Intensiver Austausch: Israelischer Gesandter Sagui besucht die Stiftung

15.01.2020

Der Ge­sand­te der Bot­schaft des Staa­tes Is­rael in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land, Aaron Sa­gui, hat am 14. Ja­nu­ar das Deut­sche Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te be­sucht, um sich ein Bild von der Ar­beit und der Struk­tur der Stif­tung zu ma­chen. Großes In­ter­es­se zeig­te er an der Ein­rich­tung des neu­en Help Desks in Ber­lin, der seit 1. Ja­nu­ar ins­be­son­de­re jü­di­schen Op­fern des NS-Kul­tur­gu­traubs und ih­ren Nach­fah­ren Be­ra­tung und Hil­fe­stel­lung bie­tet.

Au­ßer­dem wur­de über den wei­te­ren Dia­log des Zen­trums und die Zu­sam­men­ar­beit mit is­rae­li­schen Kul­tur­in­sti­tu­tio­nen ge­spro­chen. Ein wei­te­res The­ma war die vom Zen­trum be­trie­be­ne Lost Art-Da­ten­bank. Der Ge­sand­te wür­dig­te die Be­deu­tung der Da­ten­bank und die Ar­beit der Stif­tung ins­ge­samt und gab der Be­reit­schaft sei­tens der Bot­schaft Aus­druck, das Deut­sche Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te in sei­ner wei­te­ren Ar­beit nach Kräf­ten zu un­ter­stüt­zen.

Aaron Sa­gui ist seit dem Jahr 2000 als Di­plo­mat im Au­ßen­mi­nis­te­ri­um des Staa­tes Is­rael tä­tig. Seit Au­gust 2019 ist er Ge­sand­ter der Bot­schaft des Staa­tes Is­rael in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land.

Netzwerk der europäischen Restitutionskommissionen veröffentlicht 5. Newsletter

14.01.2020

Das zu Be­ginn des Jah­res ge­grün­de­te Netz­werk der fünf Kom­mis­sio­nen, die sich in Eu­ro­pa mit der Er­for­schung und Rück­ga­be von NS-ver­fol­gungs­be­dingt ent­zo­ge­nem Kul­tur­gut be­fas­sen, hat sei­nen fünf­ten Newslet­ter (PDF, 3 MB) her­aus­ge­ge­ben.

Das Netz­werk be­steht aus der Be­ra­ten­den Kom­mis­si­on im Zu­sam­men­hang mit der Rück­ga­be NS-ver­fol­gungs­be­dingt ent­zo­ge­nen Kul­tur­guts, ins­be­son­de­re aus jü­di­schem Be­sitz (Deutsch­land), der Com­mis­si­on pour l’in­dem­ni­sa­ti­on des vic­ti­mes de spo­lia­ti­ons (Frank­reich), dem Spo­lia­ti­on Ad­vi­so­ry Pa­nel (Groß­bri­tan­ni­en), der Re­sti­tu­tie­com­mis­sie (Nie­der­lan­de) und der Kom­mis­si­on für Pro­ve­ni­enz­for­schung (Ös­ter­reich).

Die Ko­ope­ra­ti­on wur­de auf der In­ter­na­tio­na­len Kon­fe­renz in Lon­don im Sep­tem­ber 2017 be­schlos­sen. Ein Jahr spä­ter setz­ten die fünf Kom­mis­sio­nen die­se Idee um und leg­ten die Be­din­gun­gen ih­rer Ko­ope­ra­ti­on im Rah­men ih­rer je­wei­li­gen po­li­ti­schen Man­da­te und Struk­tu­ren fest.

Al­le Newslet­ter des Netz­wer­kes auf ei­nen Blick

Leuphana Universität etabliert Provenienzforschung

An der Leuphana Universität ist der bundesweit erste dauerhafte Lehrstuhl für Provenienzforschung eingerichtet worden. Das hat die Hochschule am Montag in Lüneburg mitgeteilt. Die Professur hat demnach die international renommierte Forscherin Lynn Rother inne, die zuvor am Museum of Modern Art (MoMA) in New York arbeitete. Die Kunsthistorikerin leitete dort die Provenienzforschung. Diese beschäftigt sich mit der Herkunft von Kunstwerken, die sowohl die Überprüfung ihrer Echtheit als auch ihre Geschichte – etwa als koloniale oder NS-Raubkunst – umfasst.

