruf­bar.

Netzwerk der europäischen Restitutionskommissionen veröffentlicht Newsletter

05.06.2019

Das zu Be­ginn des Jah­res ge­grün­de­te Netz­werk der fünf Kom­mis­sio­nen, die sich in Eu­ro­pa mit der Er­for­schung und Rück­ga­be von NS-ver­fol­gungs­be­dingt ent­zo­ge­nem Kul­tur­gut be­fas­sen, hat ei­nen Newslet­ter her­aus­ge­ge­ben.

Das Netz­werk be­steht aus der Be­ra­ten­den Kom­mis­si­on im Zu­sam­men­hang mit der Rück­ga­be NS-ver­fol­gungs­be­dingt ent­zo­ge­nen Kul­tur­guts, ins­be­son­de­re aus jü­di­schem Be­sitz (Deutsch­land), der Com­mis­si­on pour l’in­dem­ni­sa­ti­on des vic­ti­mes de spo­lia­ti­ons (Frank­reich), dem Spo­lia­ti­on Ad­vi­so­ry Pa­nel (Groß­bri­tan­ni­en), der Re­sti­tu­tie­com­mis­sie (Nie­der­lan­de) und der Kom­mis­si­on für Pro­ve­ni­enz­for­schung (Ös­ter­reich).

Die Ko­ope­ra­ti­on wur­de auf der In­ter­na­tio­na­len Kon­fe­renz in Lon­don im Sep­tem­ber 2017 be­schlos­sen. Ein Jahr spä­ter setz­ten die fünf Kom­mis­sio­nen die­se Idee um und leg­ten die Be­din­gun­gen ih­rer Ko­ope­ra­ti­on im Rah­men ih­rer je­wei­li­gen po­li­ti­schen Man­da­te und Struk­tu­ren fest.

Die Com­mis­si­on pour l’in­dem­ni­sa­ti­on des vic­ti­mes de spo­lia­ti­ons (CIVS), die 2019 ihr 20-jäh­ri­ges Be­ste­hen fei­ert, über­nimmt die Lei­tung des Netz­werks wäh­rend des ers­ten Jah­res. Das Ar­beits­pro­gramm um­fasst die Um­set­zung ei­nes en­gen In­for­ma­ti­ons­aus­tau­sches, die Ver­öf­fent­li­chung ei­nes ge­mein­sa­men Leit­fa­dens, um über die un­ter­schied­li­chen Ak­ti­vi­tä­ten der fünf Kom­mis­sio­nen, ins­be­son­de­re für Er­ben und An­spruch­stel­ler, zu in­for­mie­ren, die Sit­zung ei­ner Ar­beits­grup­pe im Früh­jahr so­wie die Or­ga­ni­sa­ti­on ei­ner in­ter­na­tio­na­len Kon­fe­renz am En­de des Jah­res.

Forschungsprojekt zur internationalen Praxis bei Restitutionen beginnt an der Universität Bonn

05.06.2019

An der Uni­ver­si­tät Bonn hat ein Pro­jekt be­gon­nen, das dar­auf ab­zielt, die bis­he­ri­ge in­ter­na­tio­na­le Ver­fah­rens­wei­se bei Re­sti­tu­tio­nen na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Raub­guts recht­lich zu ver­glei­chen. Das Pro­jekt soll ab­strak­te Ent­schei­dungs­re­geln und die ih­nen zu­grun­de­lie­gen­den Ge­rech­tig­keits­er­wä­gun­gen fest­stel­len. Dar­aus soll ein Re­gel­werk ent­wi­ckelt wer­den, das sich als Vor­schlag und Ar­gu­men­ta­ti­ons­hil­fe für die­je­ni­gen, die noch über Re­sti­tu­tio­nen zu ent­schei­den oder Emp­feh­lun­gen zu er­ar­bei­ten ha­ben, ver­steht.

