CfP: Die Museen und der französische Kunstmarkt

Digitale Konferenz: „Die Museen und der französische Kunstmarkt während der deutschen Besatzung“

Während des Zweiten Weltkriegs deckte sich nicht nur die NS-Elite wie Hitler, Göring oder Ribbentrop im besetzten Paris mit Kunst für ihre Sammlungen ein, sondern auch viele Museen tätigten hier Erwerbungen. Denn dank des vorteilhaften Wechselkurses und eines großen Angebots qualitätsvoller, zum Teil aus beschlagnahmtem jüdischem Besitz stammender Objekte, bot der dortige Markt außergewöhnlich günstige Bedingungen, von denen auch sie profitieren wollten. So wählten viele Museumsdirektoren und Sammlungsleiter direkt vor Ort Kunstwerke zum Ankauf aus oder erwarben sie indirekt über deutsche Kunsthändler. Teilweise agierten dafür mehrere Museen einer Stadt oder Region gemeinsam. Die Museen zählen damit zu den wichtigsten Akteuren auf dem Pariser Kunstmarkt und trugen maßgeblich zu dessen Dynamisierung während der Besatzung bei.

Nach dem Krieg erwirkte die französische Regierung mit dem Verweis auf die “London Declaration“ von 1943, die alle Eigentumsübertragungen an Deutsche während der Besatzung für ungültig erklärte, die Rückgabe dieser Erwerbungen. So gelangte ein Großteil der Kunstwerke wieder nach Frankreich, wo sich viele davon heute im sogenannten MNR-Bestand (Musées Nationaux Récupération) in Nationalmuseen befinden. Seit einigen Jahren werden die Provenienzen dieser lange Zeit vergessenen Werke erforscht, wodurch zahlreiche von ihnen inzwischen restituiert werden konnten. Doch auch in deutschen Museen befinden sich noch einzelne Objekte, die während des Krieges auf dem Pariser Kunstmarkt angekauft wurden oder nach dem Krieg über Umwege in ihre Sammlungen gelangten und deren Provenienzen sich im Rahmen von Einzeluntersuchungen oftmals nicht genau rekonstruieren lassen. Eine offene Frage der Forschung ist zudem, welche Objekte die französischen Museen selbst während der Besatzung angekauft haben und woher diese stammen.

Ziel des Workshops ist es, die in den letzten Jahren im Rahmen der Provenienzforschung an deutschen, österreichischen, schweizer und französischen Museen sowie in sammlungs- und personengeschichtlichen Untersuchungen gewonnenen Erkenntnisse zu Erwerbungen im besetzten Frankreich systematisch und transnational zusammenzutragen. So sollen Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Aktivitäten von Museen auf dem Pariser Kunstmarkt während der Okkupation vergleichend betrachtet werden, um die Erwerbungsstrategien und Marktmechanismen besser verstehen zu können. Neben den Umständen, unter denen diese Translokationen stattfanden, gilt es ebenso, den Umgang mit diesen Objekten nach dem Zweiten Weltkrieg in den verschiedenen Ländern und die damit verbundenen Diskurse zu beleuchten.

Beiträge können u.a. folgende Themen behandeln:

– Ankaufs- und Sammlungsstrategien von Museen
– Überschneidung von Kunstraub und Kunsthandel
– Kunstmarktentwicklung während der Besatzungszeit und die Rolle der deutschen Besatzungsbehörde für dessen Regulierung
– Finanzierung, Genehmigung und Transport der Ankäufe
– Deutsche und französische Akteure (Händler, Museumsdirektoren, Funktionäre) und ihre Netzwerke auf dem Pariser Kunstmarkt
– Umgang mit den Erwerbungen in Deutschland, der Schweiz und Österreich sowie Frankreich nach dem Zweiten Weltkrieg

Ursprünglich als Veranstaltung in Berlin geplant, wird die Konferenz als Reaktion auf die Corona-Epidemie am 8./9. Oktober 2020 nun digital stattfinden. Ein angepasstes Konzept ist unter Berücksichtigung der aktuellen Erfahrungen des virtuellen Arbeitsumfeldes in Vorbereitung und wird den TeilnehmerInnen rechtzeitig bekanntgegeben. Wir sehen in diesem neuen digitalen Format auch eine Chance, die Beiträge einem größeren Publikum zugänglich zu machen, und gemeinsam aus der Krise heraus neue innovative Wege für den länderübergreifenden Wissenschaftsaustausch zu entwickeln. Eine spätere Veröffentlichung der Beiträge ist geplant.

