
In der Reihe “Resilienz” der Initiative Provenienzforschung stärken! findet am 17. September 2026 die 4. Sitzung statt. Mit dieser Reihe eröffnet vor dem Hintergrund zunehmender Angriffe auf die Provenienzforschung durch rechtsextreme Kulturpolitik die Initiative Provenienzforschung stärken! in Kooperation mit dem Deutschen Zentrum Kulturgutverluste den Raum, um im direkten Gespräch mit externen Referent:innen für aktuelle Entwicklungen zu sensibilisieren, deren Hintergründe einzuordnen und insbesondere konkrete Handlungs- und Strategiemöglichkeiten aufzuzeigen. Wir befassen uns dieses Mal – in Präsenz in Berlin – mit der juristischen Perspektive auf ‘Neutralität’.
#4 Sitzung: ‘Neutralität’ in Wissenschaft und Kultur – Eine juristische Einordnung
Donnerstag, 17. September 2026, 17:30–19:00 Uhr, Seydelstraße 18, 10117 Berlin (Deutsches Zentrum Kulturgutverluste)
Im Kontext zunehmender politischer Angriffe auf Wissenschafts- und Kultureinrichtungen wird der Vorwurf mangelnder ‚Neutralität‘ häufig genutzt, um Forschungsinhalte, öffentliche Stellungnahmen oder institutionelles Handeln infrage zu stellen und zu diffamieren. Doch was bedeutet politische ‘Neutralität’ aus juristischer Perspektive tatsächlich? Welche rechtlichen Rahmenbedingungen gelten für Wissenschaftler:innen, Museen und Forschungseinrichtungen? Wo verlaufen die Grenzen zwischen Wissenschaftsfreiheit, öffentlicher Positionierung und der Wahrung demokratischer Grundwerte?
Zur Einordnung dieser Fragen freuen wir uns, den Rechtswissenschaftler Prof. Dr. Wolfgang Cremer zu begrüßen. Ausgehend von aktuellen Debatten und einem Praxisbeispiel wird er im Gespräch mit der Provenienzforscherin und stellvertretenden Vorsitzenden des Arbeitskreis Provenienzforschung, Lisa Kern, die rechtlichen Grundlagen des Neutralitätsbegriffs erläutern und aufzeigen, welche Handlungsspielräume Wissenschafts- und Kultureinrichtungen besitzen. Im Anschluss werden im gemeinsamen Austausch die Bedeutung dieser Fragen für die Provenienzforschung diskutiert und Herausforderungen sowie mögliche Strategien im Umgang mit entsprechenden Vorwürfen und Angriffen reflektiert.
Wolfram Cremer ist Rechtswissenschaftler sowie Professor für Öffentliches Recht und Europarecht an der Ruhr-Universität Bochum. Seine Fachgebiete und Forschungsinteressen sind das nationale Verfassungsrecht, insbesondere die Grundrechte, das Europarecht mit Schwerpunkten im Bereich des europäischen Wirtschaftsrechts und des Rechtsschutzes sowie das Energie-, Umwelt- und Bildungsrecht. Auf diesen Gebieten hat er zahlreiche Aufsätze und Monographien publiziert.
Anmeldung bis 01. September 2026 an:
Die Veranstaltung findet in Präsenz statt. Bitte melden Sie sich verbindlich an, da der Veranstaltungsort ein begrenztes Platzkontingent hat.
Wir behalten uns vor, unser Hausrecht auszuüben und Personen, die sich rechtsextrem, rassistisch, antisemitisch oder anderweitig menschenverachtend äußern, den Zutritt oder Verbleib im Raum dieser Veranstaltungen zu verwehren.
Teilen Sie uns gerne mit, wie wir die Veranstaltung nach unseren Möglichkeiten für Sie barriereärmer gestalten können.