Das For­schungs­pro­jekt kon­zen­triert sich da­bei auf die­je­ni­gen Staa­ten, die ge­mäß der „Grund­sät­ze der Wa­shing­to­ner Kon­fe­renz in Be­zug auf Kunst­wer­ke, die von den Na­tio­nal­so­zia­lis­ten be­schlag­nahmt wur­den“ Re­sti­tu­ti­ons­kom­mis­sio­nen als al­ter­na­ti­ve Me­cha­nis­men zur Klä­rung strit­ti­ger Ei­gen­tums­fra­gen ein­ge­rich­tet ha­ben. Die­se Staa­ten sind Deutsch­land, Ös­ter­reich, Frank­reich, die Nie­der­lan­de und das Ver­ei­nig­te Kö­nig­reich.

Das Re­gel­werk wird in eng­li­scher Spra­che er­ar­bei­tet und zum Ab­schluss des fünf­jäh­ri­gen Pro­jekts vor­aus­sicht­lich 2024 ver­öf­fent­licht wer­den.

Ge­lei­tet wird das Pro­jekt vom In­ha­ber der Al­fried Krupp von Boh­len und Halb­ach-Pro­fes­sur für Bür­ger­li­ches Recht, Kunst- und Kul­tur­gut­schutz­recht, Prof. Dr. Mat­thi­as Wel­ler. Es wird durch die Be­auf­trag­te der Bun­des­re­gie­rung für Kul­tur und Me­di­en fi­nan­ziert.

Hin­ter­grund: Die Uni­ver­si­tät Bonn hat zum Som­mer­se­mes­ter 2018 auf In­itia­ti­ve der Al­fried Krupp von Boh­len und Halb­ach-Stif­tung zwei Pro­fes­su­ren ein­ge­rich­tet, die durch die Stif­tung fi­nan­ziert wer­den. Am Kunst­his­to­ri­schen In­sti­tut der Phi­lo­so­phi­schen Fa­kul­tät hat Chri­stoph Zu­schlag die Pro­fes­sur für Kunst­ge­schich­te der Mo­der­ne und der Ge­gen­wart (19.-21. Jh.) mit Schwer­punkt Pro­ve­ni­enz­for­schung/Ge­schich­te des Sam­melns in­ne. Die Pro­fes­sur von Mat­thi­as Wel­ler an der Rechts- und Staats­wis­sen­schaft­li­chen Fa­kul­tät hat den Schwer­punkt Bür­ger­li­ches Recht, Kunst- und Kul­tur­gut­schutz­recht. Zu­sätz­lich hat die Uni­ver­si­tät mit Ul­ri­ke Saß ei­ne Ju­nior­pro­fes­sur für kunst­his­to­ri­sche Pro­ve­ni­enz­for­schung ge­schaf­fen. Das Deut­sche Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te ar­bei­tet eng mit die­sem Kom­pe­tenz­zen­trum der Uni­ver­si­tät Bonn zu­sam­men.

Provenienzforschung zu Judaika: Online-Handbuch jetzt auf Deutsch

30.04.2019

Um Pro­ve­ni­enz­for­scher bei der Iden­ti­fi­ka­ti­on und der Su­che nach dem Ver­bleib jü­di­scher Ze­re­mo­ni­al­ge­gen­stän­de zu un­ter­stüt­zen, hat die Je­wish Claims Con­fe­rence (JCC) im ver­gan­ge­nen Jahr ge­mein­sam mit der World Je­wish Re­sti­tu­ti­on Or­ga­ni­za­ti­on (WJRO) das “Hand­book on Ju­dai­ca Pro­ve­nance Re­se­arch: Ce­re­mo­ni­al Ob­jects” ver­öf­fent­licht. Das zu­nächst auf Eng­lisch er­schie­ne­ne Hand­buch ent­hält ne­ben ei­ner his­to­ri­schen Ein­ord­nung zahl­rei­che In­for­ma­tio­nen zu Ob­jekt­ty­pen und wis­sen­schaft­li­ches Quel­len­ma­te­ri­al. Nun ist das Hand­buch auch auf Deutsch on­line ver­füg­bar.

