Termine

Kulturelle und historische Bedeutung des frühen deutsch-chinesischen bilateralen Austausches im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert

Von Donnerstag, 17.06.2021 bis Freitag, 18.06.2021
Von 17.6.21 14:00 bis 18.6.21 18:00 Uhr

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde,

zwischen Deutschland und China besteht seit langem ein intensiver politischer, wirtschaftlicher und kultureller Austausch. Qingdao ist bereits in der frühen Neuzeit zum wichtigsten Schaufenster des deutsch-chinesischen Austauschs geworden. Die ostchinesische Hafenstadt hat dabei nicht nur die Höhen und Tiefen der deutsch-chinesischen Beziehung miterlebt, sondern auch ein reiches Erbe an Relikten, Archiven, historischen Gebäuden und weiteren Kulturgütern hinterlassen. Diese einzigartige Geschichte sowie die mit ihr verbundenen historischen Zeugnisse rücken in den vergangenen Jahren vermehrt in den Fokus: In Qingdao wurde eine spezielle Behörde zum Denkmalschutz der Altstadt, zahlreiche Museen, Archive und spezialisierte Forschungseinrichtungen eröffnet. Doch neben der historischen Forschung und Stadterhaltung fördern diese auch den kulturellen Austausch zwischen China und Deutschland. Auch auf deutscher Seite wurden zahlreiche Bemühungen unternommen, um historische Artefakte zu bewahren und den bilateralen Austausch zu unterstützen. Spezialisierte Forschungsprojekte und Kontaktstellen wurden gegründet, um zusätzliche Kooperationen zu gestalten sowie Expertinnen und Experten global zu vernetzen.

Um den Austausch und diese Zusammenarbeit weiter zu fördern, richtet die Konrad-Adenauer-Stiftung in diesem Jahr erstmalig das internationale Expertenforum „Die Deutsch-Chinesischen Beziehungen vor dem Hintergrund kultureller und historischer Prägungen“ aus. Eingeladen sind Institutionen und Experten aus Deutschland und China, die sich mit der Geschichte des deutsch-chinesischen Austauschs beschäftigen. Im Mittelpunkt soll insbesondere die Erforschung und der Erhalt dieses besonderen Kulturerbes stehen. Dazu gehört natürlich auch der Umgang mit Erinnerungskultur. Hierdurch wollen wir eine langfristige und stabile Plattform für den kulturhistorischen Dialog zwischen Deutschland und China schaffen. So soll Raum für einen professionellen und kulturpolitischen Austausch geschaffen werden, der das gemeinsame Planen zukünftiger Zusammenarbeit befördert.

Johann Fuhrmann
Leiter des Auslandsbüros China in Peking

 

17. Juni 2021

14.00 Uhr – 14.30 Uhr (UTC +8)
Grußwort
Johann Fuhrmann, Büroleiter des Pekinger Büro der Konrad-Adenauer-Stiftung
Assist. Prof. Zhu Yijie, Qingdao Universität

14.30 Uhr – 16.30 Uhr (UTC +8)
Panel 1
Erinnerungslandschaften im Kontext der deutsch-chinesischen Beziehungen
Moderator: Prof. Sun Lixin

14.30 Uhr – 14.40 Uhr
Historische Relikte und historisches Gedächtnis im Kontext der deutsch-chinesischen Beziehungen
Prof. Sun Lixin
Shandong Universität

14.40 Uhr – 14.50 Uhr
Abbilden und Konstruieren: Erinnerungslandschaften im regional- und lokalgeschichtlichen Kontext
Dr. Marcus Mühlnikel
Institut für Fränkische Landesgeschichte der Universitäten Bamberg und Bayreuth

14.50 Uhr – 15.00 Uhr
Geschichtsnarration mit Video- und Bildmaterialien: Konzept und Auslegung
Prof. Wu Qiong
Pädagogische Universität Peking

15.00 Uhr – 15.10 Uhr
Visuelles Schreiben und historisches Gedächtnis
Prof. Han Congyao
Nanjing Universität

15.10 Uhr – 15.20 Uhr
Das Zweite Deutsche Kaiserreich und seine Kolonialpolitik im Geschichtsunterricht der chinesischen Universitäten
Prof. Li Wei
Peking Universität

15.20 Uhr – 15.30 Uhr
Der Schnittpunkt von Objektivem und Subjektivem: Lehren und Lernen des historischen Gedächtnisses
Prof. Ma Weidong
Pädagogische Universität Peking

