FPK Bonn — Provenienzforschung und Datenschutz — Call for Cases
Dieses Jahr haben am Forschungszentrum Provenienzforschung, Kunst- und Kulturgutschutzrecht (FPK) der Universität Bonn unter Leitung von Prof. Dr. Matthias Weller, Mag. rer. publ., MAE, in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Christoph Zuschlag und Jun.-Prof. Dr. Lucy Wasensteiner Arbeiten an dem Forschungsprojekt „Provenienzforschung und Datenschutzrecht“ begonnen. Das Forschungsprojekt hat zum Ziel, den Umgang mit Daten in der Provenienzforschung zu untersuchen und die rechtlichen Handlungsspielräume des Informationszugangs und der Datennutzung und herauszuarbeiten und wo immer möglich auch zu erweitern oder zu überwinden.
Um die Provenienz eines Kulturguts zu rekonstruieren, müssen Provenienzforscher:innen auf Quellen zugreifen, Informationen zusammenführen, Personen, Institutionen und Besitzverhältnisse identifizieren. Doch was geschieht, wenn die Quelle zwar vorhanden ist, aber nicht ohne Weiteres eingesehen oder verarbeitet werden kann? Gerade beim Umgang mit Daten bewegt sich die Provenienzforschung in einem komplexen Geflecht internationaler, europäischer und nationaler rechtlicher Vorgaben. Nicht immer ist klar, welche Daten wie erhoben, eingesehen, miteinander verknüpft, ausgetauscht oder veröffentlicht werden dürfen.
Hier setzt das Forschungsprojekt an: Es sammelt und analysiert dazu Fälle aus der Forschungspraxis und untersucht die rechtlichen Rahmenbedingungen des Daten- und Informationszugangs sowie der Datennutzung in der Provenienzforschung.
Wir laden Sie herzlich ein, uns – abstrakt – Ihre Fallkonstellationen aus der Forschungspraxis zu schildern. Wo sind Sie bei Ihrer Arbeit mit dem Argument Datenschutz in Berührung gekommen? Uns interessieren Fälle, in denen Datenschutzrecht, Archivrecht oder andere informationsrechtliche Vorgaben den Zugang zu Quellen, die Recherche, die Dokumentation oder die Veröffentlichung beeinflusst haben. Dabei sollen nicht nur Fällen erfasst werden, in denen eine rechtliche Vorgabe tatsächlich den Zugang oder die Nutzung von Informationen begrenzt hat. Von Interesse sind gerade auch Situationen, in denen die Rechtslage unklar war oder in denen ein pragmatischer Umgang gefunden wurde.
Gerne können Sie Ihre abstrakte Fallkonstellation formlos per Email schildern – in deutscher und englischer Sprache. Von Interesse sind insbesondere Angaben dazu, um welche Information oder Quelle es ging, welche Akteure beteiligt waren und in welchem Kontext der Fall stand. Ggf. richten wir Rückfragen an Sie, um die Konstellation in ihrer informationsrechtlichen Dimension besser zu verstehen, ohne dass wir auf konkrete Daten zum Fall angewiesen wären.
Ihre Erfahrungen tragen dazu bei, typische rechtliche und praktische Problemlagen sichtbar zu machen und praxisnahe, rechtssichere Handlungsmöglichkeiten für die zukünftige Provenienzforschung zu entwickeln.
Sofern Sie uns Daten zur Forschungszwecken übermitteln, wird mit Ihren Eingaben unter Beachtung der datenschutzrechtlichen Bestimmungen umgegangen. Eingereichte personenbezogene Daten werden für die Zwecke des Forschungsprojekts verarbeitet und können in die Veröffentlichung des Forschungsprojekts einfließen.
Das Forschungsprojekt wird am Dienstag, den 10. November 2026, 18 Uhr, per Videokonferenz vorgestellt. Federführend wird Frau Wiss.-Mit. Louisa Schierbaum sein. Melden Sie sich gerne an: . In Antwort auf Ihre Email erhalten Sie am Tag der Veranstaltung die Zugangsdaten. Senden Sie uns gerne auch schon vorab Anregungen, Erfahrungen oder sogar bereits konkrete Fallkonstellationen.
Datenschutz: Wir speichern Ihre Email-Adresse aufgrund Ihrer ausdrücklichen Zustimmung, früherer individueller Kontakte und/oder vermuteten wissenschaftlichen Interesses an der jeweiligen Veranstaltung. Selbstverständlich löschen wir Ihre Email-Adresse, wenn Sie dies wünschen. Ebenso geben wir gerne Auskunft zum Umgang mit Ihren Daten im Übrigen (hierzu wenden Sie sich bitte an ).