In­ter­es­sier­te kön­nen es ab so­fort auf der Web­si­te der “Con­fe­rence on Je­wish Ma­te­ri­al Claims Against Ger­ma­ny” kos­ten­frei her­un­ter­la­den. In­iti­iert und fi­nan­ziert wur­de die deut­sche Über­set­zung von der Be­auf­trag­ten der Bun­des­re­gie­rung für Kul­tur und Me­di­en.
“Mit der deut­schen Aus­ga­be die­ses wich­ti­gen Hand­buchs wol­len wir die Pro­ve­ni­enz­for­schung spe­zi­ell zu Ju­dai­ka stär­ker in den Fo­kus der Auf­ar­bei­tung des NS-Kunst­rau­bes rücken”, be­tont Kul­tur­staats­mi­nis­te­rin Mo­ni­ka Grüt­ters. “Der Bun­des­re­gie­rung war es da­her ein großes An­lie­gen, die Über­set­zung des Hand­buchs zu un­ter­stüt­zen, um deutsch­spra­chi­gen For­sche­rin­nen und For­schern den Zu­gang zu wis­sen­schaft­li­chen Quel­len bei der Un­ter­su­chung von Ju­dai­ka wei­ter zu er­leich­tern.”

Hand­buch zur Ju­dai­ca-Pro­ve­ni­enz­for­schung: Ze­re­mo­nial­ob­jek­te

Woher kommst Du? – Einblicke in die Provenienzforschung

WISSENSCHAFTSMINISTER BJÖRN THÜMLER LÄDT EIN: FORSCHUNG MADE IN NIEDERSACHSEN AM 28. Mai 2019 UM 19.30 Uhr IM NIEDERSÄCHSISCHEN LANDESMUSEUM FÜR KUNST UND KULTURGESCHICHTE IN OLDENBURG

Die Provenienzforschung beschäftigt sich mit der Herkunft der Kulturgüter in unseren Museen, insbesondere mit NS verfolgungsbedingt entzogenen Objekten und mit Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten. Damit besitzt Provenienzforschung nicht nur eine ethisch-moralische, sondern auch eine kultur- und gesellschaftspolitische Dimension. Provenienzforschung ist daher ein Auftrag an alle Museen.

Niedersachsen hat hier schon viel erreicht: Seit 2015 unterstützt das Netzwerk Provenienzforschung die niedersächsischen Museen dabei, die Herkunft ihrer Sammlungen und Objekte zu erforschen. Vier Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die im Netzwerk aktiv sind, geben uns Einblicke in ihre Arbeitsfelder. Ich freue mich, wenn auch Sie dabei sind und mitdiskutieren.

Dabei sein werden Dr. Claudia Andratschke, Provenienzforscherin im Niedersächsischen Landesmuseum Hannover und Koordinatorin des Netzwerks Provenienzforschung in Niedersachsen, Christopher M. Galler, Wissenschaftlicher Mitarbeiter Provenienzforschung im Bomann-Museum Celle, Dr. Marcus Kenzler, Provenienzforscher im Niedersächsisches Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg und Jennifer Tadge, Wissenschaftliche Mitarbeiterin Ethnologie im Niedersächsischen Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg.

Moderation: Christoph Koch, Leiter Wissenschaftsressort des “Stern”

Ferdinand von Schirach lässt historische Familiensammlung auf NS-Raubgut prüfen

17.04.2019

Der Schrift­stel­ler Fer­di­nand von Schi­rach stell­te sich der Ver­ant­wor­tung für die Ge­schich­te sei­ner Fa­mi­lie. Nach ei­ner Be­ra­tung durch das Deut­sche Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te ent­schloss er sich, ei­ne Stu­die zum Kunst­be­sitz sei­ner Groß­el­tern Bal­dur und Hen­ri­et­te von Schi­rach aus ei­ge­nen Mit­teln zu fi­nan­zie­ren. Das Zen­trum ver­mit­tel­te ihm mit dem Zen­tral­in­sti­tut für Kunst­ge­schich­te in Mün­chen ei­nen er­fah­re­nen Pro­jekt­trä­ger, der – oh­ne jeg­li­che Ein­fluss­nah­me Fer­di­nand von Schi­rachs – ei­ne Pro­ve­ni­enz­for­sche­rin mit der Re­cher­che be­auf­trag­te. Auf die­se Wei­se wur­de die  Un­ab­hän­gig­keit der Stu­die si­cher­ge­stellt, wor­auf Fer­di­nand von Schi­rach ei­nen ho­hen Wert leg­te. Erst bei der Prä­sen­ta­ti­on der For­schungs­er­geb­nis­se traf er die Pro­ve­ni­enz­for­sche­rin The­resa Sepp.