15.30 Uhr – 15.40 Uhr
Memoiren als Widerspiegelung der Zeitgeschichte — Die Beziehungen zwischen der Republik China und dem Dritten Reich
Assoc. Prof. Liu Wei
Fudan Universität

15.40 Uhr – 16.00 Uhr
Diskussion und Q&A

16.00 Uhr – 16.30 Uhr
Kaffeepause

16.30 Uhr – 17.30 Uhr (UTC +8)
Panel 2
Sammlungsgut aus dem Kontext des frühen deutsch-chinesischen Austausches. Stand, Aufgaben und Strategien in Deutschland
Moderator: Johann Fuhrmann

16.30 Uhr – 16.40 Uhr
Kontaktstelle für Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten in Deutschland: Hintergrund, Grundlagen, Aufgaben
Prof. Dr. Markus Hilgert, María Leonor Pérez Ramirez M. A.
Kontaktstelle für Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten

16.40 Uhr – 16.50 Uhr
Vorstellung der Arbeit des „Fachbereich Kultur- und Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten“ des Deutschen Zentrum Kulturgutverluste
Dr. Larissa Förster
Fachbereich „Kultur- und Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten“ im Deutschen Zentrum Kulturgutverluste

16.50 Uhr – 17.00 Uhr
Spuren des ‘Boxerkrieges’ in deutschen Museumssammlungen – ein chinesisch-deutsches Verbundprojekt
Dr. Christine Howald
Provenienzforscherin für Asiatische Sammlungen bei den Staatlichen Museen zu Berlin – Stiftung Preußischer Kulturbesitz und Leiterin des Projektes „TEAA – Tracing East Asian Art“ an der Technische Universität Berlin
Prof. Xu Jian
Shanghai University

17.00 Uhr – 17.10 Uhr
Provenienzforschung zu Sammlungsgut aus China in vier ostfriesischen Museen und Kultureinrichtungen
Dr. Hajo Frölich
Facts & Files Historisches Forschungsinstitut Berlin

17.10 Uhr – 17.30 Uhr
Diskussion und Q&A

 

18. Juni 2021

14.55 Uhr – 15.00 Uhr (UTC +8)
Begrüßung

15.00 Uhr – 17.40 Uhr (UTC +8)
Panel 3
Historische Relikte und historisches Gedächtnis in Qingdao als Zeuge für die Entwicklung der deutsch-chinesischen Beziehungen
Moderator: Assoc. Prof. Liu Wie/Assist. Prof. Zhu Yijie

15.00 Uhr – 15.10 Uhr
Die Schließung der Deutsch-Chinesischen Hochschule in Qingdao im August 1914: ihre Hinterlassenschaft und Auswirkung
Prof. Li Lezeng
Tongji Universität

15.10 Uhr – 15.20 Uhr
Das „deutsche Element“ im Qingdao-Stadtgedächtnis und die Konstruktion der Erinnerungskultur
Prof. Meng Hong
Renmin Universität China

15.20 Uhr – 15.30 Uhr
Deutsche Kolonialgeschichte in Tsingtau auf Postkarten
Assist. Prof. Zhu Yijie
Qingdao Universität

15.30 Uhr – 15.40 Uhr
Zeuge der Geschichte – Der Kriegserbe-Park im Qingdao-Berg
Liu Zhaomin
Museum des Ersten Weltkriegs in Qingdao

15.40 Uhr – 15.50 Uhr
Die Verpflanzung und Entwicklung der modernen deutschen Wissenschaft in Qingdao
Zhou Zhaoli
Stadtarchiv Qingdao

15.50 Uhr – 16.00 Uhr
Früher öffentlicher Einrichtungsbau in Qingdao
Zhang Rong
Archivierungsgesellschaft Qingdao

16.00 Uhr – 16.10 Uhr
Kaffeepause

16.10 Uhr – 16.20 Uhr
Forstwirtschaft und die Stadtentwicklung von Qingdao während der deutschen Kolonialzeit
Zheng Guo
Qingdao Akademie für Sozialwissenschaften

16.20 Uhr – 16.30 Uhr
Tsingtau. Raumbilder und Traumbilder einer deutschen Stadtgründung
Dr. Helga Rathjen
Universität Bremen

16.30 Uhr – 16.40 Uhr
Bericht über das Projekt „Social Bookmarking Qingdao“ 2018 – Ein gemeinsames Verstehen im interkulturellen künstlerischen Dialog
Dagmar Rauwald
Künstlerin aus Hamburg