Wir bitten um die Einsendung von Beitragsvorschlägen für 20-minütige Vorträge in einem Umfang von 300 Worten sowie einem kurzen Lebenslauf bis zum 30. Juni 2020 an und . Die Exposés können auf Deutsch, Englisch oder Französisch eingereicht werden.

CfP: Möglichkeiten, Herausforderungen und Konsequenzen der Digitalisierung von Museumssammlungen

Digitale Sammlungen sind inzwischen weit verbreitet. Zahlreiche Museen haben einen Großteil ihrer Objekte digitalisiert oder sind dabei, dies zu tun; spezielle Förderformate v. a. des BMBF haben universitäre Institute ermutigt, Sammlungen zu digitalisieren. Allerdings stellen Fragen der Bewertung dieses Prozesses wie auch die praktische Umsetzung Museen und universitäre Institute weiterhin vor Herausforderungen, die von der dafür erforderlichen zusätzlichen Arbeitsleistung über die Nutzungsdauer von Digitalisaten, der nachhaltigen Nutzung von Onlineportalen bis hin zu rechtlichen Aspekten und solchen der epistemologischen Konsequenzen reichen.
Ethnologische Museen und Universitätsinstitute mit ethnologischen Sammlungen stehen dabei vor ganz besonderen Erwartungshaltungen unterschiedlichster Akteure. Da diese Sammlungen oftmals in kolonialen Kontexten entstanden sind, werden sie heute zunehmend in Restitutionsdebatten eingebunden. Bieten Digitalisierungen neue Optionen der Rückkehr von Objekten an den Ort und in den Zusammenhang ihrer Entstehung, bei denen die ‚Originale‘ noch nicht einmal das Depot oder den Ausstellungsraum verlassen müssten? Entspricht eine solche Praxis der postkolonialen Agenda ethnologischer Museen und Sammlungen? Wie verhalten sich Aspekte der Materialität und Immaterialität digitaler Objekte zu Forderungen nach Zugriffsmöglichkeit der Urheber? Bieten weltweite Zugänglichkeit und das Aufbrechen visueller Ökonomien neue Chancen für eine Dezentralisierung und Zirkulation von Sammlungen? Oder zementieren im globalen Norden standardisierte Daten(bank)formate (neo-)koloniale Strukturen im Museum? Welche Rolle spielen online zugängliche ethnologische Sammlungen in der Provenienzforschung? Wie werden Fragen der Aura, der Unikate und des didaktischen Potentials im Licht der neuen Möglichkeiten beurteilt?

Die AG Museum und die AG Materielle Kultur stellen diese Fragen ins Zentrum der Tagung, die am 10. und 11. September in Köln und Bonn stattfinden wird.

Wir freuen uns auf Beiträge, die sich mit der Digitalisierung ethnologischer Museums- und universitärer Sammlungen auseinandersetzen und ihre Chancen und Probleme analysieren. Insbesondere sollen Aspekte der Digitalisierung (Materialität/Immaterialität, Original/Kopie, Musealisierung als Fetischisierung, technische Probleme, Handlungspraktiken und Transformationen in den Institutionen, Kontinuität von Projekten, Messung ihres Nutzens) und der Besonderheiten ethnologischer Sammlungen (Heterogenität der ‚Objekte‘; Berücksichtigung postkolonialer Agenden, Taxonomien und ‚secret/sacred‘ Bestände; digital return/repatriation, digital gap) sowie möglicherweise die Frage nach einem Code of Ethics für die Digitalisierung diskutiert werden.

Volontariat Provenienzforschung (m/w/d) am RJM Köln

Am Rautenstrauch-Joest-Museum, einem Museum der Stadt Köln, ist ab dem 1.7.2020 die Stelle einer/eines Volontärin beziehungsweise Volontärs (m/w/d) befristet auf zwei Jahre zu besetzen.

Das Rautenstrauch-Joest-Museum (RJM) nimmt in Nordrhein-Westfalen bis heute eine Sonderstellung ein: Als einzige öffentliche Institution seiner Art
widmet es sich seit nunmehr über einhundert Jahren mit einem breit gefächertem Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm der Vermittlung von Aspekten außereuropäischer Geschichte, Kultur und Kunst.