Die Stu­die ver­folg­te drei Zie­le: Zu­nächst die Re­kon­struk­ti­on des Kunst- und Kul­tur­gut­be­sit­zes, über den das Ehe­paar von Schi­rach zwi­schen 1933 und 1945 ver­füg­te. Im Wei­te­ren soll­te die his­to­ri­sche Rol­le Bal­dur von Schi­rachs als „Reichs­statt­hal­ter“ in Wien ab 1940, be­zo­gen auf die Ent­zie­hung- und Ver­wer­tung von Kunst­wer­ken un­ter­sucht wer­den. Und schließ­lich re­kon­stru­ier­te die For­sche­rin die Be­mü­hun­gen Hen­ri­et­te von Schi­rachs um Rück­ga­be des zum Kriegs­en­de durch die Al­li­ier­ten  ein­ge­zo­ge­nen Be­sit­zes. Die Er­geb­nis­se die­ser vier­mo­na­ti­gen Stu­die lie­gen nun vor und sind im Fak­ten­blatt im An­hang kurz zu­sam­men­ge­fasst.

Fer­di­nand von Schi­rach stell­te re­sü­mie­rend fest: „Dass mei­ne Groß­mut­ter auch nach dem Krieg, nach den Bil­dern der Be­frei­ung von Ausch­witz, Ge­gen­stän­de und Kunst­wer­ke von den Be­hör­den her­aus­for­der­te, die jü­di­schen Fa­mi­li­en ge­raubt wur­den, er­füllt mich mit Scham und Wut. Das ist ei­ne zwei­te Schuld, ei­ne Wie­der­ho­lung der furcht­ba­ren Ver­bre­chen, ein er­neu­ter Raub. Viel­leicht hilft es den Op­fern und ih­ren Nach­kom­men zu er­fah­ren, was die His­to­ri­ker heu­te noch er­mit­teln kön­nen. Ich ap­pel­lie­re in die­sem Zu­sam­men­hang an den Ge­setz­ge­ber, die Kunst­händ­ler und Auk­ti­ons­häu­ser in die­sen ein­deu­ti­gen Fäl­len zu zwin­gen, ih­re Ar­chi­ve of­fen­zu­le­gen. Mei­nes Er­ach­tens wie­gen die be­rech­tig­ten In­ter­es­sen der Op­fer und der For­schung weit schwe­rer, als der hier zwei­fel­haf­te Per­sön­lich­keits­schutz der Käu­fer und Ver­käu­fer. Ich wür­de mich freu­en, wenn an­de­re Fa­mi­li­en ei­nen ähn­li­chen Weg ge­hen wür­den. Es ist jetzt un­ser Staat und un­se­re Ver­ant­wor­tung.“

Der um­fang­rei­che For­schungs­be­richt kann im “Mo­dul For­schungs­er­geb­nis­se” des Deut­schen Zen­trums Kul­tur­gut­ver­lus­te re­cher­chiert wer­den.

Deut­sches Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te
Stif­tung bür­ger­li­chen Rechts
Pres­se­stel­le
Hum­boldt­stra­ße 12 | 39112 Mag­de­burg
Te­le­fon +49 (0) 391 727 763 24
Te­le­fax +49 (0) 391 727 763 6


www.kul­tur­gut­ver­lus­te.de

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An­hang zur Pres­se­mit­tei­lung

Fak­ten­blatt

Vor­stu­die Kunst­be­sitz Bal­dur und Hen­ri­et­te von Schi­rach

Lauf­zeit: 7. Mai bis 31. Au­gust 2018

htt­ps://www.kul­tur­gut­ver­lus­te.de/Webs/DE/For­schungs­foer­de­rung/

Kurz­text Pro­jekt­be­schrei­bung und Er­geb­nis­se:

Das vier­mo­na­ti­ge Pro­jekt um­fass­te drei Kom­ple­xe. Zu­nächst wur­de ei­ne Do­ku­men­ta­ti­on je­ner Kunst- und Kul­tur­gü­ter, die sich zwi­schen 1933 und 1945 in Be­sitz von Bal­dur von Schi­rach und sei­ner Ehe­frau Hen­ri­et­te be­fan­den, er­stellt und die Her­kunft und der Ver­bleib mög­lichst vie­ler Ge­gen­stän­de be­ar­bei­tet. Um­fang und Art der Ob­jek­te wa­ren bis­lang un­be­kannt. Ins­ge­samt konn­ten 132 Kunst­ge­gen­stän­de do­ku­men­tiert und 70 Mö­bel und Ein­rich­tungs­ge­gen­stän­de fest­ge­stellt wer­den. Da­ne­ben wur­den ca. 490 Bü­cher mit Ti­tel er­fasst, was al­ler­dings nur ei­nen Bruch­teil der Bi­blio­thek der Schi­rachs dar­stellt. Für min­des­tens 5 Ob­jek­te konn­te ein ein­deu­ti­ger NS-ver­fol­gungs­be­ding­ter Ent­zug fest­ge­stellt wer­den. Da­ne­ben wei­sen min­des­tens 45 Ob­jek­te ei­ne zu­min­dest be­denk­li­che Pro­ve­ni­enz auf, da sie Schi­rach in den vom Deut­schen Reich be­setz­ten Ge­bie­ten er­warb. 
Über die Re­kon­struk­ti­on der Samm­lung hin­aus galt es, Bal­dur von Schi­rachs Rol­le dar­zu­stel­len, die er als Reichs­statt­hal­ter und Gau­lei­ter von Wien ab 1940 im Ent­zie­hungs- und Ver­wer­tungs­pro­zess von Kunst­ge­gen­stän­den ein­nahm. Als Er­geb­nis kann fest­ge­hal­ten wer­den, dass Schi­rach nicht nur sei­ne Funk­ti­on als Reichs­statt­hal­ter aus­nutz­te, um Kunst­wer­ke aus be­schlag­nahm­ten Samm­lun­gen zu er­wer­ben, son­dern auch von sei­nen Pri­vi­le­gi­en als ho­her NS-Funk­tio­när Ge­brauch mach­te, um sich auf dem Kunst­markt fi­nan­zi­ell zu be­rei­chern. 
Der drit­te The­men­kom­plex des Pro­jek­tes soll­te sich mit Hen­ri­et­te von Schi­rachs Be­mü­hun­gen um die Rück­ga­be des ein­ge­zo­ge­nen Ver­mö­gens ab den spä­ten 1940er Jah­ren be­fas­sen. Dass die Rück­ga­ben bei­na­he das ge­sam­te 1945 ein­ge­zo­ge­ne Ver­mö­gen von Bal­dur von Schi­rach um­fass­ten, war bis­lang in die­ser Di­men­si­on nicht be­kannt.

Lang­fas­sung: Zu­sam­men­fas­sung der For­schungs­er­geb­nis­se:

Zie­le der For­schung

  1. Re­kon­struk­ti­on des Be­sit­zes von Kunst- und Kul­tur­gut, über den Bal­dur und Hen­ri­et­te von Schi­rach zwi­schen 1933 und 1945 ver­füg­ten
  2. Kon­text­for­schung zur his­to­ri­schen Rol­le von Bal­dur von Schi­rach im Ent­zie­hungs- und Ver­wer­tungs­pro­zess von Kunst­ge­gen­stän­den als Reichs­statt­hal­ter in Wien ab 1940
  3. Be­mü­hun­gen Hen­ri­et­te von Schi­rachs um Rück­ga­be des ein­ge­zo­ge­nen Be­sit­zes nach 1945