Forschung soll neues Fachgebiet formen

Rother will an der Leuphana mit computergestützten Methoden die Herkunft moderner europäischer Gemälde in Museen in den USA erforschen, hieß es weiter. Dabei interessiere sie besonders, welche Rolle politische Konflikte und transatlantische Kunstmarkttransaktionen auf die Verbreitung zeitgenössischer Kunst während des 20. Jahrhunderts gespielt haben. Ihr Forschungsprogramm solle als Modell für ein neues Fachgebiet dienen. “In Zeiten sich rasant wandelnder Methoden in den digitalen Geisteswissenschaften möchte ich den Einsatz von Data Science für das politisch und moralisch wichtige Gebiet der Provenienzforschung voranbringen”, sagte Rother.

Stiftung fördert Rothers Professur

Rother hat in Leipzig und Dresden Kunstgeschichte, Betriebswirtschaftslehre und Rechtswissenschaften studiert und in Berlin promoviert. Nach Leuphana-Angaben arbeitete sie unter anderem an den Staatlichen Museen zu Berlin und für die Stiftung Preußischer Kulturbesitz, bevor sie ans MoMA wechselte. An der Leuphana Universität übernimmt sie den Angaben zufolge eine Lichtenberg-Professur. Diese wird von der Volkswagen-Stiftung gefördert. Die Stiftung vergebe die nach dem Experimentalphysiker Georg Christoph Lichtenberg benannten Professuren mit dem Ziel, herausragende Forscher zu gewinnen und innovative Forschungsrichtungen zu etablieren.

Stellenausschreibung Deutsches Ledermuseum Offenbach: Wissenschaftliche*n Mitarbeiter*in (m/w/d), Schwerpunkt: Ethnologie und Sozial- und Kulturantrophologie

Im DLM Deutschen Ledermuseum in Offenbach am Main – Anstalt des öffentlichen Rechts – ist zum Jahresbeginn 2020 eine Stelle als wissenschaftliche*r Mitarbeiter*in mit dem Schwerpunkt in der Ethnologie oder Kultur- und Sozialantrophologie in Vollzeit zu besetzen.
Das DLM wurde 1917 von dem Architekten Hugo Eberhardt in der einst florierenden Lederstadt Offenbach am Main als historische Vorbildsammlung für die Ausbildung junger Designer*innen, Handwerker*innen und Lederwarenproduzent*innen gegründet. Heute umfasst die Sammlung, aus sechs Jahrtausenden und von fünf Kontinenten, mehr als 30.000 Objekte aus den Bereichen Angewandte Kunst, Ethnologie sowie des Deutschen Schuhmuseums. Damit ist das DLM weltweit das einzige Museum, das ausschließlich alles rund um das Material Leder und artverwandte Materialien sammelt und präsentiert.

Die Ausschreibung richtet sich an Personen mit Berufserfahrung und dem Interesse die vielseitige Sammlung, die Objekte aus Amerika, Afrika, Asien und der Polarregion umfasst, wissenschaftlich zu bearbeiten und aufzubereiten.

Das Museum befindet sich derzeit in der Phase der Umstrukturierung und Neuausrichtung. Es ist geplant auch mit der ethnologischen Sammlung, die in ihrer jetzigen Präsentation weitestgehend aus den 1970er-/1980er-Jahren stammt, unter einem zeitgemäßen Ansatz umzugehen. In den nächsten Jahren beabsichtigen wir die Sammlung in Form von Wechselausstellungen und unter spezifischen Fragestellungen für das Publikum neu erfahrbar zu machen.

Wir wünschen uns für diese besondere Aufgabe eine*n motivierte*n und engagierte*n Mitarbeiter*in. Erfahrungen in der Provenienzforschung zu ethnografischen Sammlungen aus kolonialen Kontexten werden erwartet.