Das Volontariat ist in das innovative Förderprogramm „Forschungsvolontariat Kunstmuseen NRW“ eingebettet, mit dem das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen seit diesem Jahr Kunst- und Kulturmuseen in ihren Kernaufgaben – dem Sammeln, Bewahren und Erforschen – unterstützt. Zu diesem Zweck stärkt das Programm einerseits das individuelle Profil der beteiligten Museen und unterstützt andererseits die wissenschaftliche Ausbildung junger Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern am Museum sowie ihre Vernetzung innerhalb der ‚scientific community‘.
Ein wissenschaftliches Begleitprogramm, organisiert und realisiert durch die Projektleitung und -koordination am Institut für Kunstgeschichte der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, ermöglicht den Volontärinnen und Volontären den Austausch untereinander sowie die aktive Teilnahme an aktuellen Museums- und Forschungsdiskursen. Die Teilnahme daran wird ausdrücklich erwünscht und unterstützt.

DAS AUFGABENGEBIET UMFASST IM WESENTLICHEN:
– Eigenständige Forschungsarbeit zur Überprüfung und Ergänzung des
bisherigen Kenntnisstands zu Sammlungsprovenienzen und -geschichte im
RJM
– Aufbereitung der erarbeiteten Forschungsergebnisse und Eingabe in die
Datenbank
– Entwicklung und schriftliche Ausarbeitung eines Konzepts zur
systematischen Erschließung der Provenienzen des Gesamtbestandes mit
Empfehlungen für die nächsten Schritte (Priorisierung für Tiefenforschung,
Kooperation mit Herkunftsgesellschaften, Austausch mit anderen Museen,
hausinternes Vermittlungskonzept) im Austausch mit der Direktion und der
Koordinatorin für Provenienzforschung

WIR ERWARTEN VON IHNEN:
Vorausgesetzt wird (Muss-Kriterium):
Ein abgeschlossenes wissenschaftliches Hochschulstudium (Magister, Master oder gleichwertig) der Kultur- und Sozialanthropologie (Ethnologie), Geschichte, Kunstgeschichte oder einem anderen für den Forschungskontext relevanten Fach

Darüber sollten Sie verfügen:
– Erfahrungen und Vorkenntnisse in der Archivrecherche,
Quellenerschließung und Quellendokumentation
– Kenntnisse aktueller Debatten zu Provenienzforschung und
Dekolonisierung ethnologischer Sammlungen
– Sicherer Umgang mit den gängigen MS Office-Anwendungen
– Sehr gute Kenntnisse der deutschen Sprache in Wort und Schrift sowie gute Englischkenntnisse, Kenntnisse einer weiteren für die Forschungsarbeit relevanten Sprache (Französisch, Spanisch oder Arabisch)
– Kenntnisse im oder Bereitschaft zum Lesen alter Handschriften
– Teamfähigkeit, Zuverlässigkeit und strukturierte Arbeitsweise

WIR BIETEN IHNEN:
– Einen Arbeitsort, an dem postkoloniale Theorieperspektiven und
dekolonisierende, zeitgenössische Museumspraktiken erwünscht sind
– Eine Tätigkeit in einem zentralen Forschungsfeld für die Neupositionierung ethnologischer Museen

Die Vergütung entspricht 50 % der Entgeltgruppe 13 TVöD (Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst). Die Eingruppierung erfolgt gemäß den tariflichen
Regelungen befristet auf 2 Jahre.
Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt 39 Stunden.

IHRE BEWERBUNG:
Weitere Auskunft erteilt: Dr. Oliver Lueb, wissenschaftlicher Leiter und stellvertretender Direktor, Telefon 0221 / 221-31303

Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen (neben dem Anschreiben und Lebenslauf, Abitur- und Hochschulzeugnis, alle Zeugnisse über Ihren beruflichen Werdegang) senden Sie bitte bis zum 15.06.2020 an:
Rautenstrauch-Joest-Museum
Frau Nicole Golombek
Leonhard-Tietz-Str. 10, 50676 Köln

Die Stadt Köln fördert die Gleichstellung aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und begrüßt deshalb Bewerbungen von allen Personen, unabhängig von deren ethnischer, kultureller oder sozialer Herkunft, Alter, Religion, Weltanschauung, Behinderung oder sexueller Identität.
Die Stadt Köln hat sich selbst verpflichtet, den Anteil von Frauen in Leitungsfunktionen und unterrepräsentierten Berufsbereichen zu erhöhen. Frauen sind deshalb ausdrücklich angesprochen und gebeten, sich zu bewerben.
Zudem sollen sich die individuellen Arbeitszeitwünsche von Männern und Frauen mit Familienpflichten in allen Ebenen wiederfinden.
Die Stadt Köln ist Trägerin des Prädikats TOTAL E-QUALITY – Engagement für Chancengleichheit von Frauen und Männern sowie des Zusatzprädikats DIVERSITY. Schwerbehinderte und gleichgestellte Bewerberinnen und Bewerber werden bei gleicher Eignung besonders berücksichtigt.