16.40 Uhr – 16.50 Uhr
Einzelheiten zur deutschen Kultur im Tourismus in Qingdao
Sun Shuwei
Chinesischer Master Guide

16.50 Uhr – 17.00 Uhr
Die podologische Sammlung Hans Virchows. Arbeitsbericht zum Ausstellungsprojekt „Binding Bodies“
Prof. Jasmin Mersmann
Kunstuniversität Linz
Dr. Evke Rulffes
Humboldt-Universität zu Berlin

17.00 Uhr – 17.40 Uhr
Diskussion und Q&A

17.40 Uhr – 18.00 Uhr (UTC +8)
Abschlussrunde

Programmänderungen vorbehalten

Anmeldung:
Die Teilnahme an der Onlinekonferenz ist kostenfrei. Aufgrund der begrenzten Kapazität ist die Teilnahme nur nach vorheriger Anmeldung bei bis zum 15.06.2021 möglich. Konferenzsprachen sind Deutsch und Chinesisch (mit Simultandolmetschung).

Kontakt:
Dr. Tingjian Cai
Konrad-Adenauer-Stiftung
Auslandsbüro China, Peking
T +86-(0)10-6462 2207/08
F +86 10 6462-2209

Veranstaltungsstätte:
Deutsches Seemannshaus
Hubei Str. 17
Shinan Distrikt
Qingdao

Veranstalter:
Konrad-Adenauer-Stiftung, Büro Peking

Mitveranstalter:
Forschungsgruppe zur Vertiefung des wirtschaftlichen und kulturellen Austauschs zwischen Qingdao und Deutschland in der Post-Pandemie-Ära; Forschungsgruppe zur Erforschung der Bildgeschichte der Hafeneröffnung in Qingdao

Ihre persönlichen Daten werden gemäß Art. 4 DSGVO im Einklang mit den Bestimmungen der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und dem Bundesdatenschutzgesetz (BDSG-neu) von der Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. verarbeitet und zur Durchführung der Veranstaltung verwendet. Informationen über Ihre Rechte finden Sie hier: https://www.kas.de/DSGVO-Veranstaltung.
Die Veranstaltung wird multimedial begleitet. Mit der Anmeldung erklären Sie Ihr Einverständnis, dass die Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. das vor, während oder nach der Veranstaltung entstandene Foto- und Filmmaterial zeitlich unbegrenzt sowohl im Online- als auch Printformat für Zwecke der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit verwenden darf. Sollten Sie mit der Aufnahme und der Veröffentlichung von Bildern Ihrer Person nicht einverstanden sein, bitten wir um unmittelbare Mitteilung beim Gästeservice zu Beginn der Veranstaltung. Ihnen werden dann gesonderte Plätze zugewiesen.

International Conference Provenance Research on Collections from Colonial Contexts. Principles, Approaches, Challenges

Von Montag, 21.06.2021 bis Mittwoch, 23.06.2021
Von 21.6.21 10:30 bis 23.6.21 15:45 Uhr

The last decade has witnessed a growing debate about the handling and restitution of collections from colonial contexts in European museums. Numerous research projects and publications have outlined the dynamic field of postcolonial provenance research, in which the international conference held by the PAESE joint project is located.

The conference is inspired by research conducted in the PAESE sub-projects, and its focus will be on principles, challenges and approaches of provenance research on objects from colonial contexts. What is postcolonial provenance research? What moral and ethical principles (should) guide us in our work? Which methodological approaches can be profitably used for this kind of work? How can historical, ethnological and regional studies as well as legal and other approaches be reconciled? How can we take account of the polyphony of historical sources, both from the so-called societies of origin and from European perspectives? What challenges arise in a multidisciplinary approach or in a dialogue with representatives of the so-called countries of origin? How can cooperative provenance research be arranged? What norms, procedures and negotiation processes are used to assess the legal status of colonial collections? How can hard and soft law be further developed in the field of tension between law and intercultural justice? What principles do we wish to establish both for future cooperative work with the objects and for their future handling? And what challenges are involved in dealing with the collections in the future?

The PAESE project is a network of six collections and nine sub-projects that have been jointly conducting basic research on the origins and acquisition paths of ethnological collections in Lower Saxony at museums and universities since 2018. The focus is on networking and cooperation with representatives of the so-called societies of origin in Namibia, Cameroon, Tanzania, Papua New Guinea and Australia as well as on creating transparency and opening a dialogue about the objects and their future handling.

The conference will be held online. There will be no recording of the event. If you would like to attend, please register under with your name, institution and email address to receive further information. Participation is free of charge.