Ihre Aufgabenschwerpunkte
– wissenschaftliche Bearbeitung und Betreuung der ethnologischen Sammlungsbestände des DLM, insbesondere der Objektbestände aus der Abteilung ‚Afrika‘
– Mitarbeit bei der Konzeption und Umsetzung von Ausstellungsprojekten, Publikationen und Veranstaltungen
– Dokumentation und Katalogisierung der Sammlungsbestände in Zusammenarbeit mit der restauratorischen Abteilung
– Mitwirken bei der Beantwortung von objektbezogenen Anfragen
– Mitwirken bei der Weiterentwicklung der Neuausrichtung des DLM

Ihr Profil
– ein abgeschlossenes Studium der Ethnologie, Sozial- und Kulturantrophologie, Afrika- oder Nordamerikawissenschaften oder eine nachzuweisende gleichwertige Qualifikation eines verwandten Fachs mit Interesse an materieller Kultur
– durch mehrjährige Tätigkeit und/oder ein wissenschaftliches Museumsvolontariat erworbene Berufserfahrung im Ausstellungs- und Museumsbetrieb
– Erfahrungen in der Provenienzforschung zu ethnologischen Sammlungen
– sehr gute Ausdrucksfähigkeit in Wort und Schrift und versierter Umgang im Erstellen und Bearbeiten von Texten
– sehr gute Englischkenntnisse
– Kenntnisse und Erfahrungen im Umgang mit Museumsdokumentationssystemen und Datenbanken
– sicherer Umgang mit EDV-Programmen, insbesondere MS-Office
Wünschenswert sind
– Eigeninitiative und Verantwortungsbewusstsein
– ausgeprägte Organisationsfähigkeit
– strukturierte, verantwortungsvolle und selbstständige Arbeitsweise
– absolute Zuverlässigkeit
– ausgeprägtes Kommunikationsvermögen mit dem Willen und Interesse zur Arbeit in einem kleinen Team
– Engagement und hohe Flexibilität

Wir bieten
– eine Vollzeitstelle zunächst auf 2 Jahre befristet
– die Vergütung erfolgt im Rahmen der Qualifikation nach den tarifrechtlichen Voraussetzungen des TVöD
– betriebliche Zusatzversorgung zur Alterssicherung im Tarifbereich
– Möglichkeit des Mitwirkens bei der Gestaltung der Museumsneuausrichtung
– eine vielseitige, interessante Tätigkeit in einem kleinen Team

Das DLM fördert die berufliche Gleichstellung von Menschen jeglichen Geschlechts und begrüßt entsprechende Bewerbungen. Schwerbehinderte Menschen werden bei gleicher Eignung und Qualifikation bevorzugt. Die Bewerbung von Menschen mit Migrationshintergrund, die die Voraussetzung der Stellenausschreibung erfüllen, ist ausdrücklich erwünscht.

Sind Sie interessiert?

Ihre aussagekräftige Bewerbung – gerne online – senden Sie bitte bis zum 7. Februar 2020 an das Deutsche Ledermuseum. Bewerbungs- und Reisekosten können leider nicht erstattet werden.

Anschrift:
DLM Deutsches Ledermuseum
Direktorin Dr. Inez Florschütz
Frankfurter Str. 86
63067 Offenbach am Main

Ihre Daten werden ausschließlich zur Bearbeitung Ihrer Bewerbung innerhalb des DLM Deutschen Ledermuseums verwendet und entsprechend den gesetzlichen Vorschriften streng vertraulich behandelt.

Projekt zur Schädelsammlung im Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg beginnt

12.12.2019

Das Lan­des­mu­se­um Na­tur und Mensch Ol­den­burg (LM­NM) hat mit Un­ter­stüt­zung des Deut­schen Zen­trums Kul­tur­gut­ver­lus­te ein zwei Jah­re an­dau­ern­des Pro­jekt be­gon­nen, in dem 30 mensch­li­che Schä­del sys­te­ma­tisch und in­ter­dis­zi­pli­när auf ih­re Pro­ve­ni­enz un­ter­sucht wer­den.

Die mensch­li­chen Über­res­te stam­men größ­ten­teils aus Ex­pe­di­tio­nen, die im 19. Jahr­hun­dert statt­fan­den. Ih­re Un­ter­su­chung soll an­thro­po­lo­gi­sche Da­ten, wie Al­ter, Ge­schlecht, To­des­zeit­punkt und -ur­sa­che so­wie Zei­chen von Ge­walt­ein­wir­kung er­fas­sen und his­to­ri­sche Fra­gen nach Samm­lern, Ein­lie­fe­rern, Ge­bern, Ver­käu­fern und den je­wei­li­gen Er­werb­sum­stän­den klä­ren.