Die vollständige Stellenausschreibung als pdf finden Sie hier: RJM_Volontariat_Provenienzforschung

Gilbert Lupfer wird neuer hauptamtlicher Vorstand des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste

15.05.2020

Der Kunst­his­to­ri­ker Prof. Dr. Gil­bert Lup­fer wird zum 15. Mai 2020 haupt­amt­li­cher Vor­stand des Deut-schen Zen­trums Kul­tur­gut­ver­lus­te. Er löst da­mit auf Be­schluss des Stif­tungs­rats Rü­di­ger Hüt­te ab, der sei­ne Amts­zeit ver­ein­ba­rungs­ge­mäß nach fünf Jah­ren be­en­det. Gil­bert Lup­fer, der zu­vor be­reits eh­ren­amt­li­cher wis­sen­schaft­li­cher Vor­stand der Stif­tung ge­we­sen war, ist da­mit nun al­lei­ni­ger Vor­stand.

Pres­se­mit­tei­lung (PDF, 116 KB)

Full-time Research and Data Engineer for the creation of the Digital Benin online platform

The Museum am Rothenbaum (foundation under public law)is hiring a Full-time Research and Data Engineer for the creation of the Digital Benin online platform for the duration of two years at the earliest possible date

The Museum am Rothenbaum promotes the appreciation of world cultures and arts. It is concerned with contemporary social debates centred on issues such as colonial heritage, living together in a globalised society and opening museums to a broader public. As a museum with world-encompassing collections and related archives, it is currently developing an innovative programme of exhibitions and events and focussing its research on the intertwined histories and the transcultural forms of creativity represented by the collections.

Within the framework of the project Digital Benin. Reconnecting Royal Art Treasures, financed by the Ernst von Siemens Kunststiftung, the MARKK is opening an international project office to bring together digitally information about the globally scatteredworks of art from the former Kingdom of Benin. As an unparalleled forum of knowledge about these pieces, Digital Benin will, within the next two years, associate object data with diverse forms of documentation from collections worldwide, thus providing the long-sought overview of the court artworks looted in the 19th century. The aim is to create a thorough and sustainable inventory catalogue of the history, cultural significance and provenance of the works. The project lead by German, Nigerian, European and American experts is financed by the Ernst von Siemens Kunststiftung. The launch of the website is planned for 2022.

Responsibilities and tasks include:

  • Overall coordination of the digital project in close cooperation with the Digital Humanities Team and the leading core team of the project as well as the MARKK
  • Researching and obtaining data on Benin’s object, archive and photographic holdings of institutions worldwide and maintaining the corresponding communication
  • Close cooperation with the Nigerian project staff and support in theprocessing of their research results and surveys, including working trips to Nigeria
  • Preparation and standardisation of the data collected, coordination, possible entry into the database in close consultation and cooperation with the technical data developer to prepare the online publication.
  • Supervision/administration of the project budgetRequirements:
  • University degree (preferably doctorate) in social and cultural anthropology (ethnology), global art history, global history, or African studies. Ideally with research experience on art/culture/history of the Kingdom of Benin.
  • Experience in working with databases
  • Experience in object and archive research
  • Working experience in research projects
  • Interest in Digital Humanitiesand experience in digital communication. Familiarity with processes of digital cataloguing of collections, starting from multiple user perspectives
  • Confident handling of common office applications; knowledge of technical concepts such as markup, JSON,etc. desirable
  • Excellent communication and teamwork skills
  • Excellent written and spoken English and German language skills

We are offering:

  • A salary in accordance with EG 13 TV-AVH (Hamburg city’s remuneration plan)
  • A varied and future oriented participation in an exemplaryDigital Humanities project. Work in a diverse team during a crucial period of restructuring and repositioning of the museum.
  • a contribution to the HVV-Profi-Card

The Museum am Rothenbaum welcomes applications from people of all nationalities, from People of Color and applicants with a refugee or family migration history. Applicants with disability will be given priority if they are equally suitable (the location is only partially accessible).

