Herzog Anton Ulrich-Museum Kunstmuseum des Landes Niedersachsen

  • Das Herzog Anton Ulrich-Museum veröffentlichte bereits 2002 in der Lost Art Internet Database nicht nur die eigenen Verluste, sondern auch eine Liste der 1942/43 erstandenen Werke (vgl. http://www.3landesmuseen.de/Provenienzforschung.1178.0.html)
  • 2010 wurde das von der Arbeitsstelle für Provenienzforschung kurzfristig geförderte Projekt “Bitte großzügig bieten. Die Erwerbungen des HAUM Braunschweig durch Johannes Dürkop” durchgeführt (https://www.kulturgutverluste.de/Webs/DE/Forschungsfoerderung/Projektfinder/Projektfinder_Formular.html?queryResultId=null&pageNo=0&show_map=0&pfQueryString=herzog+anton+ulrich&docId=107604).
  • 2016 bis 2019 wurde gemeinsam mit dem Braunschweigischen Landesmuseum und dem Städtischen Museum Braunschweig das längerfristig vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste geförderte Projekt “Sammlertum in Braunschweig. Provenienz und Raubkunst seit 1933” durchgeführt: Sseit April 2016 untersuchten die Museen ausgewählte Sammlungsbestände systematisch auf NS-verfolgungsbedingt entzogene Kulturgüter. Beim ersten „Suchschnitt“ ging es um den 1946 auf alle drei Museen verteilten umfangreichen Nachlass des Brauschweiger Museumsdirektors Karl Steinacker (1872-1944) mit über 1.400 Objekten und über 1.400 Büchern sowie mehreren tausend unverzeichneten Graphiken. Bei Steinacker stellt sich die Frage, ob er Objekte von Juden und Freimaurern in seine Sammlung oder in den unverzeichneten Altbestand des BLM übernommen hat. Der dritte „Suchschnitt“ berührte sieben Graphiken und Zeichnungen sowie eine Plastik aus der 1933 erfolgten Schenkung der Braunschweiger Gesellschaft der Freunde Junger Kunst an das HAUM. Die Eigentumsverhältnisse der Gesellschaft, die sich 1933 vor dem Hintergrund der NS-„Machtergreifung“ selbst auflöste und mindestens ein jüdisches Mitglied hatte, sind ebenso unklar wie die Provenienzen der Objekte. Ebenfalls in diesen „Suchschnitt“ aufgenommen sind zehn Hand-zeichnungen, darunter neun, die 1938/41 vom bei Lost Art gelisteten Münchener Kunstversteigerungshaus Adolf Weinmüller gehandelt und nach 1945 vom HAUM aus einer privaten Sammlung heraus angekauft worden sind (Einlieferer u. a. der in den NS-Kunstraub maßgeblich verwickelte Kajetan Mühlmann). Über die „Suchschnitte“ hinaus haben Hinweise auf private Ankäufe vor der Emigration von Juden, vom Finanzamt angeordnete Versteigerungen aus „Judenhäusern“ vermutlich nach der Deportation und Vermögensaufstellungen von Juden vor der Emigration beziehungsweise vor der Deportation die Frage aufgeworfen, ob Möbel, Antiquitäten, Gemälde oder anderes Kulturgut von Braunschweiger Juden nach 1933 beziehungsweise nach 1945 direkt oder über Dritte in die am Projekt beteiligten Braunschweiger Museen gelangt sein könnten. Ziel des Projekts war es, die ausgewählten Erwerbungen mit unterschiedlichen Verdachtsmomenten auf NS-verfolgungsbedingt entzogene Kulturgüter zu untersuchen und eine möglichst lückenlose Besitzer- bzw. Eigentümerchronologie der verdächtigen Objekte zu erstellen; vgl. auch https://www.kulturgutverluste.de/Webs/DE/Forschungsfoerderung/Projektfinder/Projektfinder_Formular.html?queryResultId=null&pageNo=0&show_map=0&pfQueryString=herzog+anton+ulrich&docId=107598
  • Pötzsch, Hansjörg: „Bitte großzügig bieten“. Die Erwerbungen des Herzog Anton Ulrich-Museums Braunschweig im überregionalen Kunsthandel 1942/43 und die schwierigen Recherchen zu deren Provenienz, hg. vom Herzog Anton Ulrich-Museum Braunschweig 2012