Call for Papers zur Jahreskonferenz 2026

Bis zum 30. Juni 2026 können Vorschläge für „Zukunft der digitalen Provenienzforschung – Dreams and Realities“ eingereicht werden.

Das Deutsche Zentrum Kultugutverluste lädt zum Call for Papers der Jahreskonferenz 2026 „Zukunft der digitalen Provenienzforschung – Dreams and Realities“, die am 6. und 7. Oktober im Kulturhistorischen Museum Magdeburg stattfindet.

Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste befasst sich mit Kulturgütern, die ihren Eigentümer:innen entzogen wurden – in der NS-Zeit, der Kolonialzeit oder in der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR – sowie mit Kulturgutverlusten im Zuge des Zweiten Weltkriegs. Um zu klären, ob Objekte in historischen Unrechtskontexten unrechtmäßig entzogen wurden, fördert das Zentrum die Provenienzforschung (Herkunftsforschung) und betreibt die Datenbanken Lost Art und Proveana.

Die Lost Art-Datenbank dokumentiert Kulturgüter, die den Verfolgten der NS-Diktatur, ins besondere jüdischen Eigentümer:innen, zwischen 1933 und 1945 entzogen wurden („NS-Raubgut“) oder für die ein derartiger Verlust nicht auszuschließen ist, sowie kriegsbedingt verlagerte Kulturgüter („Kriegsverluste“).

Die Forschungsdatenbank Proveana stellt insbesondere Ergebnisse geförderter Projekte bereit und trägt durch die systematische Dokumentation historischer Informationen zur Transparenz und Weiterentwicklung der Provenienzforschung bei. Sie umfasst vier Forschungskontexte: NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut, kriegsbedingt verlagerte Kulturgüter, Kulturgutentziehungen in SBZ und DDR sowie Kultur- und Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten.

Thema der Konferenz:

Wo stehen wir aktuell zwischen Vision und praktischer Umsetzbarkeit von digitaler Provenienzforschung? Die Konferenz „Die Zukunft der digitalen Provenienzforschung Dreams and Realities“ bietet eine Plattform zur kritischen Reflexion aktueller Methoden, Technologien und praktischen Anwendungen für die digital gestützte Provenienzforschung.

Ziel ist es, interdisziplinäre Perspektiven zusammenzuführen, innovative Ansätze sichtbar zu machen und den Wissenstransfer zwischen Forschung und Praxis zu stärken – auch über klassische Kultur- und Gedächtniseinrichtungen hinaus.

Schwerpunkte sind: 

  • digitale Infrastrukturen und Forschungsdatenmanagement
  • Interoperabilität und Datenstandards (z. B. CIDOC CRM, IIIF)
  • nachhaltige Datenarchitekturen und digitale Workflows
  • automatisierte Datenerfassung, Matching, Analyse und Visualisierung

Vor diesem Hintergrund sollen auch Chancen und Risiken von künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen kritisch diskutiert werden. 
Wir begrüßen insbesondere Beiträge aus den Digital Humanities und den Kulturwissenschaften, die innovative Methoden mit konkretem Nutzen für die Provenienzforschung verbinden, einschließlich Projekten im Kontext internationaler Initiativen wie DARIAH, Europeana oder vergleichbarer Infrastrukturen.

Ein besonderer Fokus liegt auf ethischen, rechtlichen und politischen Fragestellungen: 

  • Umgang mit sensiblen Daten und Datenschutz
  • Fragen der Authentizität und des Urheberrechts
  • Bias und Verantwortung im Einsatz digitaler Technologien

Praxisorientierte Fallstudien aus Kulturerbe-Einrichtungen sind ausdrücklich erwünscht und sollen Raum für Reflexion über Erfahrungen, Herausforderungen und Erkenntnisse bieten. 

Auch studentische Initiativen sowie experimentelle Projekte mit neuen Werkzeugen und Arbeitsprozessen sind eingeladen, Perspektiven für die zukünftige Entwicklung aufzuzeigen.

Zielgruppen:

  • Forschende und Praktiker:innen aus allen Disziplinen und Karrierestufen
  • Internationale Perspektiven sind ausdrücklich willkommen
  • Studierende können ihre eigenen innovativen Projekte in einem speziellen Format präsentieren

Einreichungen:

Beiträge können eingereicht werden als:

  • Vortrag (20 Minuten): vertiefte Diskussion einer (transdisziplinären) Forschungsfrage
  • Kurz- bzw. Impulsvortrag (10 Minuten): Anwendungsfälle, Werkstattberichte, Best Practices oder technische Lösungen
  • Poster (DIN A0, Hochformat): insbesondere für praxisorientierte Projekte und Methoden

Bitte senden Sie Ihren Vorschlag als eine zusammenhängende Datei mit einer Kurzbeschreibung (max. 400 Wörter) sowie einem kurzen Lebenslauf (max. 250 Wörter) unter Angabe des gewünschten Beitragsformats (Vortrag, Kurzvortrag oder Poster) in einer einzigen Datei per E-Mail mit dem Betreff „CFP Zukunft der digitalen Provenienzforschung – Dreams and Realities“ bis zum 30. Juni 2026 an folgende Adresse: . Sie erhalten Rückmeldung bis 10. Juli 2026.

Die Konferenzsprachen sind Englisch und Deutsch (keine Übersetzungen). 
Es wird keine Konferenzgebühr erhoben.

Veranstaltungsort: Kulturhistorisches Museum Magdeburg
Otto-von-Guericke-Straße 68-73, 39104 Magdeburg

Veröffentlichung | Dokumentation:

Die Konferenz wird auf YouTube live gestreamt. Die Vorträge werden aufgezeichnet und anschließend auf YouTube veröffentlicht. Poster sollen über die Veranstaltungsdokumentation auf der Website https://kulturgutverluste.de zur Verfügung gestellt werden.

Veranstalter: Deutsches Zentrum Kulturgutverluste Magdeburg

Konzept: Dr. Andrea Baresel-Brand und Juliane Kraske

Organisation: Heinrich Natho

Artikel-Informationen

20. April 2026