Please send your written application with cover letter and curriculum vitae as a single PDF file by email to (please note the possible maximum data size of 20 MB) or by post to the Museum am Rothenbaum, attn. Ms. Lapidus, Rothenbaumchaussee 64, 20148 Hamburg, Germany, until 24.06.2020.

If you have any questions, please contact the director Prof.Dr. Barbara Plankensteiner, Tel. 040 428879-501

We would like to point out that we do not return application documents. If you wish to receive them back, please enclose a stamped and self-addressed envelope.

Mitarb. (m/w/d) “Provenienzrecherche und Erforschung der Sammlungsgenese – Gotha transdigital 2027” (Stiftung Schloss Friedenstein Gotha)

Die Stiftung Schloss Friedenstein Gotha besetzt ab dem 01.06.2020 im Rahmen des Digitalisierungsprojektes Gotha transdigital, finanziert von der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) und dem Freistaat Thüringen, eine Stelle zur „Provenienzrecherche und Erforschung der Sammlungsgenese“ (m/w/d) (TVöD-VKA-Ost, EG11, 100%).

Provenienzrecherche und Erforschung der Sammlungsgenese (m/w/d) – “Gotha transdigital 2027”

Die Stiftung Schloss Friedenstein Gotha besetzt ab dem 01.06.2020 im Rahmen des Digitalisierungsprojektes Gotha transdigital, finanziert von der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) und dem Freistaat Thüringen, eine Stelle zur „Provenienzrecherche und Erforschung der Sammlungsgenese“ (m/w/d) (TVöD-VKA-Ost, EG11,100%).

Die Stelle ist projektgebunden und damit zunächst auf 3 Jahre befristet. Vorbehaltlich der Bewilligung der jährlich zu beantragenden Mittel bei der BKM und einer gesicherten Gesamtfinanzierung ist eine Verlängerung möglich.
Die Stiftung Schloss Friedenstein Gotha ist eine kulturelle Einrichtung von nationaler Bedeutung, die im Verbund mit weiteren Einrichtungen in Gotha ein einzigartiges Bau-, Garten- und Sammlungsensemble der europäischen Residenzkultur bildet. Die barocke Kunstkammer war Keimzelle der einzigartigen Sammlungen aus Kunst, Natur und Kulturgeschichte. Zu den Beständen zählen unter anderem Ägyptica, Antiken, das Münzkabinett und das Kupferstichkabinett, altdeutsche und niederländische Malerei, Kunsthandwerk, Ostasiatika, Gegenwartskunst sowie eine geologische und naturkundliche Sammlung. Mit dem Perthesforum steht ein zentrales Depotgebäude der Stiftung für die Aufbewahrung der vielfältigen Sammlungsbestände zur Verfügung. Im Eigentum der Stiftung befinden sich über 1 Million Objekte, verteilt auf über 80 historisch gewachsene Bestandsgruppen.

Aufgaben:
– Provenienzrecherchen zu Objekten und Objektgruppen
– Vernetzung der Stiftung mit der nationalen und internationalen Provenienzforschung
– Erforschung der Sammlungsgenese
– Erfassen von musealen Objekten, Anlegen von Objektlisten
– Zusammenführen und Auswerten von Quellenmaterial
– selbständige Suche nach weiteren relevanten archivalischen Dokumenten und Einholen externer Auskünfte
– historische Kontextualisierung der Objekte
– transparentes Aufbereiten und Dokumentieren der Arbeitsergebnisse in digitaler Form in der stiftungseigenen Datenbank
– Zuarbeit von Forschungsergebnissen für die Öffentlichkeitsarbeit

Anforderungen:
– abgeschlossenes wissenschaftliches Hochschulstudium (Diplom, Magister oder Master) im Bereich der Ethnologie, Sozial- oder Kulturanthropologie, Geschichte, Kunstgeschichte, Kulturwissenschaft oder Vergleichbarem
– mehrjährige Erfahrung in der Museumsarbeit
– Erfahrungen in der Provenienzrecherche
– praktische Erfahrungen in der Auswertung von historischen Quellen und anderen Archivmaterialien
– Vertrautheit mit Prozessen der digitalen Sammlungserschließung
– gutes sprachliches und schriftliches Ausdrucksvermögen
– sicherer Umgang mit gängigen Office-Anwendungen
– Kenntnisse in der Anwendung der Museumsdatenbank Imdas pro
– Kenntnisse der Sammlungen der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha von Vorteil

