Fokum Abendvortrag „Bergungsort – Schicksalsort. Über die Wege von Kunstwerken aus Privatbesitz nach dem Zweiten Weltkrieg“

Am Montag, 06.07.2026

Ort: online via Zoom
Veranstalter: Forum Kunst und Markt / Zentrum für Kunstmarktforschung in Kooperation mit dem Deutschen Zentrum Kulturgutverluste

Das Forum Kunst und Markt / Zentrum für Kunstmarktforschung lädt Sie herzlich zum Abendvortrag von Dr. Ralph Jaeckel, Dr. Anne Kuhlmann-Smirnov und Dr. Ulrike Schmiegelt-Rietig am 6. Juli 2026, 18:15–19:45 Uhr MEZ, ein.

Während des Zweiten Weltkrieges wurden von den Berliner und Brandenburger Museen, Schlössern und Kulturbehörden weit mehr als fünfzig zentrale Verlagerungsorte genutzt, um öffentliche und private Kunstsammlungen vor den verheerendsten Einflüssen des Krieges zu schützen. Diese befanden sich sowohl in der Metropole Berlin als auch – im Verlauf des Krieges zunehmend – in der umgebenden Provinz Brandenburg sowie in weit entfernt liegenden Gebieten, die vor alliierten Luftangriffen sicherer erschienen. Hier entschied sich das Schicksal der verlagerten Werke nach den sich an diesen Orten auswirkenden weltgeschichtlichen und lokalen Einflüssen: Physische Zerstörung durch Beschuss oder Brand, Plünderung und Diebstahl durch die örtliche Bevölkerung, Flüchtende oder Soldaten der Besatzungsmächte, Einsickern in den Schwarzmarkt. Andere Werke kehrten nach Kriegsende direkt zu ihren Eigentümern zurück oder, im Westen des besetzten Deutschlands, mit Zwischenstation in den Central Collecting Points. In der sowjetisch besetzten Zone kam es zum Abtransport von etwa 2,6 Millionen Objekten in die UdSSR. Rund 1,5 Millionen von ihnen wurden ab den 1950er Jahren in die DDR restituiert. Schließlich kam es in den Gebieten jenseits von Oder und Neiße zur Übernahme umfangreicher Bestände privater Sammler:innen in polnischen Besitz – in einigen wenigen Fällen kehrten 1953 einzelne Stücke als “Freundschaftsgeschenk” des polnischen Volkes an das deutsche Brudervolk in die DDR zurück. Viele jedoch bleiben bis heute verschollen. Der Vortrag gibt Einblick in die Ergebnisse des Forschungsprojekts „Private Kunstsammlungen im Zweiten Weltkrieg und in der Nachkriegszeit. Kontexte der kriegsbedingten Kulturgutverlagerung unter besonderer Berücksichtigung der Abtransporte in die Sowjetunion“, das vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste gefördert wird.

TU Berlin Zoom-Link: https://tu-berlin.zoom-x.de/j/65195562463?pwd=H1aKkrpatzIUkygnoyA78FaFXyFTAT.1 

Weitere Inforamtionen unter https://fokum.org/jaeckel-kuhlmann-smirnov-schmiegelt-rietig/