DAS LM­NM steht be­reits in Kon­takt zu meh­re­ren Ver­tre­tern von Her­kunfts­ge­sell­schaf­ten, dar­un­ter Pa­pua-Neu­gui­nea, Ka­me­run und Aus­tra­li­en.

„Das Pro­jekt des LM­NM ist für den Be­reich Kul­tur- und Samm­lungs­gut aus ko­lo­nia­len Kon­tex­ten vor­bild­lich: Nicht nur ver­eint es an­thro­po­lo­gi­sche und his­to­ri­sche Pro­ve­ni­enz­for­schung, son­dern hat be­reits jetzt die Zu­sam­men­ar­beit mit den je­wei­li­gen Her­kunfts­ge­sell­schaf­ten be­gon­nen. Das LM­NM ist da­mit ein Leucht­turm, ge­ra­de auch für klei­ne­re lo­ka­le und re­gio­na­le Mu­se­en“, sagt der wis­sen­schaft­li­che Vor­stand Prof. Dr. Gil­bert Lup­fer.

Erst­mals hat der Vor­stand des Deut­schen Zen­trums Kul­tur­gut­ver­lus­te in Mag­de­burg auf Emp­feh­lung sei­nes neun­köp­fi­gen För­der­bei­rats im Jahr 2019 sie­ben For­schungs­an­trä­gen – dar­un­ter auch der An­trag des LM­NM – aus dem Be­reich „Ko­lo­nia­le Kon­tex­te“ zu­ge­stimmt.

Lan­des­mu­se­um Na­tur und Mensch Ol­den­burg

 

Stellenausschreibung Historiker / Historikerin in der Geschäftsstelle der Beratenden Kommission

Bei der Beratenden Kommission im Zusammenhang mit der Rückgabe NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kulturguts, insbesondere aus jüdischem Besitz, ist kurzfristig die Stelle

eines Historikers / einer Historikerin in der Geschäftsstelle der Beratenden Kommission (m/w/d)

zu besetzen. Tätigkeitsort ist Berlin.

Die Beratende Kommission wurde 2003 aufgrund einer Absprache zwischen der Bundesregierung, den Bundesländern und den kommunalen Spitzenverbänden eingerichtet. Die Grundlage ihrer Tätigkeit sind die „Grundsätze“ der Washingtoner Konferenz von 1998 und die „Gemeinsame Erklärung“ der Bundesregierung, der Länder und der kommunalen Spitzenverbände zur „Auffindung und Rückgabe NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kulturguts“ von 1999. Die Kommission kann bei Streitigkeiten über die Rückgabe von Kulturgütern angerufen werden, die während der Herrschaft des Nationalsozialismus vom 30. Januar 1933 bis zum 8. Mai 1945 ihren Eigentümern, insbesondere jüdischen Opfern des NS-Terrors, verfolgungsbedingt entzogen wurden (sog. „NS-Raubgut“). Sie kann zur Beilegung des Streits Empfehlungen aussprechen. Die Geschäftsstelle der Kommission untersteht direkt dem/der Kommissionsvorsitzenden und ist organisatorisch beim Deutschen Zentrum Kulturgutverluste angesiedelt. Weitere Informationen zur Kommission finden Sie unter www.kulturgutverluste.de.

Das Aufgabengebiet umfasst insbesondere:
• Verfassen von Sachstandsberichten zu den Kommissionsfällen in Abstimmung mit dem/der Berichterstatter/in einschl. entsprechender Recherchen
• Unterstützung der Kommissionsmitglieder bei der Erarbeitung von Empfehlungsentwürfen
• Ermittlung von Literatur und anderen Quellen zu Fällen der Kommission
• organisatorische Vor- und Nachbereitung von Kommissionssitzungen und anderen internen und externen Terminen – einschließlich Recherche und Zusammenstellung relevanter Informationen
• Protokollierung der Kommissionssitzungen
• Transparente Aufbereitung und Dokumentation der Arbeitsergebnisse der Kommissionsarbeit
• Vertretung des/der Leiters/in der Geschäftsstelle