Schwerbehinderte Menschen werden bei gleicher Eignung, Befähigung und fachlicher Qualifikation bevorzugt berücksichtigt.
Durch die Bewerbung entstehende Kosten werden nicht erstattet. Ihre Bewerbungsunterlagen werden nach Abschluss des Verfahrens unter Beachtung der datenschutzrechtlichen Bestimmungen vernichtet.
Bei Rückfragen steht Ihnen Herr Dr. Tobias Pfeifer-Helke unter 03621-8234 101 oder per E-Mail, , zur Verfügung.
Ihre schriftliche Bewerbung mit den vollständigen und aussagekräftigen Unterlagen senden Sie bitte bis zum 31.Mai 2020 an:

Stiftung Schloss Friedenstein Gotha
Herrn Stiftungsdirektor Dr. Tobias Pfeifer-Helke
Schlossplatz 1
99867 Gotha

Kontakt

Stiftung Schloss Friedenstein Gotha
Herrn Stiftungsdirektor Dr. Tobias Pfeifer-Helke
Schlossplatz 1
99867 Gotha

https://www.stiftungfriedenstein.de//

Pressemitteilung Gründung Schweizerischer Arbeitskreis Provenienzforschung

Medienmitteilung

Zürich, 8. April 2020

 

Gründung Schweizerischer Arbeitskreis Provenienzforschung

Association Suisse de Recherche en Provenance

Associazione Svizzera di Ricerca sulla Provenienza

 

Zum heutigen internationalen Tag der Provenienzforschung sind wir hocherfreut, die Gründung des Schweizerischen Arbeitskreises Provenienzforschung verkünden zu dürfen. Wissenschaftler*innen aller Sprachregionen der Schweiz aus den Bereichen Museen, Archive und Bibliotheken sowie von Hochschulen und aus dem Kunstmarkt haben sich statuarisch zu einem Verein zusammengeschlossen mit dem Ziel, sich über Provenienzforschung in der Schweiz auszutauschen und ihr Forschungswissen institu-tionenübergreifend auf nationaler und internationaler Ebene zu teilen.

Der Arbeitskreis wurde von der bereits im Herbst 2019 gegründeten «Arbeitsgruppe Provenienzforschung Schweiz» des internationalen Arbeitskreises Provenienzforschung e.V. initiiert.

 

ZIELE

Der Schweizerische Arbeitskreis wurde gegründet, um die Wissenschaft im Bereich der Provenienzforschung zu pflegen und zu fördern. Insbesondere werden folgende Ziele angestrebt: Die nachhaltige Etablierung von Provenienzforschung in den sammelnden Institutionen und im Kunsthandel, die Förderung der Grundlagenforschung zu Kunst-markt, Ausstellungsgeschichte und Museumspolitik in der Schweiz, die Mitwirkung am Aufbau digitaler Forschungsstrukturen, die Transparenz in der Vermittlung von Ergebnissen aus der Provenienzforschung, das Engagement für die Etablierung von Provenienzforschung an Hochschulen sowie die Sensibilisierung der Öffentlichkeit für Provenienzfragen.

 

WEBSITE

Ab heute besitzt der Arbeitskreis eine eigene Webpräsenz auf www.provenienzforschung.ch.

Die Website umfasst nebst der im September 2019 eingereichten Stellungnahme zur Kulturbotschaft 2021–2024 im Menu «Forschung» ausgewählte Projekte der Mitglieder sowie im Menu «Lesestoff» eine Auswahl aktueller Medien zur Provenienzforschung.

 

VORSTAND

Der Vorstand des Arbeitskreises setzt sich aus Provenienzforscher*innen an Schweizer Museen und Universitäten zusammen: Joachim Sieber (Präsidium), Claire Brizon (Vize-präsidium), Gudrun Föttinger (Website), Katharina Georgi-Schaub (Kommunikation), Silja Meyer (Aktuariat) und Luca Stoppa (Finanzen).

 

MITGLIEDSCHAFT

Zur Mitgliedschaft eingeladen sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von staatlichen oder staatlich geförderten Einrichtungen, die im Rahmen ihrer Aufgaben Provenienz-forschung betreiben oder natürliche Personen, die hauptberuflich in der Provenienzfor-schung tätig sind. Die Mitgliedschaft ist personengebunden. Der jährliche Mitgliedsbei-trag beträgt 60 CHF.

Die Vereins-Statuten finden Sie auf unserer website.