Monday, 21 June 2021

10:30 a.m. – 11:00 a.m. (CET)
Welcome Panel
Björn Thümler, Minister for Science and Culture Lower Saxony
Katja Lembke, Spokeswomen PAESE Joint Project
Adelheid Wessler, Head of Team Societal Transformations, Volkswagen Foundation
Volker Epping, President of the Leibniz University Hannover

11:00 a.m. – 12:00 p.m. (CET)
Keynote
Michael Mel

12:00 p.m. – 1:30 p.m. (CET)
Lunch Break

1:30 p.m. – 3:00 p.m. (CET)
Dialogues between Theory and Practice. Theoretical Approaches and Case Studies of Postcolonial
Provenance Research
Chair: Brigitte Reinwald
Bianca Bauman: What is it all about? Attempts to Interpret the Biography of a Portrait Figure from the West Region of Cameroon
Drossilia Dikegue Igouwe: The Question of the Emic and Etic Categorisation of Fang Objects
Sara Müller: Finding Shards and Pieces – Traces of the Sepik-Expedition in Institutions of the Global North
Comments: Oswald Masebo & Alexis Th. von Poser

3:00 p.m. – 3:15 p.m. (CET)
Coffee Break

3:15 p.m. – 4:45 p.m. (CET)
Collecting Strategies and Collectors‘ Networks in European Colonies
Chair: Jennifer Tadge
Nzodo Awono: Colonial Collecting Strategies
Jamie Dau: On Provenance Research within Hamburg’s Colonial World Trade Networks
Olaf Geerken: Museums, Missionaries and Middlemen. German Ethnographic Museums and their Lutheran Missionary Collectors in Central Australia – 1890s to 1914
Sabine Lang: The World in Showcases. The Collectors’ Networks of the Roemer-Museum Hildesheim and the Growth of the Ethnographic Collection, 1844–1914

Tuesday, 22 June

9:30 a.m. – 11:00 a.m. (CET)
Managing, Using and Researching Objects in Collections
Chair: Hannah Stieglitz
Tommy Buga: Insides into Museum Practices at the National Museum and Art Gallery PNG
Martin Nadarzinski: Lost Objects, Missing Documentation. Challenges of Provenance Research in the Ethnographic Collection of the German Institute of Tropical and Subtropical Agriculture, Witzenhausen
Paule-Clisthène Dassi Koudjou: Conservation of African Cultural Heritage. A Comparative Study between Europe and Africa: The Case of Cameroon and Germany
Katharina Nowak: Colonial Entanglement, ‘South Sea’ Imaginations and Knowledge Production

11:00 a.m. – 11:15 a.m. (CET)
Coffee Break

11:15 p.m. – 12:45 p.m. (CET)
Transdisciplinary Provenance Research on Objects from Colonial Contexts
Chair: Sabine Lang
Abiti Nelson: tba
Katja Kaiser: The Coloniality of Natural History Collections
Jennifer Tadge: Same Provenances in Different Disciplines. Impulses for a Transdisciplinary Approach

Miranda Lowe: tba

12:45 p.m. – 2:15 p.m. (CET)
Lunch Break

2:15 p.m. – 3:45 p.m. (CET)
Cases of Restitution
Chair: Larissa Förster
Rainer Hatoum: Towards Restitution and Beyond – Reflections on a Multi-layered Dialogue Regarding the Cartridge Belt of Kahimemua at the Brunswick Municipal Museum
Werner Hillebrecht & Freddy Nguvauva: Kahimemua Nguvauva, his Belt and the Colonial War of 1896
Nzila M. Libanda-Mubusisi & Claudia Andratschke: Recent Cases of Restitution to Namibia – from two Perspectives
Sylvie Njobati: A People’s Identity in Captive – The Continuous Ruins of German Colonial Rule in Present Day on the Nso People

3:45 p.m. – 4:00 p.m. (CET)
Coffee Break

4:00 p.m. – 5:30 p.m. (CET)
Cooperation Projects on Cameroonian Collections. Experiences and Perspectives
Chair: Thomas Laely
Rachel Mariembe & Isabella Bozsa: Re-engaging with an Ethnographic Collection from Colonial Cameroon through Collaborative Provenance Research
Silvia Forni & Hervé Youmbi: Serendipitous Intersections and Long Term-Dialogue. Art Making and Research as Collaborative Exchanges
Joseph Ebune & Ngome Elvis Nkome & Karin Guggeis: tba