Er­geb­nis­se zu 1
Auf Ba­sis der in der Da­ten­bank zum Cen­tral Col­lec­ting Point (CCP) Mün­chen zu­gäng­li­chen Kar­tei­kar­ten, die das nach Kriegs­en­de ein­ge­zo­ge­ne In­ven­tar aus den von der Fa­mi­lie Schi­rach be­wohn­ten Im­mo­bi­li­en Schloss As­pen­stein in Ko­chel und in Ur­feld im Ein­zel­nen ver­zeich­nen, und wei­te­ren Ar­chi­vre­cher­chen zu den in der Dienst­vil­la auf der Ho­hen War­te in Wien auf­be­wahr­ten Ob­jek­ten wur­den Her­kunft und Ver­bleib des Kul­tur­gut­be­sit­zes von Bal­dur und Hen­ri­et­te von Schi­rach mög­lichst weit­ge­hend do­ku­men­tiert. Auf die­se Wei­se konn­ten 132 Kunst­ge­gen­stän­de, 70 Mö­bel und Ein­rich­tungs­ge­gen­stän­de und ca. 490 Bü­cher mit Ti­tel (die Bi­blio­thek um­fass­te tat­säch­lich ca. 12.000 Bän­de) er­fasst wer­den. Für min­des­tens 4 der Kunst­wer­ke wur­de ein NS-ver­fol­gungs­be­ding­ter Ent­zug ein­deu­tig fest­ge­stellt. Min­des­tens 45 Ob­jek­te wei­sen zu­dem ei­ne be­denk­li­che Pro­ve­ni­enz auf, da von Schi­rach sie in vom Deut­schen Reich be­setz­ten Ge­bie­ten (Frank­reich und Nie­der­lan­de) er­warb.

Er­geb­nis­se zu 2
Bal­dur von Schi­rach nutz­te sei­ne Funk­ti­on als Reichs­statt­hal­ter nach­weis­lich aus, um Kunst­wer­ke aus in Wien be­schlag­nahm­ten Samm­lun­gen zu er­wer­ben. Zur „Ver­wer­tung“ frei­ge­ge­be­ne Kunst­ob­jek­te er­warb er so­wohl über die „Vu­ges­ta“, als auch di­rekt über sein Bü­ro so­wie über Kunst­händ­ler. Zu­dem er­warb von Schi­rach Kunst­wer­ke aus dem be­setz­ten Frank­reich und nutz­te sei­ne Pri­vi­le­gi­en als Funk­ti­ons­trä­ger des NS-Re­gimes, um be­schlag­nahm­te Kunst­wer­ke über die in Den Haag an­säs­si­ge „Dienst­stel­le Mühl­mann“ güns­tig zu er­wer­benund sie ge­winn­brin­gend auf dem deut­schen Kunst­markt zu ver­kau­fen.

Er­geb­nis­se zu 3
Von den 60 nach En­de des Krie­ges in Ko­chel auf­ge­fun­de­nen und in den Cen­tral Col­lec­ting Point (CCP) ge­brach­ten Kunst­ge­gen­stän­den er­hielt Hen­ri­et­te Hoff­mann-von Schi­rach ab 1948 ins­ge­samt 34 oh­ne Ge­gen­leis­tung aus­ge­hän­digt, 19 er­warb sie käuf­lich vom Staat. Drei Kunst­wer­ke wur­den re­sti­tu­iert und ei­nes zer­stört (ein Por­trät Bal­dur von Schi­rachs). Für drei Kunst­ge­gen­stän­de konn­te der Ver­bleib nach der Über­tra­gung auf den Frei­staat Bay­ern im Jahr 1952 nicht ge­klärt wer­den. Von den 68 im CCP si­cher­ge­stell­ten Mö­beln und Ein­rich­tungs­ge­gen­stän­den er­hielt Hen­ri­et­te von Schi­rach 58 Ob­jek­te kos­ten­frei aus­ge­lie­fert, 7 Ob­jek­te kauf­te sie zu­rück. Bei den 3 ver­blei­ben­den Ge­gen­stän­den han­del­te es sich um lee­re Rah­men, die mög­li­cher­wei­se zu­sam­men mit den pas­sen­den Kunst­wer­ken zu­rück­gin­gen, oh­ne dass dies do­ku­men­tiert wur­de. So­mit ge­lang­ten ca. 92% der zum Zwe­cke der Re­sti­tu­ti­on und der Wie­der­gut­ma­chung ein­ge­zo­ge­nen Kunst­ge­gen­stän­de und Mö­bel wie­der in Fa­mi­li­en­be­sitz. Al­ler­dings sind in die­ser An­zahl we­der die Rück­ga­ben und -käu­fe aus der Bi­blio­thek noch aus der Ein­zie­hung des Be­sit­zes von Hen­ri­et­tes Va­ter Hein­rich Hoff­mann be­rück­sich­tigt. Im Fal­le des „Hol­län­di­schen Platz­bil­des“ aus dem Be­sitz von Hein­rich Hoff­mann er­ziel­te Hen­ri­et­te von Schi­rach zu­dem mit dem Ver­kauf ei­nen er­heb­li­chen Ge­winn.