 

KONTAKT UND WEITERE INFORMATIONEN

www.provenienzforschung.ch

 

Joachim Sieber (Vorstandspräsident)

Katharina Georgi-Schaub (Kommunikation)

 

2. Internationaler Tag der Provenienzforschung 2020: Herkunft erforschen in Museen, Bibliotheken und Archiven

Am 8. April 2020 findet zum zweiten Mal der Internationale Tag der Provenienzforschung statt. 100 kulturelle Einrichtungen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und den USA hatten ihre Teilnahme angemeldet, um im Rahmen von Vorträgen, Werkstatteinblicken, Führungen, Sonderausstellungen oder anderweitigen Aktionen einen Einblick in Fragen und Ergebnisse zur Erforschung der Herkunft der Objekte und Sammlungen zu geben. Durch die verschärften Maßnahmen gegen die Verbreitung des Corona-Virus haben Museen, Bibliotheken, Archive und Hochschulen weltweit vorübergehend geschlossen, weshalb der Tag der Provenienzforschung dieses Jahr trotz der vielen Anmeldungen nicht in der angedachten Form stattfinden kann.

Erfreulicherweise haben jedoch viele der Teilnehmer*innen kreative Wege gefunden, um ihre Veranstaltungen ins Digitale zu „übersetzen“ (z.B. über Social Media-Aktionen, Blogs, o.ä.) um diesen wichtigen Tag dennoch mit uns zu begehen. Eine Übersicht aller Online-Aktionen zum Tag der Provenienzforschung findet sich auf der beigefügten Liste sowie auf der Webseite des Arbeitskreises Provenienzforschung e.V.:
https://www.arbeitskreis-provenienzforschung.org/index.php?id=tag-der-provenienzforschung-1-1

Der Aktionstag findet einmal jährlich am zweiten Mittwoch im April statt. Er ist für den Arbeitskreis deshalb von großer Bedeutung, da er nicht nur die gesellschaftliche und wissenschaftliche Relevanz unserer Arbeit aufzeigt und einem breiten Publikum Einblicke in Methoden des Forschungsbereichs vermittelt, sondern weil er auch auf die prekäre
Beschäftigungssituation der Provenienzforscher*innen aufmerksam macht, die noch immer überwiegend mit befristeten Verträgen mit Laufzeiten von ein bis maximal drei Jahren beschäftigt sind. Unter den aktuellen Umständen verschärft sich diese Situation noch einmal
erheblich.

Der Arbeitskreis Provenienzforschung e.V., ein seit 2000 bestehender Zusammenschluss von Wissenschaftler*innen, ist seit 2014 als eingetragener Verein organisiert. Zu den zentralen Aufgaben des Arbeitskreises gehören die Vernetzung und Unterstützung der
Provenienzforscher*innen in ihren unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern:
https://www.arbeitskreis-provenienzforschung.org/.

Der Aktionstag selbst wird koordiniert durch die Arbeitsgruppe Tag der Provenienzforschung:
https://www.arbeitskreis-provenienzforschung.org/index.php?id=arbeitsgruppe-tag-derprovenienzforschung

Bei Fragen in Bezug auf das individuelle Programm einzelner Teilnehmer*innen wenden Sie sich bitte direkt an die entsprechende Institution. Der Aktionstag wird außerdem begleitet auf Twitter: #TagderProvenienzforschung [Stand: 6. April 2020; 16:00 Uhr]

Beteiligte Institutionen in Deutschland:

Beteiligte Institutionen in Österreich:

Beteiligte Institutionen in der Schweiz:

Beteiligte Institutionen in den USA:

 

“Tag der offenen Tür” und Kolloquium Provenienzforschung entfallen

13.03.2020

Auf­grund der ak­tu­el­len Um­stän­de im Zu­sam­men­hang mit dem CO­VID-19-Vi­rus sind die bei­den kom­men­den Ver­an­stal­tun­gen des Deut­schen Zen­trums Kul­tur­gut­ver­lus­te vor­sorg­lich ab­ge­sagt. Das Kol­lo­qui­um Pro­ve­ni­enz­for­schung mit dem Vor­trag von Na­di­ne Bau­er am 23. März im In­sti­tut für Eu­ro­päi­sche Eth­no­lo­gie an der Hum­boldt-Uni­ver­si­tät zu Ber­lin kann lei­der nicht statt­fin­den. Auch der ge­plan­te „Tag der of­fe­nen Tür“ zum Tag der Pro­ve­ni­enz­for­schung am 8. April im Sitz der Stif­tung in Mag­de­burg ent­fällt. Ob und wann die Ver­an­stal­tun­gen nach­ge­holt wer­den kön­nen, steht der­zeit noch nicht fest. Wir bit­ten um Ver­ständ­nis.

