Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste in Magdeburg stellt wieder Fördermittel für Projekte zur Provenienzforschung in den Bereichen „NS-Raubgut“ und „Koloniale Kontexte“ zur Verfügung.
Bitte beachten: Die nächste Antragsfrist für eine langfristige Förderung im Bereich „NS-Raubgut“ wurde bis zum 1. November 2025 verlängert, die Frist für Anträge im Bereich „Koloniale Kontexte“ bleibt bei 1. Oktober 2025.
Forschungsbereich „NS-Raubgut“
Im Forschungsbereich „NS-Raubgut“ sind neben öffentlichen Einrichtungen auch privat getragene Einrichtungen (z.B. Museen, Archive, Vereine, Unternehmen) und Privatpersonen in Deutschland antragsberechtigt. Das Zentrum fördert systematische Bestandsprüfungen und Grundlagenforschung zum historischen Kontext des NS-Kulturgutraubs sowie die Erschließung von Archivbeständen und die Rekonstruktion von privaten Sammlungen, die während der NS-Herrschaft verfolgungsbedingt entzogen, aufgeteilt oder zerstört wurden.
Auch die Provenienzklärung privater Sammlungen ist förderfähig, sofern ein Verdacht auf NS-verfolgungsbedingten Entzug besteht.
Seit Januar 2019 fördert das Zentrum zudem auch Projekte, die dazu dienen, die Erben von Objekten aus verfolgungsbedingt entzogenen Sammlungen, zu denen bereits Provenienzforschung stattgefunden hat, zu ermitteln. Ziel von Anträgen mit diesem Förderschwerpunkt soll es sein, mit den Erben eine gerechte und faire Lösung im Sinne der Washingtoner Prinzipien von 1998 und der Gemeinsamen Erklärung von 1999 herbeizuführen.
Weitere Informationen zum Förderbereich „NS-Raubgut“ sowie das aktuelle Antragsformular
- für öffentliche Institutionen
- für private Institutionen und für Privatpersonen
Bei inhaltlichen und formalen Fragen berät das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste gerne persönlich. Bitte beachten Sie, dass eine Beratung für privat getragene Einrichtungen und Privatpersonen verpflichtend ist. Wenden Sie sich hierzu bitte an:
Deutsches Zentrum Kulturgutverluste
Humboldtstraße 12
39112 Magdeburg
Projektberatung („NS-Raubgut“)
E-Mail:
Forschungsbereich „Koloniale Kontexte“
Das Zentrum fördert seit Beginn des Jahres 2019 Projekte zu Kultur- und Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten.
Antragsberechtigt sind Institutionen in öffentlich-rechtlicher Trägerschaft und private Einrichtungen, die als gemeinnützig anerkannt sind. Die antragstellende Institution muss ihren Sitz in Deutschland haben und Kultur- und Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten sammeln, bewahren oder dazu forschen. Dazu zählen Museen, Universitäten und andere Forschungseinrichtungen sowie Archive und Bibliotheken.
Als langfristige Projekte fördert das Zentrum einerseits die konkrete Erforschung von Objekten, Konvoluten und größeren Beständen, andererseits aber auch Grundlagenforschung und Forschung zum historischen Kontext, wenn es sich um Fragestellungen handelt, die über einzelne Objekte hinaus von grundsätzlicher Bedeutung für die Provenienzforschung sind. Dabei werden nicht nur Einzel-, sondern prioritär auch Verbundprojekte mehrerer Institutionen gefördert. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Zusammenarbeit mit Vertreter:innen aus den Herkunftsgesellschaften und den -ländern, die über Kooperationen in die Projekte einbezogen werden können. Zudem sind auch Projekte möglich, die sich mit der Erschließung, Verzeichnung und Auswertung von Archivalien und Dokumenten beschäftigen. Eine weitere Fördermöglichkeit zielt auf die Suche nach Objekten und menschlichen Überresten.
Weitere Informationen zum Förderbereich „Koloniale Kontexte“ sowie das aktuelle Antragsformular
Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste berät Sie gerne persönlich zu inhaltlichen und formalen Fragen. Bitte beachten Sie, dass eine Beratung verpflichtend ist, aber nur bis zum 1. September 2025 in Anspruch genommen werden kann und bis zu dieser Frist ein fortgeschrittener Entwurf vorliegen sollte. Wenden Sie sich daher bitte möglichst frühzeitig an:
Deutsches Zentrum Kulturgutverluste
Außenstelle Berlin
Seydelstraße 18
10117 Berlin
Sarah Fründt
Projektförderung, Projektberatung („Koloniale Kontexte“)
Telefon: +49 (0) 30 2338493 83
E-Mail:
Dr. Andreas Bohne
Projektförderung, Projektberatung („Koloniale Kontexte“)
Telefon: +49 (0) 30 2338493 82
E-Mail:
Beantragung für kurzfristige Projekte
Einzelfallbezogenen, kurzfristigen Forschungsbedarf fördert das Zentrum in beiden Bereichen ohne Frist ganzjährig. Dennoch ist auch hier eine Beratung verpflichtend. Bitte sprechen Sie die Kolleg:innen der jeweiligen Fachbereiche an.