10. April: Zentrum unterstützt „Tag der Provenienzforschung“

09.04.2019

Das Deut­sche Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te in Mag­de­burg un­ter­stützt den vom Ar­beits­kreis Pro­ve­ni­enz­for­schung e. V. in­iti­ier­ten ers­ten „Tag der Pro­ve­ni­enz­for­schung“ am 10. April 2019. Ge­mein­sam mit dem Nie­der­säch­si­schen Lan­des­ar­chiv und der „Kon­fe­renz der Lei­te­rin­nen und Lei­ter der Ar­chiv­ver­wal­tun­gen des Bun­des und der Län­der“ rich­tet das Zen­trum an die­sem Tag die Fach­kon­fe­renz „Mu­se­ums­über­lie­fe­rung – Im Schnitt­punkt der In­ter­es­sen von Mu­se­en, Ar­chi­ven und der For­schung“ aus.

Uwe Hart­mann, Lei­ter des Fach­be­reichs Pro­ve­ni­enz­for­schung beim Zen­trum, und Ma­thi­as Dei­nert, An­sprech­part­ner im Be­reich Pro­jekt­ko­or­di­na­ti­on Kul­tur­gut­ent­zie­hun­gen in SBZ und DDR, wer­den im Rah­men der Ta­gung be­grü­ßen, ein­zel­ne Sek­tio­nen mo­de­rie­ren und die Ab­schluss­dis­kus­si­on lei­ten.

Ziel ist es, den fach­li­chen Dia­log zwi­schen Pro­ve­ni­enz­for­schung, Mu­se­en und Ar­chi­ven vor­an­zu­trei­ben und dar­zu­stel­len, wel­che spe­zi­fi­schen An­for­de­run­gen und Be­dürf­nis­se Pro­ve­ni­enz­for­scher an die Er­schlie­ßung von Mu­se­ums-Schrift­gut ha­ben. An­hand von Er­fah­rungs­be­rich­ten wer­den er­folg­rei­che Mo­del­le und Bei­spie­le gu­ter Zu­sam­men­ar­beit vor­ge­stellt, aber auch Pro­ble­me und Hür­den be­spro­chen, um ge­mein­sam über Lö­sun­gen nach­zu­den­ken.

Wei­te­re In­for­ma­tio­nen zur vom Zen­trum aus­ge­rich­te­ten Ta­gung fin­den Sie hier.

Der Tag der Pro­ve­ni­enz­for­schung fin­det in die­sem Jahr erst­ma­lig statt. Mehr als 70 Kul­tur­in­sti­tu­tio­nen in Deutsch­land, Groß­bri­tan­ni­en, Ös­ter­reich, den Nie­der­lan­den und der Schweiz neh­men dar­an teil und ge­ben u. a. im Rah­men von Füh­run­gen, Prä­sen­ta­tio­nen, Aus­stel­lun­gen oder an­der­wei­ti­gen Ak­tio­nen ei­nen ak­tu­el­len Ein­blick in we­sent­li­che Fra­gen und Er­geb­nis­se der Pro­ve­ni­enz­for­schung. Zu­künf­tig soll der Ak­ti­ons­tag ein­mal jähr­lich, je­weils am zwei­ten Mitt­woch im April statt­fin­den.

Ei­ne Über­sicht der teil­neh­men­den Kul­tur­in­sti­tu­tio­nen fin­det sich auf der Web­si­te des Ar­beits­krei­ses Pro­ve­ni­enz­for­schung.

Tagung “Provenienzforschung in den Lübecker Museen”

In einem dreijährigen Projekt, gefördert vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste, wurden die Erwerbungen des damaligen Museums für Kunst und Kulturgeschichte Lübeck, die zwischen 1933 und 1945 in die Sammlung gelangten, systematisch auf ihre Provenienz geprüft.