Wednesday, 23 June

9:30 a.m. – 11:00 a.m. (CET)
Hidden Objects – Sensitive and Restricted Objects in Museum Collections. Issues Surrounding their Storage, Access, Consultations, and Potential Repatriation
Chair: Mareike Späth
Michael Pickering: First Principles
Ian Johnson & Shaun Angelis: tba
Ngitir Victor Bayena: Exhibiting Grassfields Restricted Objects in Museums. Ruptures, Dilemmas and Challenges of Restitution

11:00 a.m. – 11:15 a.m. (CET)
Coffee Break

11:15 a.m. – 12:45 p.m. (CET)
Law versus Justice? An Intercultural Approach to the Problem of European Collections of Colonial Provenance
Chair: Christoph-Eric Mecke
Chief Charles A. Taku: The Legal and Moral Conscience of Justice in the European Collection of Colonial Provenance. The Bangwa Quest for Restitution and Reparations
Evelien Campfens: Whose Cultural Objects? A Human Rights Law Approach to Claims
Naazima Kamardeen: The Shifting Goalpost. A Colonial Perspective on Cultural Property
Matthias Goldmann: Imperial Law’s Ambiguity

12:45 p.m. – 2:15 p.m. (CET)
Lunch Break

2:15 p.m. – 3:45 p.m. (CET)
Closing Session
Chair: Richard Tsogang Fossi
Flower Manase (National Museum Tanzania)
Nzila M. Libanda-Mubusisi (National Museum of Namibia, Windhoek)
Albert Gouaffo (University Dschang)
Tommy Buga (Papua New Guinea National Museum and Art Gallery, Port Moresby)
N.N. (Australia)

https://www.postcolonial-provenance-research.com/

Sonderausstellung Berlinische Galerie, Berlin: "Provenienzen. Kunstwerke wandern"

Von Mittwoch, 28.10.2020 bis Montag, 16.08.2021

„Die Kunstwerke wandern. Das war und ist ihr Schicksal, und niemals wird es sich ändern.“ Mit dieser grundlegenden Feststellung führte schon 1925 der Berliner Kunstkritiker Adolph Donath (1876 – 1937) in eine Beschreibung der Provenienzforschung ein.

Die Dimensionen dieses Forschungsfeldes bleiben Museumsbesucher*innen in der Regel verborgen. Heute dient es vorrangig dazu, NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut aufzuspüren. In Museen der Klassischen Moderne sind das Gemälde, Skulpturen oder Zeichnungen die jüdischen Verfolgten des Nationalsozialismus geraubt oder abgepresst worden sind. 

In Ausstellungen bietet sich nur selten Raum, die oft verschlungenen Pfade nachzuzeichnen, die einzelne Werke genommen haben. Wie facettenreich ihre Herkunftsgeschichten sein können, beschreibt die Ausstellung „Provenienzen. Kunstwerke wandern“ exemplarisch an einem 1912 entstandenen Selbstbildnis von Max Liebermann (1847 – 1935). Zugleich werden in einer Salonhängung selten oder noch nie gezeigte Werke aus der Sammlung der Berlinischen Galerie präsentiert.

Die Auswahl führt an die aktuell laufende Erforschung der Provenienz der Bestände heran. Über digitale Medien werden Recherchestände vermittelt, aber auch noch bestehende Wissenslücken dokumentiert. Es wird deutlich: Jedes Werk ist gewandert, und das Wissen um diese Wege erweitert den Blick auf die Kunst.

Künstler*innen (Auswahl): Ima Breusing (1886 – 1968), Lovis Corinth (1858 – 1925), Jacoba van Heemskerck (1876 – 1923), Ludwig von Hofmann (1861 – 1945), Martel Schwichtenberg (1896 – 1945), Felix Nussbaum (1904 – 1944)

Seit 2006 ist die Ermittlung von NS-verfolgungsbedingt entzogenem Kulturgut ein Arbeitsfeld der Berlinischen Galerie. Ab 2011 wurde es mit Mitteln des Landes Berlin möglich, kontinuierlich zu recherchieren. 2018 wurde die Provenienzforschung mit einer festen Wissenschaftler*innen-Stelle dauerhaft in die Museumsarbeit eingebunden.

Digitale Angebote (digitale Medienstation, virtueller Rundgang, Podcast) zur Ausstellung finden Sie hier

Veranstaltungsort

Berlinische Galerie - Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur
Alte Jakobstr. 124-128
10969 Berlin

https://berlinischegalerie.de/ausstellung/provenienzen/