Anforderungsprofil:
• Abgeschlossenes wissenschaftliches Hochschulstudium der Geschichte bzw. Kunstgeschichte und wissenschaftliche Veröffentlichungen auf diesem Gebiet
• Berufserfahrung im Themenfeld NS-Raubgut erwünscht
• Vertiefte Kenntnisse zu den Themen Holocaust und dessen Aufarbeitung, NS-Kulturgutraub und Restitutionspraxis erwünscht
• Erfahrungen in der Provenienzforschung und -recherche erwünscht
• Erfahrungen in der Gremienarbeit sind von Vorteil
• Organisationsvermögen verbunden mit sehr guten kommunikativen Fähigkeiten
• Eigeninitiative und Selbständigkeit
• Verhandlungssichere Kenntnisse der englischen Sprache in Wort und Schrift

Wir bieten:
• Arbeit in einem interessanten und politisch sensiblen Aufgabengebiet
• Vergütung nach E 13 TVöD (Bund), sofern die persönlichen Voraussetzungen erfüllt sind

Die Stelle ist Teilzeit-geeignet.

Schwerbehinderte Bewerberinnen und Bewerber werden bei gleicher fachlicher Eignung bevorzugt berücksichtigt. Die Beratende Kommission und die Stiftung Deutsches Zentrum Kulturgutverluste gewährleisten die berufliche Gleichstellung aller Geschlechter.

Bitte senden Sie Ihre vollständigen und aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen (Lebenslauf, Zeugnisse, Beurteilungen) unter Angabe der Kennziffer 2019-6 bis zum 31.12.2019 ausschließlich elektronisch (PDF-Datei) an den Vorsitzenden der Beratenden Kommission, c/o Stiftung Deutsches Zentrum Kulturgutverluste: .

Für inhaltliche Auskünfte zur Stellenausschreibung steht Ihnen Frau Gerdewischke (; Tel.: 0391 / 727 763 19) gerne zur Verfügung.

Ihre Bewerbungsunterlagen werden nach Ablauf von drei Monaten nach Beendigung des Bewerbungsverfahrens vernichtet. Die Erstattung von Reisekosten aus Anlass von Vorstellungsgesprächen ist grundsätzlich nicht möglich.

Die Besetzung der Stelle steht unter dem Vorbehalt ihrer Berücksichtigung beim Inkrafttreten des Bundeshaushaltsgesetzes 2020.

Zentrum Kulturgutverluste veröffentlicht gemeinsam mit fünf Partnern Leitfaden zur Provenienzforschung

12.11.2019

Das Deut­sche Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te ver­öf­fent­licht ge­mein­sam mit fünf Part­nern ei­nen Leit­fa­den zur Pro­ve­ni­enz­for­schung für Kul­tur­gut, das wäh­rend der na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Herr­schaft ver­fol­gungs­be­dingt ent­zo­gen wur­de.

Der ers­te Leit­fa­den Pro­ve­ni­enz­for­schung zur Iden­ti­fi­zie­rung von NS-ver­fol­gungs­be­dingt ent­zo­ge­nem Kul­tur­gut ist als pra­xis­ori­en­tier­ter Werk­zeug­kas­ten für Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter von Mu­se­en, Bi­blio­the­ken und Ar­chi­ven, für den Kunst- und An­ti­qua­ri­ats­han­del und auch für pri­va­te Samm­lun­gen kon­zi­piert. Wer Zwei­fel an der Pro­ve­ni­enz von Kul­tur­gü­tern in ei­ge­nen Be­stän­den hat – egal, ob Ge­mäl­de, Skulp­tur, Buch, Mün­ze, Por­zel­lan, Gra­fik oder Sil­ber­be­steck – fin­det im Leit­fa­den das nö­ti­ge In­stru­men­ta­ri­um: prak­ti­sche Hin­wei­se, Fall­bei­spie­le so­wie al­le wich­ti­gen Adres­sen, Quel­len und In­ter­net­zu­gän­ge.