Nun wird die Tagung „Provenienzforschung in den Lübecker Museen. Erwerbungen 1933 bis 1945“ einen Blick auf die Recherchen in Lübeck werfen. Von Alwin Pump in Lübeck bis zum Dorotheum in Wien werden Kunsthandlungen und Personen beleuchtet, die 1933 bis 1945 in die Erwerbungen des Museums für Kunst und Kulturgeschichte Lübeck involviert waren.

Programm folgt in Kürze.

Anmeldungen bitte bis zum 10. Mai 2019 an:

Zeit: 16.-17. Mai 2019
Ort: Zentrum für Kulturwissenschaftliche Forschung Lübeck, Königstraße 42, 23552 Lübeck

Neuer Förderbeirat “Koloniales Kulturgut” berufen

20.02.2019

Seit dem 1. Ja­nu­ar 2019 kön­nen beim Deut­schen Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te An­trä­ge für ei­ne Pro­jekt­för­de­rung zur Er­for­schung der Her­kunft von Kul­tur­gut aus ko­lo­nia­len Kon­tex­ten ge­stellt wer­den. Die ers­te An­trags­frist wird der 1. Ju­ni 2019 sein. Zur Be­wer­tung der ein­ge­hen­den An­trä­ge und Er­ar­bei­tung ei­ner För­der­emp­feh­lung an den Vor­stand der Stif­tung, hat Staats­mi­nis­te­rin Mo­ni­ka Grüt­ters ei­nen neu­en För­der­bei­rat „Ko­lo­nia­les Kul­tur­gut“ be­ru­fen. Als Mit­glie­der wähl­te sie re­nom­mier­te Ex­per­tin­nen und Ex­per­ten auf die­sem Ge­biet aus und be­zieht auch die in­ter­na­tio­na­le Per­spek­ti­ve mit ein.

Im Bei­rat ver­tre­ten sind: Prof. Dr. Wieb­ke Ahrndt (Über­see-Mu­se­um Bre­men), Prof. Dr. Dr. An­to­i­net­te Do­mi­nicé (Lud­wig-Ma­xi­mi­li­ans-Uni­ver­si­tät Mün­chen), Prof. Dr. Al­bert Gouaf­fo (Uni­ver­sité de Dschang, Ka­me­run), Prof. Dr. Mo­ni­ca Ju­ne­ja (Uni­ver­si­tät Hei­del­berg), Prof. Dr. Ul­ri­ke Lind­ner (Uni­ver­si­tät zu Köln), Dr. Bar­ba­ra Plan­ken­stei­ner (Mu­se­um am Ro­then­baum, Ham­burg), Prof. Dr. Béné­dic­te Sa­voy (Tech­ni­sche Uni­ver­si­tät Ber­lin), Dr. Ma­ja Schweit­zer (BKM, Ber­lin), Dr. Ste­pha­nie Tasch (Kul­tur­stif­tung der Län­der, Ber­lin).

Mit Be­ginn des Jah­res 2019 wei­tet das Deut­sche Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te sei­ne Auf­ga­ben auf Pro­ve­ni­enz- und Grund­la­gen­for­schung zu Samm­lungs­gut aus ko­lo­nia­len Kon­tex­ten aus. Ähn­lich wie bei der För­de­rung im Be­reich NS-Raub­gut wer­den öf­fent­li­che Mu­se­en und Samm­lun­gen, Bi­blio­the­ken, Ar­chi­ve und For­schungs­ein­rich­tun­gen bei der Klä­rung der Her­kunft der Wer­ke zu­künf­tig un­ter­stützt. Zur Durch­füh­rung die­ser Auf­ga­ben wird ein neu­er Fach­be­reich ein­ge­rich­tet. Die Mit­tel für Pro­jekt­för­de­rung und Per­so­nal be­tra­gen 1,9 Mil­lio­nen Eu­ro.

Von der neu­en und wich­ti­gen Auf­ga­be des Deut­schen Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te bleibt die Kern­auf­ga­be, die Pro­jekt­för­de­rung im Be­reich NS-Raub­gut, un­be­rührt.

Wei­te­re In­for­ma­tio­nen zur Pro­jekt­för­de­rung fin­den Sie hier.