„Auf der Suche nach Kulturgutverlusten“ in den Stasi-Unterlagen

10.03.2020

Deut­sches Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te ver­öf­fent­licht in Ko­ope­ra­ti­on mit dem Bun­des­be­auf­trag­ten für die Sta­si-Un­ter­la­gen ein neu­es Re­cher­che­mit­tel zur Pro­ve­ni­enz­for­schung

Wert­vol­le Kunst­wer­ke wur­den ih­ren ur­sprüng­li­chen Be­sit­ze­rin­nen und Be­sit­zern nicht nur wäh­rend der Zeit des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus ent­zo­gen, son­dern auch in der so­wje­ti­schen Be­sat­zungs­zo­ne (SBZ) und der DDR. Erst­mals ha­ben sich jetzt das Deut­sche Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te und der Bun­des­be­auf­trag­te für die Sta­si-Un­ter­la­gen (BStU) in ei­nem ge­mein­sa­men For­schungs­pro­jekt auf Spu­ren­su­che nach Be­le­gen für sol­che Kul­tur­gut­ent­zie­hun­gen und -trans­fers in den Sta­si-Ak­ten ge­macht.

Ziel der Ko­ope­ra­ti­on war es, ei­nen ver­läss­li­chen Zu­gang zu den ent­spre­chen­den Ak­ten­be­stän­den des Mi­nis­te­ri­ums für Staats­si­cher­heit (MfS) zu er­mög­li­chen und so wei­ter­ge­hen­der For­schung die Tü­ren zu öff­nen. Das 110 Sei­ten um­fas­sen­de In­ven­tar der Au­to­ren Ralf Blum, Hel­ge Hei­de­mey­er und Ar­no Pol­zin be­schreibt Zu­gangs­we­ge zu den Be­stän­den, die vom MfS bis 1990 be­reits ar­chi­viert wa­ren. Es lis­tet über 450 Do­ku­men­te auf, die bei die­ser Spu­ren­su­che ge­sich­tet wur­den und ord­net ih­re Aus­sa­ge­kraft ein. Da­mit er­mög­licht es ei­nen ers­ten Zu­gang zu zahl­rei­chen Ent­zugs­vor­gän­gen in der SBZ und DDR.

Er­gänzt wird das In­ven­tar durch ein über 550 Sei­ten star­kes wei­te­res Ver­zeich­nis, ei­ne Samm­lung von an­nä­hernd 2.000 zu­sätz­li­chen Ar­chivsi­gna­tu­ren, die Hin­wei­se auf mög­li­che Kul­tur­gut­ent­zie­hun­gen ge­ben kön­nen. Sie ent­stam­men der Re­cher­che in Un­ter­la­gen, die die BStU-Ar­chi­va­re nach dem En­de der Sta­si er­schlos­sen und ar­chi­viert ha­ben und die in der BStU-in­ter­nen Da­ten­bank SAE do­ku­men­tiert sind. Da­mit wird ein um­fas­sen­de­res Bild der Quel­len­la­ge er­mög­licht. Das zu­sätz­li­che Ver­zeich­nis ist beim Dow­n­load des Spe­zialin­ven­tars auf der Web­si­te des BStU au­to­ma­tisch da­bei. In der ge­druck­ten Ver­si­on ist das Spe­zialin­ven­tar oh­ne Ver­zeich­nis er­hält­lich.

Ralf Blum, Hel­ge Hei­de­mey­er und Ar­no Pol­zin: Auf der Su­che nach Kul­tur­gut­ver­lus­ten. Ein Spe­zialin­ven­tar zu den Sta­si-Un­ter­la­gen (2 Eu­ro, 110 Sei­ten plus 556 Sei­ten Do­ku­men­ten­ver­zeich­nis) gibt es ab so­fort un­ter www.bstu.de/kul­tur­gut­ver­lus­te als Dow­n­load und zum Be­stel­len.

Das Buch wird am Frei­tag, 13. März, um 19 Uhr im Rah­men ei­ner Po­di­ums­dis­kus­si­on mit Ar­no Pol­zin, Ralf Blum und Uwe Hart­mann in der Ge­denk­stät­te Mu­se­um in der „Run­den Ecke“ in Leip­zig vor­ge­stellt.