Pres­se­mit­tei­lung

Leit­fa­den Pro­ve­ni­enz­for­schung

Forscher finden NS-Raubgut in Museen – und nun? Funde werden im StadtMuseum Einbeck vorgestellt und diskutiert

Clara Plaut aus Hemmendorf wurde 1942 deportiert. In der Wohnung der jüdischen Frau blieben „ein Nussknacker, Sofakissen und ein Paket Bücher“ zurück – so hielt das die Polizei damals im Protokoll fest. Eines dieser Bücher kam über Umwege in das Museum Alfeld an der Leine. Dort entdeckte es in diesem Jahr der Provenienzforscher Dr. Christian Riemenschneider vom Landschaftsverband Südniedersachsen. Was soll nun damit passieren?

Die Überprüfung der Herkunft von Objekten in südniedersächsischen Museen – Provenienzforschung genannt – führte in den vergangenen vier Jahren zu einer Reihe solcher Funde. 50 Fachleute befassten sich nun auf einer Tagung im Stadtmuseum Einbeck mit der Frage, wie mit solchen Erkenntnissen und Objekten umzugehen ist. Bei der Forschung, die vom Landschaftsverband Südniedersachsen koordiniert wird, geht es meist nicht um wertvolle Kunstwerke, sondern um alltägliche Dinge: Bücher aus jüdischen Familien, Fahnen von Arbeitervereinen oder Möbel von Freimauererlogen, die die Nationalsozialisten beschlagnahmt hatten, kommen dabei ans Licht.

Unstrittig ist, dass solche Objekte den heute lebenden Nachkommen oder Berechtigten auszuhändigen sind, wenn diese ein Interesse daran haben. Häufig sind diese aber nicht mehr ausfindig zu machen oder sind ausdrücklich mit dem Verbleib im Museum einverstanden. Die sieben eingeladenen Referenten aus Deutschland und der Schweiz kamen aber auf der Einbecker Tagung zu dem Schluss: Provenienzforschung ist mehr als die Frage nach Zurückgeben oder Behalten. Sie ist immer Erkenntnisgewinn und Chance für Überwindung von gesellschaftlichen Gräben. Sie kann die Museumsbesucher dazu anregen, in der eigenen Familiengeschichte und in ihrem Umfeld nach der Herkunft von Gegenständen zu fragen, Neugier auf das Naheliegende zu wecken.

Angela Jannelli vom Historischen Museum in Frankfurt am Main forscht beispielsweise gemeinsam mit Bürgern an den Museumsdingen. Sie arbeitet daran, Museen ein menschlicheres Antlitz zugeben und nicht als Herrscher des Wissens aufzutreten. Das fördere Empathiefähigkeit und letztlich die Demokratie.

Die Anerkennung der NS-Vergangenheit könne helfen, Wunden der Vergangenheit zu heilen, so Edward van Voolen, Rabbiner in Göttingen und Potsdam. Er arbeitet auch mit Flüchtlingen zusammen und sagt, dass das Wissen um die Vergangenheit die Einordnung aktueller Konflikte erleichtert.

Anja Gubelmann, Kunsthistorikerin aus Zürich, plädierte dafür, Provenienzforschung nicht auf Raubkunst zu reduzieren und warnt vor einer Selbstzerfleischung der Museen. Eine überhöhte Selbstanklage mit dem Ziel, als geläutert zu gelten, leiste letztlich einer Schlussstrich-Debatte Vorschub.

Geforscht wird noch bis 2021 in den städtischen Museen von Alfeld, Clausthal-Zellerfeld, Duderstadt, Einbeck, Hann. Münden, Northeim, Osterode, Seesen und Uslar. Diese möchten die Forschungsergebnisse gerne nutzen, brauchen dafür aber mehr finanzielle und personelle Unterstützung, so deren Leiter bei der Abschlussdiskussion.

Finanziert wird die Provenienzforschung in Südniedersachsen weitgehend aus Mitteln des Bundes, der hierfür das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste eingerichtet hat. Der Landschaftsverband führte die Tagung gemeinsam mit dem „Netzwerk Provenienzforschung“ durch, einer Initiative des Landes Niedersachsen. Der Zwischenstand der Forschung und die Ergebnisse der Tagung werden zum Ende des Jahres unter www.provenienzforschung-niedersachsen.de veröffentlicht.

Podiumsdiskussion in Einbeck, von links: Jan Fragel, Moderator; Drs. Edward van Voolen, Rabbiner in Göttingen und Potsdam sowie Kurator; Dr. Silke Reuther, Provenienzforscherin Museum Kunst und Gewerbe Hamburg; Dr. Marcus Kenzler, Provenienzforscher Landesmuseum Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg; Dr. Johannes Schwartz, Provenienzforscher Museen für Kulturgeschichte Hannover; Dr. Angela Jannelli, Kuratorin Historisches Museum Frankfurt am Main; Anja Gubelmann M.A, Kunsthistorikerin, Zürich (Foto: Claudia Andratschke)

Zentrum bewilligt erstmals rund 700.000 Euro für sieben Forschungsprojekte im Bereich koloniale Kontexte

28.10.2019

Der Vor­stand des Deut­schen Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te in Mag­de­burg hat auf Emp­feh­lung sei­nes neun­köp­fi­gen För­der­bei­rats erst­mals sie­ben For­schungs­an­trä­gen aus dem För­der­be­reich “Ko­lo­nia­le Kon­tex­te” zu­ge­stimmt und da­für ins­ge­samt 703.589 Eu­ro För­der­geld be­wil­ligt.

Zur Pres­se­mit­tei­lung (PDF, 114 KB)

Stellenausschreibung MoMa: Provenance Specialist | Painting and Sculpture

The Museum of Modern Art seeks an art historian or related professional, with proven expertise in provenance research procedures, guidelines, and resources, particularly for works of art created in the late 19th and early 20th centuries. The position requires experience with the physical examination of works of art and thorough investigation of museum archives, auction and exhibition catalogues, monographic studies, and catalogues of collections, dealer records, photographic archives, and publication of wartime activities of dealers and collectors, some of which is not publicly available, both in the U.S. and other countries. The position reports to the Chief Curator in the Department of Painting and Sculpture.

Responsibilities:

  • Oversees research, procedures, documentation and funding in conjunction with curatorial departments, General Counsel, and the Registrar department for provenance research and review for all curatorial departments, including searching through Museum records and when appropriate, contacting established archives, databases, art dealers, auction houses, donors, scholars and researchers, with regard to works in the Collection; outgoing loans (foreign); acquisitions (gifts, bequests, purchases); and, deaccessions.
  • Manages MoMA’s Provenance Research Project including responding to queries on behalf of the project (http://www.moma.org/collection/provenance/).
  • Provides research for catalog information, provenance listings, and images for selected works from the Collection meeting AAM guidelines, from Departments of Painting and Sculpture and Drawings and Prints.
  • Reviews documentation for loan exhibitions: foreign incoming loans to exhibitions (for immunity from seizure applications) and domestic incoming loans.
  • Develops provenance protocols, procedures and best practices for the Museum in collaboration with relevant colleagues. Trains employees in relevant departments on provenance research and standards and educates them on routine procedures.
  • Participates in provenance-related conferences and convenings to stay informed about developments in the field, build network of colleagues, participate in policy discussions, and to represent MoMA as a leading participant in the museum sector.
  • Participates in research, evaluation, and report writing related to provenance claims and inquiries.
  • Performs any other duties reasonably related to the functions described above.

Requirements:

  • Master’s degree in art history or related field, PhD preferred, and several years experience with provenance research and procedures.
  • Proven expertise in provenance research procedures, guidelines, and resources, particularly for works of art created in the late 19th- and early 20th-
  • Experience with the physical examination of works of art and thorough investigation of museum archives, auction and exhibition catalogs, monographic studies, and catalogs of collections, dealer records, photographic archives, and publication of wartime activities of dealers and collectors, some of which is not publicly available, both in the U.S. and other countries.
  • Ability to conduct research in archives in relevant countries around the world.
  • Understanding of war-time art market
  • Familiarity with all current resources including on-line resources
  • Fluency in English, French, and German

Note: Please include a cover letter. Applications without a cover letter will not be considered.

The Museum of Modern Art is an equal opportunity employer and considers all candidates for employment regardless of race, color, sex, age, national origin, creed, disability, marital status, sexual orientation, or political affiliation.

https://recruiting.ultipro.com/MUS1002MOMA/JobBoard/9dbfa465-a36a-46c3-b31e-4929830ab266/OpportunityDetail?opportunityId=e211ace5-60ad-4c86-91cf-b46d3d6ad16a